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Fürstenfeldbruck:Im Sinkflug

Segelflieger

Vereinsvorsitzender Josef Pichler (links) und Michael Scheingraber lassen einen jungen Besucher im Cockpit eines Segelfliegers Probesitzen.

(Foto: Günther Reger)

Die Jubiläumsfeier der Brucker Flugsportgemeinschaft wird getrübt von Sorgen um die Zukunft des Vereins

Die Flugsportgemeinschaft Fürstenfeldbruck macht sich 65 Jahre nach seiner Gründung Sorgen um die Zukunft des Vereins und um die Segelfliegerei: Weil es im Landkreis bald keine Start- und Landemöglichkeiten für Segelflugzeuge mehr geben könnte, wenn der Fliegerhorst aufgelöst wird, und weil sich kaum noch Jugendliche für den anspruchsvollen Sport begeistern lassen. Beim Tag der offenen Tür anlässlich des Jubiläums am vergangenen Samstag in der Werkstätte des Vereins am Henrik-Moor-Weg war von den Sorgen jedoch wenig zu spüren. Wohl deswegen, weil trotz unsicherem Wetter viele Interessierte zum Grillnachmittag mit Ausstellung kamen und bei so manchen Jugendlichen eine gewisse Begeisterung zu spüren war.

Auf dem Vorplatz waren zwei Segelflieger abgestellt, in dessen Cockpits Erwachsene und Jugendliche gleichermaßen zum Piloten wurden. Außerdem konnten einige Gutscheine für Rundflüge verkauft werden. Einigermaßen bequem sei es in dem Doppelsitzer schon, befand ein Jugendlicher, nachdem er und seine Partnerin im Doppelsitzer TypL3 Platz genommen hatten und darüber staunten, dass die "eigentlich kurzen Flügel zwei Personen tragen können". "Am Boden ist das wohl einfacher als in der Luft", meinte ein Mädchen, während sie im Einsitzer Typ DG 300 die Armaturen prüfte. Sie könne sich aber schon vorstellen, dass es ein herrliches Gefühl sein müsse, hoch in den Wolken über das Land zu schweben. "Ich weiß nicht, ob ich mich trauen würde, gab sie zu und machte ihrem älteren Bruder Platz, der das ganze eher pragmatisch betrachtete. Wenn jemand Flugzeugpilot werden wolle, könne man gut mit Segelfliegen anfangen, sagte er zu seinem Vater: "Ich überlege es mir". "Tatsächlich haben bei uns schon etliche Flugzeugführer ihre Karriere gestartet", verriet Josef Pichler aus Oberschweinbach. Der 63-jährige Vorsitzende der Fliegergemeinschaft mit 25 aktiven Piloten und 20 passiven Mitgliedern ist schon seit 1969 beim Verein und hat das Segelfliegen von der Pike auf gelernt.

Wie seine Kollegen wurde er mit Fragen zu technischen Daten von Segelflugzeugen mit und ohne Motor, zur Thermik, zur Steuerung, zum Flugverhalten und auch zu Unfallgefahren überhäuft. Wie bei vielem Im Leben, bringe die Erfahrung die Sicherheit, beruhigte daraufhin Pichler. Man müsse keine Angst haben, denn die Schulung, die man an einem Alter von 14 Jahren beginnen könne, sei so ausgerichtet, dass jeder Pilot nach Abschluss der Prüfung alleine fliegen könne. In den beiden Werkshallen, in den früher eine Druckerei arbeitete und die sich die Sportflieger selbst ausgebaut und mit Maschinen ausgestattet haben, wurde mit einem Film geworben, in dem Piloten ihre Fluggeräte über herrliche Landschaften, über Berge und Täler steuerten. Auf Informationstafeln wurde erklärt, wie Segelflugzuge durch aufsteigende Luft am Himmel gehalten werden, was in der Ausbildung zum Piloten verlangt wird und wie ein einfaches Segelflugzeug eben aufgebaut ist.

Ein Oldtimer, ein "Grunau-Baby" aus den 1940er Jahren, lag in Einzelteile zerlegt auf dem Boden. "Es wird von uns restauriert, so dass es wieder flugtauglich ist", erklärte Pichler den Besuchern. Diese Aufgabe sei relativ neu im Verein und solle dazu beitragen, neue Mitglieder zu gewinnen. Da die Vorstandschaft darauf aufmerksam gemacht worden sei, dass die Flugsportgruppe mit ihrer relativ geringen Mitgliederzahl vergleichsweise sehr große Räumlichkeiten beanspruche, die der Stadt gehören, habe man nun die schon seit längerem schlummernde Idee, alte Flugzeuge wieder flugtauglich zu machen, nun in die Tat umgesetzt, verriet Vereinsvorsitzender Pichler.