Fürstenfeldbruck:Bürger können Ideen für die Fliegerhorst-Zukunft einbringen

Lesezeit: 2 min

Fürstenfeldbruck: Großes Gelände, große Chance: In vier Jahren wird die Bundeswehr den Standort Fliegerhorst Fürstenfeldbruck verlassen. Insgesamt 250 Hektar stehen dann zur Neugestaltung zur Verfügung, der Großteil auf Brucker Flur.

Großes Gelände, große Chance: In vier Jahren wird die Bundeswehr den Standort Fliegerhorst Fürstenfeldbruck verlassen. Insgesamt 250 Hektar stehen dann zur Neugestaltung zur Verfügung, der Großteil auf Brucker Flur.

(Foto: Leonhard Simon/Archiv)

Fürstenfeldbruck will Wettbewerbsverfahren für Überplanung des 200 Hektar großen Areals. Auch die Nachbarkommunen können Anregungen für angrenzende Flächen abgeben.

Von Ariane Lindenbach, Fürstenfeldbruck

Wie soll das Gelände des ehemaligen Fliegerhorsts nach Abzug des Militärs gestaltet werden? Die Frage wird nun schon seit mehreren Jahren diskutiert von den Anrainergemeinden, allen voran Maisach und Fürstenfeldbruck. Aus Emmering und Olching hört man seltener davon. In Fürstenfeldbruck sollen bei der wichtigen Entscheidung - es geht allein auf dem Gebiet der Kreisstadt um eine 200 Hektar große Fläche - auch die Bürger mitreden, weshalb die Stadt am Freitagabend und Samstagnachmittag zu einem Dialog ins Veranstaltungsforum Fürstenfeld eingeladen hat. Die Ergebnisse dieser und weiterer Veranstaltungen sollen in ein zweistufiges Wettbewerbsverfahren einfließen, bei dem am Ende eine Jury einen Siegerentwurf aus den Vorschlägen der Architekten und Städteplaner auswählt.

Trotz der durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine veränderten Situation hat sich laut Nadja Krippgans-Noisser, die im Brucker Rathaus den sogenannten Konversionsprozess leitet, an dem Abzugstermin des Militärs nichts geändert. Nach wie vor will die Bundeswehr Ende 2026 von dem Areal 250 Hektar großen Gelände abziehen. Dann wären es genau 90 Jahre militärisch genutzt wurde.

Die Konversionsmanagerin hebt beim Pressegespräch in der Tenne zum Auftakt der Bürgerbeteiligung die "besondere Situation" hervor. Die Fläche sei wohl für die meisten Landkreiseinwohner eine Art Blackbox, da sie sie überhaupt nicht kennen. Allerdings gebe es auch einen nicht unerheblichen Teil der Bevölkerung, der dort gearbeitet hat und mit dem Gelände vertraut sei. Wie Oberbürgermeister Erich Raff macht Krippgans-Noisser deutlich, dass der Fliegerhorst sowie das Militär die Stadt Fürstenfeldbruck und den Landkreis mitgeprägt haben. Nun sollen die Fürstenfeldbrucker auch bei der Neugestaltung mitwirken können.

Fürstenfeldbruck: Informationen über die Geschichte, Infrastruktur, denkmalgeschützte Gebäude und vieles mehr rund um "Fursty" haben die Besucher in der Tenne bekommen. Und überall gab es die Möglichkeit, seine Ideen, Anregungen und Wünsche einzubringen.

Informationen über die Geschichte, Infrastruktur, denkmalgeschützte Gebäude und vieles mehr rund um "Fursty" haben die Besucher in der Tenne bekommen. Und überall gab es die Möglichkeit, seine Ideen, Anregungen und Wünsche einzubringen.

(Foto: Leonhard Simon)

"Die Bürgerbeteiligung ist ein ganz wichtiger Baustein", unterstreicht Raff. Und seine Mitarbeiterin ergänzt, dass man mit dem Planungsprozess "noch ganz am Anfang" stehe und die Stadt diesen gemeinsam mit den Bürgern gehen wolle. Wie sie weiter erläutert, sind auch die Nachbarkommunen eingebunden: Sie sind eingeladen, ihre Ideen einzubringen für die direkt an die 200 Hektar, die auf Brucker Flur liegen, angrenzenden Flächen. Da Fürstenfeldbruck eine Mischnutzung aus Wohnen und Arbeiten realisieren möchte und Emmering an ein Gewerbegebiet denkt, wäre es beispielsweise sinnvoll, gemeinsame Verkehrswege zu nutzen und die Wohnbebauung nicht direkt neben das Gewerbegebiet zu planen.

So könnten, erläutert Josef Mittertrainer, Fachmann von einem externen Planungsbüro für das Wettbewerbsverfahren, Synergieeffekte genutzt und Fehlplanungen vermieden werden. Er skizziert den aufwändigen und etwas langwierigen Prozess, an dessen Anfang ein europaweites Ausschreibungsverfahren mit etwa 20 Bewerbern stehen wird. Die Ausschreibung, so hofft man, könnte um die Jahreswende erfolgen - mit den Anregungen aus der Bürgerschaft sowie den beteiligten Nachbarkommunen. Eine Jury wählt davon eine Handvoll der vielversprechendsten Entwürfe aus, bevor es erneut eine Beteiligung der Öffentlichkeit gibt. Auf deren Grundlage werden die Entwürfe schließlich ausgearbeitet und ein Sieger von den Preisrichtern bestimmt.

Der Info-Markt in der Tenne, der am Freitagabend nicht gerade unter einem Besucheransturm zusammenbrach - mutmaßlich wollten viele noch den spätsommerlichen Abend draußen genießen - ist nur eine von mehreren Möglichkeiten, um sich zu informieren sowie Ideen und Anregungen einzubringen. Online sind die Informationen unter www.brucker-stadtgespräch.de zu finden. Außerdem informiert die Stadt an Infoständen über die Konversion und das Wettbewerbserfahren, jeweils an einem Samstag: am 15. Oktober, im City Point von 13 bis 16 Uhr sowie im Center Buchenau am 22. Oktober, von 16 bis 18 Uhr. Für junge Leute organisiert die Stadt im Alten Schlachthof eine Veranstaltung am Mittwoch, 26. Oktober, von 18 bis 20.30 Uhr. Und es gibt zwei weitgehend ausgebuchte Fahrradtouren um das Gelände.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema