Fürstenfeldbruck Neue Höhenkontrollen

Mobile Anlagen sollen zu hohe Lastwagen von Tunneln auf der A 96 fernhalten

Von Christine Setzwein, Fürstenfeldbruck

Staus auf der Lindauer Autobahn (A 96), weil in den Tunnels Etterschlag und Eching wieder einmal die Höhenkontrolle ausgelöst wurde, sind an der Tagesordnung, sollen aber bald der Vergangenheit angehören. Die Autobahndirektion Südbayern hat dafür in den vergangenen Monaten zusätzliche mobile Höhenkontrollen errichtet. Die Anlagen vor den Anschlussstellen Greifenberg in Fahrtrichtung München, Inning in beiden Richtungen sowie Wörthsee in Fahrtrichtung Lindau gehen nun in den Probebetrieb.

Im aktuellen Testbetrieb werden zum einen zu hoch beladene Fahrzeuge vor den Anschlussstellen Greifenberg und Wörthsee erfasst und zur Abfahrt von der Autobahn aufgefordert, zum anderen sollen mobile Höhenkontrollen an den Anschlussstellen Greifenberg, Inning und Wörthsee bereits das Auffahren unzulässig hoher Lastwagen in Richtung der Tunnel verhindern, teilt die Autobahndirektion mit.

Ziel sei es, zu hohe Fahrzeuge zu erkennen, von den Tunneln fernzuhalten und damit die Verkehrsbeeinträchtigungen zu reduzieren. Der Probebetrieb sei notwendig, um die Schaltungen der Messsysteme sowie der Anzeigen und Ampeln zu optimieren und Erfahrungen zu sammeln, erläutert Baudirektor Olaf Weller. Das Konzept, zu hohe Lastwagen frühzeitig auszuleiten beziehungsweise das Auffahren auf die Autobahn gleich zu verhindern, wurde erstmalig für die Tunnel Eching und Etterschlag entwickelt. Es ist Bestandteil eines Konzepts zur Verbesserung der Sicherheit in Straßentunneln.

Anlass für die Verschärfung der Vorschriften für die sicherheitstechnische Ausstattung von Tunneln waren schwere Unglücke in einigen Alpentunneln mit zahlreichen Toten. Durch die Sicherheitstechnik sollen Gefahren frühzeitig erkannt - vor allem Brände und Rauchentwicklung - und Verkehrsteilnehmer schnellstmöglich in Sicherheit gebracht werden. Weller: "Die Höhenkontrollen sollen zum einen Beschädigungen am Tunnel, aber auch Gefahren für den nachfolgenden Verkehr durch herabstürzende Teile der überhohen Fahrzeuge oder der Tunneltechnik verhindern."

Wegen der häufigen Missachtung der zulässigen Maximalhöhe von Fahrzeugen - vier Meter - komme es zu erheblichen Beeinträchtigungen des Verkehrs durch Tunnelsperrungen und anschließende Staus. Trotz verstärkter Beschilderung und deutlicher Anzeige der zulässigen Höhe durch moderne LED-Vorwarnschilder werde die maximal zulässige Höhe im Straßenverkehr auf der A 96 leider weiter häufig missachtet, schreibt der Baudirektor. Manchmal liegt es nur an einer gewölbten oder flatternden Plane, dass die Höhenkontrolle ausgelöst wird, manchmal wird die Ladung nicht rechtzeitig abgesenkt.

Nach Abschluss des Tests soll die mobile Höhenkontrolle in Betrieb genommen werden.