Fürstenfeldbrucks Landrat Thomas Karmasin (CSU) muss zum ersten Mal seit 30 Jahren wieder in eine Stichwahl. Der Langzeitlandrat des Landkreises Fürstenfeldbruck kam bei der Kommunalwahl am Sonntag auf exakt 45 Prozent der Stimmen, was ihn zwingt, in zwei Wochen noch einmal anzutreten. Seine Herausforderin wird dann Ronja von Wurmb-Seibel von den Grünen sein, die mit 21,7 Prozent das zweitbeste Wahlergebnis aller sieben Kandidaten holte. Karmasin hatte zuletzt 1996 am Beginn seiner politischen Laufbahn eine Stichwahl gegen die damalige Amtsinhaberin bestritten - und gewonnen.
Der 63-jährige Amtsinhaber, der vor sechs Jahren noch etwas mehr als 52 Prozent der Stimmen geholt hatte, sagte am Wahlabend im Landratsamt, dass mit dem Auftreten der AfD klar gewesen sei, dass es zu einer Stichwahl kommen werde. Das Ergebnis der Grünen-Kandidatin nannte er „überraschend stark“, allerdings glaube er nicht, „dass der Landkreis eine grüne Landrätin möchte“.

Ronja von Wurmb-Seibel zeigte sich in einer ersten Reaktion „überglücklich für das viele Vertrauen“. Die Mehrheit habe gegen den amtierenden Landrat entschieden „Das Ergebnis heute Abend ist ein starkes Signal für Aufbruch.“ Die Grünen würden umgehend „loslegen für die Stichwahl“. Wurmb-Seibels Ergebnis glich fast exakt jenen 21,83 Prozent, die der Grüne Jan Halbauer sechs Jahre zuvor geholt hatte.
Andreas Magg (SPD), der Olchinger Bürgermeister, der in den vergangenen Monaten mit einem eigenen Wahlkampfauto im Landkreis unterwegs war und zuletzt vom Münchner SPD-Stadtrat und Liedermacher Roland Hefter ein kurzes Wahlwerbe-Reel bekam, kam landkreisweit auf 14,2 Prozent. Damit hob die SPD ihr mageres Ergebnis von 2020 (acht Prozent) wenigstens um sechs Prozent an. Stefan Weinberger von den Freien Wählern kam auf 8,2 Prozent, AfD-Kandidat Peter Banholzer auf 7,7 Prozent. Im ganz niedrigen einstelligen Bereich bewegten sich Ulrich Bode (FDP) und Christian Holdt (ÖDP) mit 1,7 und 1,4 Prozent.

