bedeckt München 24°

Fürstenfeldbruck:Masern im Montessori-Haus

Nach einer Erkrankung müssen ungeimpfte Kinder daheim bleiben

Ein Kind, das das Montessori-Kinderhaus in Fürstenfeldbruck besucht, ist an Masern erkrankt. Bei einem zweiten besteht der Verdacht, dass es sich angesteckt hat. Das berichtet Rudolf Summer, Leiter der Gesundheitsamts des Landkreises. Weitere nicht geimpfte Kinder, die mit dem kleinen Patienten gespielt haben, müssen während der Inkubationszeit der Viruserkrankung zu Hause bleiben. Das sind Summer zufolge 14 Tage nach dem letzten Kontakt. "Wer nicht geimpft ist, den werden die Masern schon ereilen", sagt der Arzt.

Die bisher betroffenen Kinder sind beide zwei Jahre alt. Das kranke Kind war noch nicht geimpft. Das liege in diesem Alter häufig daran, dass wegen anderer Erkrankungen noch nicht habe geimpft werden können, sagt Summer. Denn die Ärzte verabreichen die schützenden Spritzen nur gesunden Menschen. Wo sich das Kind angesteckt hat, sei nicht bekannt. "Im Landkreis ist kein anderer Fall von Masern bekannt." Das zweite Kind habe immerhin schon die erste Impfung, verfüge also über einen teilweisen Schutz.

Masern sind eine meldepflichtige Krankheit, die Summer zufolge hoch ansteckend ist und mit schweren Komplikationen einhergehen kann. Dazu zählt eine Hirnhautentzündung, die bei einem von tausend Kranken auftritt und in zehn bis 20 Prozent tödlich verläuft, 20 bis 30 Prozent erleiden bleibende Schäden. Bei einigen Erkrankten kommt es Jahre später zu einer schleichenden Gehirnentzündung, die meist zum Tod führt. Je kleiner die Kinder bei der Masernerkrankung, desto größer ist das Risiko, dass diese SSPE genannte Krankheit auftritt.

Gefährlich sind auch nachfolgende bakterielle Infektionen wie Mittelohrentzündung, Lungenentzündung und Durchfallerkrankungen. "Die Masern hinterlassen eine sechswöchige Immunschwäche und bahnen so anderen Krankheiten den Weg", erklärt Summer.

Masernkranke entwickeln zunächst katarrhartige Symptome mit Schnupfen, Bindehautentzündung Fieber. Nach einigen Tagen zeigt sich der typische Ausschlag, das Fieber steigt stark. Erkrankte sind sehr schlapp. Sie sollten Bettruhe in abgedunkelten Zimmern halten. Fiebersenkende Mittel helfen, Antibiotika dagegen nicht gegen die Masern selbst, wohl aber gegen anschließende Bakterieninfektionen. Ansteckend ist die Virusinfektion schon bevor der Ausschlag auftritt.

Summer empfiehlt allen, die die Masern nicht hatten, nachzuschauen, ob sie geimpft sind. Die Masernimpfung gibt es in Deutschland seit etwa 1970. Ältere haben die Krankheit meist durchgemacht. Für die Jahrgänge von 1970 bis etwa 1980 rät der Gesundheitsamtsleiter zu einem Arztbesuch. Es könne getestet werden, ob eine Immunität gegen die Krankheit besteht, wenn nicht, könne man nachimpfen.

Im Landkreis sei die Impfrate recht gut. Bei den Sechstklässlern werde auf freiwilliger Basis der Impfpass kontrolliert, sagt der Gesundheitsamtsleiter. Dabei habe sich gezeigt, dass 91 Prozent der Elf- bis Zwölfjährigen beide Masernimpfungen erhalten haben, weitere fünf Prozent haben die erste Impfung, nach der die Wahrscheinlichkeit eines Schutzes immerhin bei 85 Prozent liege.