Mehr als ein Dutzend Locations, Veranstaltungen von Theater über Musik bis zur Vorführung im Wasserkraftwerk – bei der Brucker Kulturnacht am Samstag, 13. Juli, verwandelt sich die Kreisstadt von 19 bis ein Uhr in eine große Bühne für Kreative. Und das mit einem Angebot, bei dem wirklich jeder etwas für sich finden kann – egal wie alt er oder sie ist. Die größte Herausforderung ist es dabei, sich von dem abwechslungsreichen Angebot nicht überfordern zu lassen. Deshalb ist es nicht die schlechteste Idee, sich vorab einen Plan zu machen. Für alle, die nicht selbst suchen wollen, haben wir drei Tourenvorschläge durch den Abend zusammengestellt.
Tour 1: Familien
Familien können die Kulturnacht um 19 Uhr mit einem Besuch im alten Wasserkraftwerk auf dem Klostergelände beginnen. Dort gewähren die Stadtwerke einen Blick auf die alte – und nur selten zu sehende – Anlage aus dem Jahr 1924. Höhepunkt der Führung ist dabei die Inbetriebnahme mit Vorführung der alten Turbine. Danach geht es einmal quer über das Klostergelände zum Museum. Dort gibt es um 20.15 Uhr, passend zur aktuellen Ausstellung „Goldene 20er? Die Weimarer Republik in der Provinz“, für die Erwachsenen einen Tanzkurs, während die Kinder sich bei einem Bastel- und Malangebot kreativ austoben können.
Von dort geht es zur Leonhardikirche, wo um 21 Uhr eine szenische Führung beginnt. Stadtführerin Petra Vögele und die Schauspieler Aline Pronnet und Andreas Harwath bieten eine Mischung aus Musik und unterhaltsamen Texten. Dabei wandeln sie auf den Spuren der Künstlerin Selma des Coudres und ihres Freundes, des Dichters Joachim Ringelnatz, durch die Brucker Kunstszene zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Wer die Tour noch um eine Station erweitern möchte, kann anschließend zurück aufs Klostergelände und sich dort um 22 Uhr noch an der Neuen Bühne Bruck vom Improtheater unterhalten lassen.
Tour 2: Musik
Unsere zweite Tour beginnt um 19 Uhr am Landratsamt. Und zwar mit einem echten Weltmeister. Denn genau diesen Titel konnte sich das Akkordeonorchester Unterpfaffenhofen sichern. Unter der Leitung von Marko Ševarlić spielen das Orchester klassische Werke von Bach bis Chatschaturjan, Tangos von Astor Piazolla, südamerikanische Rhythmen, irische Melodien, Filmmusik, Evergreens und sogar eingängige Originalmusik. Von dort geht es, am besten mit dem Shuttlebus um 19.52 zum Salzturm. Wie jedes Jahr gibt es dort eine ganz besondere Band zu hören. Bei Kapotaki treffen Heimatsound auf Gipsy-Jazz, Volksmusik auf Balkan-Brass und Straßenmusik auf Ska. Mit Akkordeon, Gitarre, Schlagwerk, Trompete, Kontrabass und Gesang kreieren die sechs Musiker aus dem Brucker Hinterland dabei ihre eigenen unnachahmlichen Klänge.
Nach einem kleinen Spaziergang zum Hofcafé in der Hauptstraße gibt es dort von 21 Uhr an eine kleine musikalische Weltreise mit dem Quartett Red Bag. Praktischerweise sind es nur wenige Meter zur vorletzten Station um 22 Uhr am alten Rathaus. Dort findet ein ganz besonderer Schlagerabend statt – mit dem Duo „Solina Cello“, das Ohrwürmer wie „Skandal im Sperrbezirk“, „Atemlos“ oder „Ich will keine Schokolade“ auf zwei Violoncelli neu interpretiert. Wer den Abend danach bei einer ordentlichen Party ausklingen – oder erst richtig beginnen lassen will – der sollte mit dem Bus zum Jexhof fahren. Dort steht eine „Superdisco“ mit den Klassikern der Popmusik, rund um Michael Jackson und Madonna – aufgelegt von DJ Cis, auf dem Programm.
Tour 3: Theater, Kunst, Poesie

Alle, die sich an diesem Abend mit bildender, Bühnen- und Wortkunst beschäftigen möchten, können ihre Tour um 19 Uhr in der Kester-Hauesler-Stiftung in der Dachauer Straße 61 beginnen. Dort werden noch nie gezeigte Porträtaufnahmen des Augsburger Hoffotografen Hans Siemssen ausgestellt. Entstanden sind die Fotografien von Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die Dreißigerjahre. Zudem werden auch ausgewählte Werke von Schülern des Graf-Rasso-Gymnasiums gezeigt, die in einem Projekt zur Ausstellung entstanden sind. Weiter geht die Tour um 20 Uhr dann mit dem Improtheater an der Neuen Bühne Bruck, das seit vielen Jahren zu den beliebtesten Veranstaltungen der Kulturnacht gehört.
Nur wenige Schritte entfernt, im benachbarten Haus 10 auf dem Klostergelände wartet um 20.45 Uhr eine besondere Aufführung: Der Münchner Tänzer, Choreograf, Pädagoge und Psychologe Stefan Maria Marb gilt als Pionier der radikalen Kunstform des Butoh-Tanzes. Für die Kulturnacht hat er eine eigene Performance entwickelt. Die Musik dazu kommt von Masako Ohta mit dem elektronischen Taishogoto, einer japanischen Tastenzither, und Jost-H. Hecker am Violoncello. Außerdem ist die Ausstellung „Faden-Lauf“ von Franziska Wolff und Andrea Ziegle zu sehen. Der nächste Stop bietet sich um 21.30 Uhr im Stadtpark an, wo Poetry-Slammer ihre Wortkunst zum Besten geben. Anschließend bietet sich ein gemütlicher Spaziergang Richtung Lichtspielhaus in der Maisacher Straße an. Gerne mit einer kurzen Stärkungspause, denn als Abschluss dieser Tour bietet sich um 23 Uhr ein Besuch des Überraschungsfilms im historischen Kino an.
Wer die Kulturnacht lieber auf eigene Faust erkunden möchte, findet online unter www.bruckerkulturnacht.de einen Überblick über alle Veranstaltungen und weitere Informationen. Der Eintritt kostet 13, ermäßigt sieben Euro. Die Bändchen sind an allen Veranstaltungsorten erhältlich und gelten auch für den Shuttlebus. Vorverkauf beim Infopoint im Rathaus, in der Stadtbibliothek und im Museum Fürstenfeldbruck.

