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Fürstenfeldbruck:Mehr Augenmerk auf Kulturschaffende

Der Kulturszene im Landkreis "aus dem Coronaschlaf auf die Sprünge helfen", will Grünen-Kreisrätin und Kreiskulturreferentin Christina Claus. Sie regte deshalb an, vor allem die ehrenamtlich tätigen Kulturschaffenden ins Landratsamt einzuladen, um zu erfahren, welche Probleme sie mit den Auswirkungen der Corona-Krise hätten. So fänden manche keine Probenräume, weil diese zu klein seien, um die Mindestabstände einhalten zu können. Vieles laufe zwar jetzt digital, aber am Beispiel der Volkshochschulen sehe man, dass die digitalen Angebote häufig nicht angenommen würden, weil etwa die Nutzer vorwiegend ältere Menschen seien, so Claus weiter: "Die wollen mit anderen Menschen zusammenkommen, wollen ratschen."

Claus' Vorschlag, Klassenräume an Schulen zur Verfügung zu stellen, standen die stellvertretende Landrätin Martina Drechsler (CSU), die die Kulturausschusssitzung des Kreistags leitete, und die Kreisverwaltung skeptisch gegenüber. Klassenzimmer könnten ebenfalls zu klein sein, gab Drechsler zu bedenken. Für Günter Sigl, Leiter des Schulreferats im Landratsamt, "ist das im Moment eine heikle Geschichte". Denn jede Schule habe ihr eigenes Hygienekonzept, und da störe jeder externe Nutzer. CSU-Kreisrat Hubert Ficker schlug daraufhin vor, unter den Kulturreferenten der einzelnen Städte und Gemeinden zu besprechen, welchen Bedarf die Kulturschaffenden vor Ort hätten. Möglicherweise, so Ficker, könnten sich auch derzeit ungenutzte Säle in Wirtshäusern eignen. Claus und Sigl wollen sich nun in dieser Sache abstimmen.

© SZ vom 06.07.2020 / baz

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