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Fürstenfeldbruck:Pionier der Energiewende

Ehrenpreis Ziel 21: Foto von links: Gottfried Obermair (Vorsitzender ZIEL 21), Josef Seemüller (Preisträger), Martina Drechsler (stv. Landrätin).

Josef Seemüller erhält den ersten Ehrenpreis von Ziel 21, dessen Vorsitzender Gottfried Obermair (links) und Landratsstellvertreterin Martina Drechsler gratulieren.

(Foto: Privat)

Ziel 21 vergibt seinen ersten Ehrenpreis an Josef Seemüller aus Unterschweinbach

Von Stefan Salger, Fürstenfeldbruck

Josef Seemüller, 85, ist mit dem erstmals von Ziel 21 vergebenen Ehrenpreis ausgezeichnet worden. Gewürdigt wird damit sein Engagement im Sinne von Klimaschutz und Energiewende. Die stellvertretende Landrätin Martina Drechsler überreichte den Preis bei der Hauptversammlung des Klimawendevereins im Landratsamt.

Drechsler lobte Seemüller als "Vordenker für Ökologie und Energiewende" und als wahren Energiewende-Pionier. "Bereits im Jahre 1974 hat er mit Erfolg die Energieversorgung seines Privathauses auf alternative Energiequellen umgestellt." Umweltfreundlich seien auch alle weiteren Firmen- und Wohngebäude auf dem kleinen Anwesen in Unterschweinbach. Die Wärmeenergie erzeugt der dreifache Urgroßvater seit dem Jahr 2000 für alle Gebäude mittels Luftwärmepumpen. Akribisch protokolliert er die Leistungen und kann somit belegen, wie sich die Technik im Laufe der Jahre verbessert hat. So kann Seemüller belegen, dass diese Art der Energiegewinnung "eine ökologische und preisgünstige Variante im Bereich der Wärmeenergieerzeugung sei".

Als viele noch Photovoltaikanlagen als befremdlich empfunden haben, hat Seemüller bereits vor 20 Jahren die Bürgersolaranlage in Oberweikertshofen mit initiiert. Auch bei der Gründung des Energiewendevereins Ziel 21 gehörte er 2001 zu den Antreibern und Gründungsmitgliedern. Ein Jahr später hat er maßgeblich die erste Freiflächen-Photovoltaikanlage Bayerns in Waltenhofen vorangetrieben.

Mehr als nur angestoßen hat der Preisträger auch die sortenreine Trennung und das Sammelsystem in den Großen Wertstoffhöfen, das heute noch im Landkreis Fürstenfeldbruck Bestand hat. Zudem setzt er sich unermüdlich für eine Biomüllvergärungsanlage im Landkreis ein, deren Wirtschaftlichkeit seiner Überzeugung nach gegeben wäre.

Konsequent verfolgt Seemüller den Klimaschutz auch bei der Mobilität. Weil ihm die angebotenen Elektroautos als überteuert erschienen, konstruierte er sich ein Fahrzeug mit diesem Antriebskonzept kurzerhand selbst: Er kaufte sich im 2002 einen gewöhnlichen Kleinwagen mit Dieselmotor. Den Dieselmotor baute er aus und ersetzte ihn durch einen Elektroantrieb. Damit schuf er vermutlich das erste Elektroauto im Landkreis, das ihm bis heute noch zuverlässigen Dienste leistet.

Seemüller engagiert sich seit vielen Jahren zudem beim Landesarbeitskreis des Bundes Naturschutz im Bereich Abfall und ist Mitglied im Verein "Besseres Müllkonzept". Ebenso engagiert er sich in der Solidargemeinschaft Brucker Land, war dort auch Gründungsmitglied und hatte damals schon die Nachhaltigkeit und den Klimaschutz im Blick.

© SZ vom 05.08.2020

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