262 junge Menschen sind im Landkreis Fürstenfeldbruck mit einer Handwerksausbildung in das Anfang September beginnende Lehrjahr gestartet. Im Vorjahr waren von der Handwerkskammer 295 und damit etwas mehr neue Ausbildungsverträge registriert worden.

Die begehrtesten Handwerksberufe sind im Landkreis Fürstenfeldbruck dieses Jahr bislang Kraftfahrzeugmechatroniker, Elektronikerin sowie Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. „Wir freuen uns, dass sich wieder viele junge Leute für eine Ausbildung entschieden haben, die krisenfest und kreativ, anspruchsvoll und abwechslungsreich ist“, so Kreishandwerksmeisterin Bettina Zellhuber. Der Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern, Franz Xaver Peteranderl, pflichtet ihr bei: „Mit 130 Berufen bieten wir für jedes Talent die passende Ausbildung.“

Ebenfalls zum 1. September starteten im Landkreis weitere 358 Jugendliche ihre Ausbildung in Industrie, Handel und Dienstleitung – ein Plus von etwa sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr. Darüber freut sich Sandra Pabst, Vize-Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Fürstenfeldbruck. Die Wirtschaft fordere aber eine bessere berufliche Orientierung mit mehr Praxis- und Realitätsbezug sowie Engagement. „Hier sind Schulen, Eltern und auch die Jugendlichen selbst gefragt“, sagt Pabst. Insgesamt bilden im Landkreis aktuell 285 IHK-zugehörige Betriebe aus. Sie stehen für rund 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse in der dualen Berufsausbildung.
Ausbildungsbetriebe mahnen mehr Engagement an und sehen Schulen, Eltern und Jugendliche in der Pflicht
Jeder zweite Ausbildungsbetrieb gibt in einer IHK-Umfrage an, dass Ausbildungsplätze unbesetzt geblieben sind. Der überwiegende Grund dafür ist, dass die Betriebe keine geeigneten oder gar keine Bewerbungen bekommen haben. Fehlende Voraussetzungen bei den Bewerbern beklagen 86 Prozent der Betriebe: Deutliche Defizite sehen sie vor allem bei Soft Skills wie Belastbarkeit, Disziplin, Leistungsbereitschaft und Engagement. Einen überwiegend guten Eindruck vermitteln hingegen die Englischkenntnisse, Teamfähigkeit sowie IT- und Medienkompetenz der Bewerber.

Im Landkreis liegt bei den jungen Männern der Beruf Fachinformatiker auf dem ersten Platz. Bei den jungen Frauen liegt der Beruf der Kauffrau für Büromanagement an der Spitze. Die Gesamt-Top-Fünf der IHK-Ausbildungsberufe lauten: Fachinformatiker, Verkäufer, Einzelhandelskaufleute, Bankkaufleute und Kaufleute für Büromanagement. Es gibt mehr als 200 verschiedene IHK-Berufe, in denen Jugendliche eine Ausbildung absolvieren können.
Jugendliche, die noch auf der Suche sind, haben weiter gute Chancen, einen Ausbildungsplatz zu finden: Ende August waren noch 261 Lehrstellen im Landkreis unbesetzt. Diesem Angebot stehen 231 unversorgte Ausbildungsbewerber gegenüber. Die Angaben der Arbeitsagentur beziehen sich auf alle Ausbildungsbereiche, zu denen neben den IHK-Sparten Industrie, Handel und Dienstleistungen auch das Handwerk, die freien Berufe und der öffentliche Dienst gehören.

