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Aktionstag:Feuerwehr wirbt für sich

Feuerwehr-Tag

Am Haken: Mithilfe eines Autos demonstriert die Feuerwehr die Schäden eines Unfalls mit Tempo 30.

(Foto: Reger)

Knapp 1500 Besucher kommen zum Aktionstag in Fürstenfeldbruck

Darauf hatte sich der vierjährige Maximilian den ganzen Samstagmorgen gefreut. Einmal auf dem Aktionstag der Feuerwehr mit dem Feuerwehrauto mitfahren. "Das ist das absolute Highlight für den Kleinen", bestätigte seine Mutter Sabine Ratberger. Der Vierjährige habe trotz Regen und Kälte in aller Frühe seinen Helm aufgezogen und sei losmarschiert. Neben einer Fahrt in einem Einsatzwagen wurden den ganzen Tag über noch zahlreiche andere Aktionen für die knapp 1500 Besucher angeboten. Das Highlight war ein nachgestellter Verkehrsunfall. Mit einem Kran wurde ein Kleinwagen, inklusive Dummie auf dem Fahrersitz, in der Senkrechten fünf Meter nach oben gezogen. Durch die Höhe wurde beim Herabfallen eine Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometern erreicht. Auf dem Boden legten Helfer Spanplatten aus, die die Aufprallfläche markierten. Das Publikum versammelte sich gespannt um die Absperrung. Dann gab der Kranfahrer das Kommando frei. Mit einem dumpfen Aufprall landete das Auto auf vier Rädern.

Im Bestfall würden sieben bis zehn Feuerwehrleute ausrücken, um das Unfallopfer aus dem stark beschädigten Auto zu bergen. Doch bei dem Probeeinsatz kam nur einer, denn es fehlt an Nachwuchs. Deswegen holte sich der einsame Feuerwehrmann noch ein paar freiwillige Zuschauer dazu. "Jeder kann helfen", erklärte der Brucker Stadtbrandinspektor Michael Ott die Idee dahinter. Mit versammelter Mannschaft ging es an die Rettung. Zunächst wurde die Fahrertür mit einem Rettungsspreizer geöffnet, um an die verunglückte Person heran zu kommen. Der Kontakt zu dem Opfer sei wichtig, hieß es, denn Lärm und Bewegungen bei einer Bergung bedeuteten Stress für den Verletzten.

"Eine Rettung darf nicht länger als zwanzig bis dreißig Minuten dauern", sagte Thomas Zapf, der zur Führungstruppe gehört. Schon mit 14 Jahren beschloss er, zusammen mit Freunden zur Feuerwehr zu gehen. Beim Aktionstag war er bei einem zertrümmerten Auto anzutreffen, das im Vorhof stand. Daran erklärte er, welche Geräte bei einer Bergung einzusetzen sind. Denn wer Feuerwehrmann werden will, sollte auch über die Materialbeschaffenheit der unterschiedlichen Modelle Bescheid wissen. "Heutzutage kommt es viel seltener vor, dass wir eine Person aus einem Auto fräsen müssen, deswegen fehlt die Einsatzpraxis und somit das Wissen besonders bei der jungen Feuerwehr", sagte Zapf.

Freiwillige Helfer wie ihn zu finden, das war der Sinn einer Kampagne der Brucker Feuerwehr. "Wenn Du nicht hilfst, haben alle ein Problem." So lautete der Slogan, mit dem die Feuerwehr die Nachwuchssuche deutlich machen wollte. Andreas Lohde, CSU-Stadtrat und Feuerwehrreferent, sagte, als Feuerwehrmann sei er stolz, dass die Wehr diese Kampagne selbst entworfen habe. Ganz ohne Werbeagentur. Der Stadt dankte er für die finanzielle Unterstützung. Die ganz Kleinen musste an diesem Tag wohl niemand vom Engagement für die Feuerwehr überzeugen. Als der vierjährige Maximilian von seiner Rundfahrt zurückkam, strahlte er über beide Ohren. "Das war toll", fand er. Für ihn steht fest, er möchte unbedingt mal Feuerwehrmann werden.