Süddeutsche Zeitung

Fürstenfeldbruck:Schaulaufen der Chöre

Zum 70. Mal findet das Kreissingen statt

Seine Gründung vor 70 Jahren feiert der Sängerkreis Fürstenfeldbruck in diesem Jahr. Festlicher Höhepunkt ist am Samstagabend, 20. Juli, das Kreissingen, das seit der Gründung alljährlich, also nun ebenfalls zum siebzigsten Mal, stattfindet. 27 Gesangsvereine sowie 15 Kinder- und Jugendchöre sind unter dem Dach des Sängerkreises mit etwa 1100 Sängern vereinigt. 19 Chöre nehmen am Jubiläumskonzert in der Stadthalle im Veranstaltungsforum Fürstenfeld teil und stimmen einen Liederreigen mit bekannten Volksliedern, klassischen Gesangstücken und Konzertkompositionen an.

Die teilnehmenden Männerchöre singen gemeinschaftlich Beethovens "Die Ehre Gottes in der Natur" und zum Ende des Konzertes werden alle Sänger die Europahymne zu Gehör bringen. Wie seit 1952, als er zum ersten Mal öffentlich angestimmt wurde, steht das Kreissingen unter dem Sängerspruch "Singet froh im Brucker Land, Brüder, Schwestern Hand in Hand". "Was ist schöner als im Kreis von Sängerinnen und Sängern und mit Freunden zu feiern. Also, auf geht's!" wirbt der Vorsitzende des Sängerkreises, Herbert Klückers, um Teilnehmer und äußert den Wunsch: "Möge der Leitspruch ein gutes Omen für die Zukunft des Sängerkreises Fürstenfeldbruck sein".

Klückers lässt in einen Rückblick die sieben Jahrzehnte Singen in Gemeinschaft Revue passieren. Nach intensiven Vorarbeiten sei es dem damaligen Vorsitzenden des Männergesangvereins Fürstenfeldbruck, Karl Huber, gelungen, im November 1949 den Sängerkreis zu gründen, schreibt Klückers. "Die Harmonie, die im Sängerkreis vorherrscht, zeigt sich vor allen Dingen in der Beständigkeit der Vorstandschaft". Für Stabilität und Kontinuität hätten über die gesamte Zeit nur zwei Vorsitzende vor ihm gesorgt. Zwischen Huber und ihm habe Ludwig Lösch von 1973 bis 2008 den Sängerkreis geführt. In den 70 Jahren seien mit Georg Stellwanger, Toni Kreß, Christoph Bals, Norbert Steinhardt und seit 2008 Anton Trohorsch auch nur fünf Kreischormeister an der Entwicklung beteiligt.

Zum ersten Kreissingen in Moorenweis seien etwa 1500 Besucher gekommen, damit sei eine anhaltende Erfolgsserie begründet worden. Als 1981 unter Ludwig Lösch mit 16 Chören eine Schallplatte aufgenommen wurde, war dies ein Höhepunkt. Etwas Besonderes ist auch das Liederbuch das in der "Lösch-Zeit" aufgenommen wurde. Die Organisation des Kreissingens ist aber nicht die einzige Aufgabe der Vorstandschaft. Der Sängerkreis gestaltet auch Maiandachten und Passionssingen und hat für das Jubiläumsjahr den Projektchor mit 50 Sängern wieder aktiviert, der anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Partnerschaft zwischen den Landkreisen Greiz (damals Zeulenroda, seit 1994 zusammen mit Gera eingegliedert in den Landkreis Greiz) und Fürstenfeldbruck gegründet worden war. Dieser gestaltete im März bereits den Gedenkgottesdienst in der Pfarrkirche Sankt Magdalena. Erinnert wird auch an die Jubiläumsfeier vor zehn Jahren. Zum 60. Geburtstag hatte der Landtagsabgeordnete Alex Dorow, damals noch Rundfunkjournalist, Singen als eine "elementare Äußerung des Lebens" und das Chorsingen als einen Träger der Gemeinschaftsbildung gelobt sowie den Sängerkreis Fürstenfeldbruck als ein "Flaggschiff der Singerei" bezeichnet.

Das Jubiläumskreissingen am Samstag, 20. Juli, beginnt um 19 Uhr im Stadtsaal im Veranstaltungsforum. Eintritt vier Euro

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SZ vom 19.07.2019
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