Fürstenfeldbruck:"Alle sind geschlaucht"

Fürstenfeldbruck: Räumeinsatz: Ein Mitarbeiter der Kreisstraßenmeisterei versucht, der Schneemassen Herr zu werden.

Räumeinsatz: Ein Mitarbeiter der Kreisstraßenmeisterei versucht, der Schneemassen Herr zu werden.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Die Mitarbeiter des Kreisbauhofs sind im Dauereinsatz. Sie müssen nicht nur den Winterdienst bewältigen, sondern auch Autofahrern helfen, die Straßensperrungen missachten.

Von Peter Bierl, Fürstenfeldbruck

Wegen des starken Schneefalls sind die Mitarbeiter des Kreisbauhofs seit Freitag im Dauereinsatz. Ziemlich verärgert ist Kreisbauhofleiter Mathias Sedlmair über das unvernünftige Verhalten etlicher Autofahrer, die Sperrungen einfach absichtlich umfuhren und sich und andere damit gefährdeten und den Einsatzkräften Extraarbeit aufbürdeten.

So sei die Vollsperrung der Kreisstraße FFB 6 zwischen Grafrath und Moorenweis von etlichen umfahren worden. Zur Rede gestellt, habe ihm ein Fahrer erklärt, es sei doch keine Umleitung ausgeschildert gewesen. Auf der Straße nach Oberschweinbach habe die Feuerwehr eine Frau mit ihrem Auto bergen müssen, nachdem ein Baum auf der Motorhaube gelandet war. Als Rechtfertigung für ihr Verhalten habe die Frau darauf verwiesen, dass sie nicht die einzige gewesen sei, die die Sperrung ignoriert habe.

Waldwege sollen gemieden werden

Sedlmair appelliert deshalb an alle Bürger, die Warnungen der Behörden und Straßensperrungen zu beachten und bei solchen Gefahrenlagen möglichst zu Hause zu bleiben. Ziemlich entsetzt waren die Bauhofmitarbeiter auch darüber, dass sie immer wieder Personen mit Hunden oder gar Familien mit Kindern auf Waldwegen sichteten. Sedlmair rät von Spaziergängen in den nächsten Tagen ab, weil viele Bäume durch den Schnee schwer belastet sind und umkippen könnten. Die Schnelllast sei auf vielen Bäumen hoch, etliche könnten abbrechen. Sollte es schnell tauen, fürchtet der Bauhofleiter, dass noch etliche Bäume fallen werden.

Dass Autofahrer sich hinter Räumfahrzeugen gedulden müssten, lasse sich leider nicht vermeiden, weil diese nicht schneller als etwa 30 Kilometer pro Stunde fahren könnten, um den Schnee von den Fahrbahnen zu schieben. In den Ortschaften kann es dabei schon mal vorkommen, dass die weiße Last auf Gehwegen oder vor Einfahrten lande. "Wir machen das nicht absichtlich, aber wir können den Schnee auch nicht schmelzen, und müssen durchkommen", sagte der Bauhofleiter.

Die Kreisstraßen haben eine Länge von 120 Kilometer

Der Kreisbauhof muss die Kreisstraßen mit einer Gesamtlänge von rund 120 Kilometer, die Radwege sowie die Liegenschaften des Landkreises von Schnee und Eis freihalten. Im Drei-Schicht-Betrieb waren die 25 Mitarbeiter mit fünf Räum- und Streufahrzeugen, einem Radlader sowie zwei Personenwagen im ganzen Landkreis unterwegs. Pro Schicht waren jeweils sechs bis sieben Mann im Außeneinsatz. "Es hat gut funktioniert, aber alle sind geschlaucht", berichtet der Bauhofchef.

Alle hatten Motorsägen dabei, um Bäume und Äste wegzuschneiden und dann mit den Fahrzeugen von den Straßen zu schieben. Am Samstagmorgen dauerte das Räumen und Streuen deshalb länger. Ohne den Einsatz der Feuerwehren wäre die Situation wegen der vielen umgestürzten Bäume aber nicht zu bewältigen gewesen, betont er. Umgekehrt hätten die Bauhofmitarbeiter versucht, die Feuerwehr zu unterstützen, in dem sie mit ihren Sägen manches abgestürzte Geäst selbst wegschnitten.

Fürstenfeldbruck: Leere Halle: Die Straßenmeisterei Fürstenfeldbruck benötigt viel Streusalz.

Leere Halle: Die Straßenmeisterei Fürstenfeldbruck benötigt viel Streusalz.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Insgesamt haben die Bauhofarbeiter in den vergangenen Tagen etwa 80 Tonnen Streusalz ausgebracht. Sie unterstützten mit ihren Fahrzeugen auch die Hausmeister der Schulen des Landkreises, um Wege und Parkplätze freizuhalten, und lieferten ihnen Splitt und Streusalz.

"Dafür, dass das erst der Winteranfang ist, war das grenzwertig", sagte Sedlmair zu dem Einsatz. Dass der Schneefall derart stark ausfallen würde, habe man nicht vorhersehen können. "Aber wir waren gut aufgestellt und konnten kurzfristig reagieren", sagt Sedlmair, für den es der erste Wintereinsatz als Bauhofchef ist. Inzwischen seien der Kreisbauhof und seine Mitarbeiter wieder "im Standardmodus".

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