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Fürstenfeldbruck:Fitnessstudio und Bürgerstiftung arbeiten zusammen

Elisabeth Weller (links) und Dorothee von Bary (rechts) von der Bürgerstiftung und Ramona Schmette von Hardy's präsentieren die Stecke.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Die soziale Einrichtung und das Hardy's haben bisher jeweils einen eigenen Stadtlauf veranstaltet. Nun planen sie eine gemeinsame Großveranstaltung

Von Ariane Lindenbach, Fürstenfeldbruck

In der Kreisstadt wird es künftig eine große Laufveranstaltung für alle vom Inklusionssportler bis zum Halbmarathonläufer geben - an Stelle der bisherigen zwei kleinen. Denn die Bürgerstiftung und die Hardy's Freizeit Sport und Event GmbH machen aus ihren Läufe im Juli und September ein Event. Davon erhofft man sich Synergien, etwa beim Organisationsaufwand und der Teilnehmerzahl. "Wir finden, das ist eine Win-Win-Situation für alle", unterstreicht Katrin Rizzi. Wie die Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit bei der Bürgerstiftung erläutert, müssen ihre Ehrenamtlichen nicht mehr den mühsamen Organisationsaufwand leisten, das Hardy's kann mit einer sozialen Komponente werben. Und für die Teilnehmenden bedeutet der Zusammenschluss ein deutlich größeres Rahmenprogramm.

In den letzten Jahren gab es in der Kreisstadt zwei Laufveranstaltungen. 2014 hat die Bürgerstiftung ihren Benefizlauf gestartet. Er war die Nachfolgeveranstaltung des Benefiz-Golfturniers, die Intention beider Events seitens der Stiftung: Spenden generieren. Denn wie die Vorstandsvorsitzende Dorothee von Bary unterstreicht, "sind wir eine Stiftung". Gerade in Zeiten von Niedrigzinsen gelte das noch mehr. Insofern war die Entwicklung von der Golf- zur Laufveranstaltung zielführend, da bei Letzterer deutlich mehr Teilnehmer mitmachten, entsprechend höher war das Spendenaufkommen. Laut Bürgerstiftung kamen bei dem Benefiz-Lauf im Rothschwaiger Forst, an dem auch Walker und Menschen mit Handicap teilnehmen können, in den letzten Jahren im Schnitt etwa 11 000 Euro Reinerlös pro Event zusammen. Und: Die Veranstaltung war nicht auf Leistung aus, es gab beispielsweise keine Zeitmessung, die Startgebühren waren eine freiwillige Spende.

Ein Jahr später, 2015, startete dann auch Hardy's seinerseits eine Laufveranstaltung: Mit Zeitmessung, fester Startgebühr und der Möglichkeit zum Halbmarathon ist sie sportlicher ausgerichtet. Und statt durch den Forst am Rand von Fürstenfeldbruck führt die Route die etwa 500 Läufer mitten durch die Stadt. Das lockt Zuschauer, die die Teilnehmenden anfeuern können. Start und Ziel ist mitten im Zentrum: am Viehmarktplatz, wo auch die erste der zwei Hardy's-Filialen in Bruck ist. "Es ist ein großes Rahmenprogramm", erläutert Ramona Schmette von Hardy's. "Tanzeinlagen, Cheerleading", es gibt Angebote für Kinder und die ganze Familie.

Mit der Zusammenführung wolle man nun das Beste aus beiden Veranstaltungen vereinen, sagt die für Öffentlichkeitsarbeit zuständige Schmette. Es soll ein professioneller Lauf mit einem umfassenden bunten Rahmenprogramm für die ganze Familie werden. Der GmbH gehe es tatsächlich in erster Linie um den sozialen Charakter und um ein Benefit für die insgesamt 10 000 Mitglieder in den fünf Fitnessstudios zwischen Greifenberg, Landsberg und Fürstenfeldbruck. "Wir wollen einfach für die Mitglieder ein schönes Umfeld bieten", erklärt Schmette.

Wie Rizzi berichtet, kam die Anfrage von Hardy's wegen einer Kooperation im Herbst "wie gerufen". Der Organisationsaufwand für den Benefizlauf mit höchstens 300 Teilnehmenden wurde für die Ehrenamtlichen der Bürgerstiftung allmählich zu viel. Elisabeth Weller, Vorstandsmitglied und bis dato hauptverantwortliche Organisatorin des Laufs, hatte soeben angekündigt, bei der Organisation kürzer treten zu wollen. Der Lauf hatte sie und etwa 30 weitere Ehrenamtliche von Freitag bis Montag beschäftigt, Aktionen im Vorfeld wie Plakate hängen kamen noch hinzu.

Ganz anders sieht das bei den Profis von Hardy's aus, die freilich mit ganz anderem Equipment, beispielsweise Pkw-Anhängern und jungen, gut trainierten Mitarbeitern, daherkommen. "Wir machen das alles an einem Tag. Wir fangen morgens an", schildert Schmette, "und um 17 Uhr schaut es aus als wäre nie etwas gewesen." Es mag auch der längeren Erfahrung geschuldet sein, dass Auf- und Abbau von Start und Ziel, einer Bühne, Verpflegungsstationen, das Sperren der Strecke und was es sonst noch alles zu tun gibt beim Hardy's-Team zügiger über die Bühne geht. Denn in Landsberg findet "Hardy's Stadtlauf" in diesem Jahr zum 15. Mal statt. Dort ist übrigens der Partner für die soziale Komponente, die in Fürstenfeldbruck noch fehlte, die Kinderkrebsforschung.

In Fürstenfeldbruck soll das Event künftig "Hardy's Benefiz-Stadtlauf Fürstenfeldbruck zugunsten der Bürgerstiftung" heißen. Die Veranstalter hoffen auf mehr Teilnehmer. 700 hält Schmette für eine realistische Größenordnung. Künftig soll der Lauf immer am ersten Juli-Sonntag stattfinden. Damit die Bürgerstiftung weiterhin genug Einnahmen über die Veranstaltung bekommt, erhält sie knapp die Hälfte des Startgelds (19 Euro für Erwachsene, zehn für Jugendliche) 40 Prozent von den Großsponsoren sowie die Erlöse aus den Verpflegungsstationen; die betreibt die Stiftung weiterhin mit ihren Ehrenamtlichen. Für Hardy's ist das Ganze finanziell betrachtet laut Schmette "ein Nullsummenspiel", wie in Landsberg gehe es in erster Linie um Mitgliederbindung.

© SZ vom 31.01.2020

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