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S-Bahnhof:Haltestelle Buchenau ist jetzt barrierefrei

Der Umbau des S-Bahnhofs Buchenau ist nun fertig.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Bei der offiziellen Einweihung des für 17 Millionen Euro umgebauten S-Bahnhofs gibt es nur Lob. Verkehrsministerin Kerstin Schreyer fordert die Kommunen zum Bauen auf, um die Wirtschaft anzukurbeln

Von Peter Bierl, Fürstenfeldbruck

Der barrierefrei umgebaute Bahnhof Buchenau ist am Mittwoch offiziell eingeweiht worden. Rechtzeitig sind auch noch die drei Aufzüge fertig geworden. Oberbürgermeister Eich Raff (CSU) äußerte bei der Veranstaltung deshalb nur einen "kleinen Wunsch": Bis zum Beginn des neuen Schuljahres sollten drei Anzeigetafeln in und an der Unterführung installiert werden. Derzeit müssen die Fahrgäste zwischen den Bahnsteigen hin und her hetzen, weil die Züge nach München und Geltendorf mal von einem, dann vom anderen Gleis abfahren.

Ansonsten waren alle Redner des Lobes voll für das Projekt. Kritiker vom Brucker Verkehrsforum traten allerdings nicht auf. Diese hatten vor und während der Bauphase immer wieder Defizite benannt, wie die fehlenden Anzeigetafeln oder dass der neue Bahnsteig auf Gleis 1 kein Dach bekam. Immerhin wurden Zeitplan und Kostenrahmen eingehalten. Für etwa 17 Millionen Euro, die Freistaat, Bahn AG und die Stadt bezahlten, ist die Station in 15 Monaten umgebaut worden. Mareike Schoppe, die Leiterin des Bahnhofsmanagements in München, dankte dafür den Bauarbeitern ganz besonders.

Durch den barrierefreien Ausbau befindet sich nun Blindenschrift an dem Geländer.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Sie wies darauf hin, dass Buchenau mit im Schnitt 7000 Fahrgästen täglich zu den geringer frequentierten Stationen im Münchner S-Bahn-Netz zählt. Damit war auch das Dach für Gleis 1 abgelehnt worden. Der 210 Meter lange Außenbahnsteig auf der Südseite wurde komplett neu gebaut, die Plattform im Norden umgebaut und auf 96 Zentimeter für die S-Bahn erhöht. Der alte Mittelbahnsteig wurde ebenfalls saniert und dabei in der Breite deutlich verkleinert, sodass nur noch eine Kante als Haltestelle benutzt werden kann. Für einen viergleisigen Ausbau, wie in Politiker der CSU und SPD im Kommunalwahlkampf forderten, ist kein Platz. Erneuert wurden auch die Ausstattung, etwa die Beleuchtung, außerdem eine 190 Meter lange Schallschutzwand auf der Südseite errichtet. Alle Bahnsteige wurden mit einem Leitsystem für Blinde ausgestattet. Im Bereich des städtischen Busbahnhofs entstanden Sitzgelegenheiten samt Wetterschutz.

Die Fertigstellung des Bahnhofs feierten (von links) OB Erich Raff, MdL Alex Dorow, Ministerin Kerstin Schreyer und Klaus-Dieter Josel, DB-Konzernbevollmächtigter.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Der Konzernbevollmächtigte der Bahn AG für Bayern, Klaus-Dieter Josel, dankte den Anwohnern und Pendlern für ihre Geduld während der Bauzeit, die mit Lärm und Beeinträchtigungen verbunden war. Als am Anfang die Spundwände für die neue Unterführung mit den Liften eingeschlagen wurden, durften Nachbarn auf Kosten der Bahn AG im Hotel wohnen. Josel verwies darauf, dass von den etwa 150 Stationen der S-Bahn inzwischen 120 ganz oder teilweise barrierefrei sind. Der Brucker Behindertenbeirat hatte den Umbau viele Jahre lang vergebens gefordert.

Das sei ein großer Vorzug, nicht nur für Behinderte, sondern auch für Reisende mit Gepäck, für Familien und ältere Menschen, betonte Kerstin Schreyer (CSU), die seit Februar bayerische Verkehrsministerin ist und sich freute, in Zeiten von Corona wieder Außentermine wahrnehmen zu können. Sie betonte, dass der Löwenanteil der Kosten, 14 Millionen Euro, aus dem Haushalt stammten. Schreyer beschuldigte Landtagsabgeordnete, die seinerzeit gegen den Etat gestimmt hatten, damit auch Vorhaben wie den barrierefreien Umbau Buchenau abgelehnt zu haben.

Schreyer rief die anwesenden Kommunalpolitiker auf, keine Projekte zu verschieben. "Bauen, bauen, bauen", laute die Devise, um die Wirtschaft nach dem Corona-Lockdown anzukurbeln. Die Ministerin prognostizierte der Baubranche einen "Nachklapp" von Herbst an, weil neue Aufträge ausblieben. Wer in Kurzarbeit sei oder Angst um den Arbeitsplatz habe, werde nicht ans Bauen denken.

© SZ vom 02.07.2020

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