Fürstenfeldbruck Potenziale für neuen Wohnraum

Germeringer betrachten eine der Schautafeln der Ausstellung "Potenziale nutzen, Wohnraum schaffen" an. Sie ist noch bis 13. Juli in der Stadtbibliothek Germering zu sehen.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Ausstellung in der Stadtbibliothek Germering stellt Möglichkeiten der Nachverdichtung vor. Gezeigt werden Beispiele aus acht Kommunen im Südwesten Münchens

Von Ingrid Hügenell

Germering - Die Kommunen im Großraum München haben alle ähnliche Probleme. Wegen des starken Zuzugs wird ständig neuer Wohnraum gebraucht, der Verkehr nimmt zu. Acht Städte und Gemeinden haben sich deshalb 2015 zum Verein "Regionalmanagement München Südwest" zusammengeschlossen: Germering, Starnberg, Gauting, Krailling, Planegg, Gräfelfing und Neuried sowie die Landeshauptstadt München. Seit 2016 hat der Verein in der Geografin Katharina Reichel eine Regionalmanagerin. Die Projekte werden zu 60 Prozent vom bayerischen Finanzministerium gefördert, die übrigen Mittel stellen die Mitglieder zur Verfügung.

Eine Wanderausstellung mit dem Titel "Potenziale nutzen, Wohnraum schaffen" zeigt Möglichkeiten, wie durch nachträgliche Verdichtung neue Behausungen entstehen können, ohne dass an den Ortsrändern große Flächen zugebaut werden müssen. Die Ausstellung ist noch bis Freitag, 13. Juli, in der Germeringer Stadtbibliothek zu sehen. "Die Menschen können kommen und sich das im Vorbeigehen anschauen", warb der Germeringer Oberbürgermeister Andreas Haas für den Besuch.

"Alle Gemeinden, die sich im Regionalmanagement zusammengetan haben, sitzen in einer S-Bahn", sagte Haas weiter. Der Platz für neuen Wohnraum sei knapp und müsse mit Bedacht gewählt werden. Der Erfahrungsaustausch mit den anderen Kommunen könne dabei helfen, "auf optimale Weise Baurecht neu zu schaffen". Zu sehen sind in der Ausstellung auf großen Stelltafeln auch Zahlen zur Entwicklung der Gemeinden. Germering etwa hatte im Jahr 1950 noch 6355 Einwohner. 1970 waren es schon fast 27 000, und heute leben 41 000 Menschen in der Stadt. Gezeigt werden Wohnbau-Projekte in den Gemeinden, die teils schon fertig gestellt, teils noch in der Planung sind. Allen gemeinsam ist, dass der Wohnraum in der Nähe von S-Bahn-Halten geschaffen werden soll. So sollen die künftigen Bewohner dazu animiert werden, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Das Germeringer Beispiel ist der bis zu achtgeschossige Bau an der Landsberger Straße auf Höhe des S-Bahnhofs Harthaus. Dort wird schon gebaut. Architekt Robert Meyer stellte seine Pläne bei der Eröffnung vor.

127 Wohnungen entstehen dort, etwa ein Drittel sind Meyer zufolge kleine Wohnungen, die meisten hätten drei Zimmer, und auch einige Vier-Zimmer-Wohnungen soll es geben. 25 bis 30 Wohnungen sollen kommunal gefördert sein, also besonders günstig vermietet werden. Das Gebäude wird nur in der Mitte acht Stockwerke haben, es schließen sich sechs- und vierstöckige Flügel an. In der Mitte entsteht ein begrünter Hof. Eingeplant sind eine Kindertagesstätte, eine zweistöckige Tiefgarage sowie ein Paketraum, der im Erdgeschoß eingerichtet wird. In der Tiefgarage wird es Plätze geben, an denen man sein E-Auto aufladen kann. Meyer zufolge soll das Gebäude bis Anfang 2019 fertig sein.

Wie Regionalmanagerin Katharina Reichel erklärt, ist das Ziel der Ausstellung, die Bürger über Möglichkeiten der Nachverdichtung zu informieren. Sie habe an anderen Ausstellungsorten viel positive Resonanz erlebt. Man bekomme "dezidierte Infos" darüber, wie die Projekte aussähen. "Was ich heute mitnehme, ist der Paketraum", sagte sie. Der stieß auch bei den Gästen der Eröffnung auf großes Interesse. Wie Marco Ulivieri vom Bauträger Concept Bau erklärte, kostet er 14 000 Euro. Er funktioniert wie eine Paketstation und erspart es den Paketboten, unzustellbare Sendungen wieder mitnehmen zu müssen und den Bewohnern, ihre Pakete irgendwo abholen zu müssen.

"Potenziale nutzen, Wohnraum schaffen", Ausstellung in der Stadtbibliothek, bis 13. Juli, zu den Öffnungszeiten.