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Fürstenfeldbruck:Markt der Helfer

Der alternative Weihnachtsmarkt in Sankt Bernhard zieht viele Besucher an. Diese finden an den Ständen Speisen und Waren aus afrikanischen Ländern sowie Informationen über Projekte

Für den alternativen Weihnachtsmarkt ist das Pfarrheim von Sankt Bernhard fast zu klein. Auf dem Markt präsentieren sich Organisationen und Vereine, die Menschen in den ärmsten Ländern der Welt unterstützen, mit Geschenkideen und Informationen. Eine Vielzahl Interessierter drängte sich am Sonntag zuweilen zwischen den Ständen der zwölf Hilfsorganisationen, die Selbstgebasteltes, Selbstgestricktes oder Selbstgebackenes aus verschiedenen Ländern der Welt anboten. Asylbewerber aus fernen Nationen und Pfadfinder von Sankt Magdalena kümmerten sich um die Speisenausgabe. Neben Kaffee und Kuchen gab es auch Menüs wie Injerat mit Wot aus Äthiopien und Reis mit Hühnchen aus Mosambik. Und wer kennt schon die Kochbanane (Plantain), aus der eine Art Knödel gedreht und gebacken wird.

29. Adventsmarkt im Pfarrzentrum St. Bernhard

Buntes Angebot: Im Pfarrsaal von Sankt Bernhard kommen Helfer und Besucher ins Gespräch. Auch wer noch ein Weihnachtsgeschenk sucht, kann an den Ständen fündig werden.

(Foto: Matthias F. Döring)

Thomas Böhner ist Vorsitzender des Vereins "Help Liberia", der sich um die medizinische Versorgung im Hinterland von Liberia kümmert. "14 Jahre herrschte in dem westafrikanischen Land Bürgerkrieg, dann kam der Ebola-Virus", erzählte Böhner. Es sei nicht leicht, wenigstens eine Grundversorgung sicher zu stellen. Hilfe zur Selbsthilfe organisiert der Verein "Aktiv für Afrika", der 2008 auf Initiative von Marianne Schneider-Ortmann gegründet wurde. In diesem Jahr habe der Verein zwei Wasserprojekte in Ghana begleitet. "Das Material haben wir aus Vereinsgeldern und Spenden finanziert, die Grabarbeiten und das Verlegen zum Beispiel der Wasserleitungsrohre haben die Menschen vor Ort übernommen", berichtete Lothar Ortmann. Zukünftig bräuchten die Menschen dort nicht mehr weite Wege zurückzulegen, um frisches Wasser zu bekommen. Der Brunnen reicht etwa 60 Meter tief bis zum Grundwasser. Der Wasserbehälter als Reservoir sei noch nicht ganz fertig, so Ortmann.

29. Adventsmarkt im Pfarrzentrum St. Bernhard

Kleine Kunstwerke: An einem Stand werden verschiedene Fingerfiguren zum Spielen verkauft.

(Foto: Matthias F. Döring)

Kaum zwischen den Ständen durchzukommen war, um zum Beispiel Seife aus Aleppo zu kaufen, wenn auf der Bühne die Kleinen von Kim's Kindertanzschule kreative Tänze zu rhythmischen Melodien aufführten, oder Musiker die Gäste unterhielten. "Der andere Brucker Adventsmarkt mit seinem bunten Treiben findet heuer schon zum 29. Mal statt, sagte Organisatorin Barbara Kaus. Er werde jedes Jahr am ersten Adventsonntag organisiert und habe eine "hohe Zahl an Stammgästen".

Ob beim Sozialforum Amper, bei der jüdisch-palästinensischen Dialoggruppe, beim Asylhelferkreis, bei der Caritas-Station Bruck mit dem Förderverein "Hand in Hand" oder beim Eine-Welt-Laden, überall gab es eine Vielzahl fein gearbeiteter Geschenke. Am Stand des Landratsamtes "Ankommen und Verstehen", ein seit 2016 laufendes Schulungsangebot für Flüchtlinge zum nachhaltigen Umgang mit Wertstoffen im Alltag, konnte man zum Beispiel bunte Armreifen oder Halsketten erstehen. Die Perlen sind aus Papier gedreht", erklärte Birgit Maindl, die das "Ressourcen-Projekt" begleitet. "Es sind nur gemeinnützige Organisationen hier, die ein umweltschonendes Angebot für die Besucher bereit halten und ausschließlich im sozialen und Umweltbereich engagiert sind", sagte Organisatorin Kaus. Die Erlöse der einzelnen Gruppen gehen in die eigenen Projekte. Aus dem Gesamterlös wird dieses Jahr ein Schulprojekt in Afghanistan unterstützt. Auch die Warenvielfalt und die "Überraschungsgeschenke" bei Friedhelm Engelhard am Tisch der Initiative zur Selbsthilfe für Betroffene mit geringem Einkommen fanden ihre Abnehmer.