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Fürstenfeldbruck:Fabelhafte Fabelwesen

Am Wochenende versammeln sich bei der Animuc in Fürstenfeld wieder Tausende Fans der japanischen Popkultur

Japanische Dämonen, Götter und Fantasiegestalten, mittelalterliche Krieger, Fabelwesen mit Hörnern auf dem Kopf und Flügeln auf dem Rücken - zur Animuc wimmelt es im Veranstaltungsforum Fürstenfeldbruck, dem ehemaligen Klostergelände, von Figuren, die die Mönche vergangener Tage vermutlich als blasphemisch bezeichnet hätten. Seit 2008 findet die Convention für Animes und Mangas (japanische Zeichentrickfilme und Comics), jedes Jahr im Veranstaltungsforum statt. Auch an diesem Wochenende ist es wieder so weit: Freitag, Samstag und Sonntag kommen die Fans der Szene zusammen, tauschen sich aus, besuchen Veranstaltungen und nehmen an Wettbewerben teil.

Animuc

An den original- und detailgetreuen Kostümen arbeiten die Besucher oft mehrere Monate.

(Foto: Günther Reger)

Unter anderem findet der Vorentscheid des "Clara Cow's Cosplay Cup" statt, ein internationaler Wettbewerb, bei dem Teilnehmer sich wie ihre Lieblingsfiguren kleiden. Dabei sind nicht nur die Kostüme, sondern auch der Auftritt der Teilnehmer entscheidend. Dazu reisen verschiedene Ehrengäste aus aller Welt an, darunter "v-0-3", eine Zeichnerin aus Polen, die in einem Workshop die Grundlagen des Manga-Storytelling vermittelt. Auch mit etablierten Comicschaffern können Fans sich unterhalten: Mit Fidel de Tovar und Dani Bermúdez kommen ein erfahrener Autor und Zeichner der Szene, die zur Animuc ihren Comic "Arashiyma" zum ersten Mal in Deutschland zeigen. Auch eine Tradition wird dieses Jahr fortgeführt: Der Cosplay-Ball am Freitagabend, in diesem Jahr unter dem Motto "Piraten".

Animuc

Auf der Animuc sind sie alle zu finden: Figuren ausFilmen, Comics und Computerspielen.

(Foto: Günther Reger)

Die Animuc ist aber nicht nur ein Highlight für die Fans der Comicszene, die aus ganz Deutschland und sogar aus Asien anreisen, sondern auch für die Einheimischen, weiß Norbert Leinweber, Leiter des Veranstaltungsforums. "Die Brucker haben da immer sehr viel Spaß. Ich weiß sogar von einigen Stadträten, dass sie kommen, um das Treiben zu beobachten." Das Besondere bei der Animuc: Viele der Besucher verkleiden sich als ihre persönlichen Helden, mit teils sehr aufwendigen Kostümen. Leinweber erinnert sich noch besonders gut an einen Lehrer, der meterlange elektrische Flügel trug, die er nach belieben aufrichten konnte. Auch Leinweber genießt es, über das Anwesen zu laufen. Bisher war das auch ohne Probleme möglich, das Gelände war offen, lediglich die Teilnahme an Workshops und Veranstaltungen war kostenpflichtig. Das könnte sich aber in Zukunft ändern: Die Veranstalterüberlegen, auch für den Zutritt zum Gelände Eintritt zu verlangen, berichtet Leinweber. "Es wurde zumindest diskutiert." Leinweber, möchte das, auch mit Blick auf die Beliebtheit bei den Bruckern, nach Möglichkeit verhindern. "Mein Bestreben ist es, das Gelände maximal Offen zu halten."

Animuc

Freitag, Samstag und Sonntag kommen die Fans der Szene zusammen.

(Foto: Günther Reger)

In diesem Jahr ist die Animuc noch frei zugänglich. Besonders beliebt ist dabei der Kartoffelkeller, als Motiv für Fotos: "Das ist eine Art Ruine, die hat etwas mittelalterliches, Düsteres", so Leinweber. Auch die barocke Kirchenfassade ist eine gern genutzte Kulisse. Nur die Kirche selbst ist tabu: "Das ist die Cosplayerregel: Die Kirche wird nicht mit einbezogen", so Leinweber. Daran haben sich alle immer gehalten.

Insgesamt verlaufen die Animucs immer ohne Probleme: Für Waffenattrappen gibt es einen eigenen Check, nicht zulässige Repliken werden für die Dauer des Aufenthalts in einer Art eigener Garderobe untergebracht. Um das Betreten Unbefugter zu bestimmten Räumen zu verhindern, haben sich die Veranstalter etwas besonderes ausgedacht: Statt einfachen Schildern bringen sie an den Türen Blinklichter an, Attrappen für Warnanlagen. "Wenn es sich um Notausgänge handelt, können wir manche Zugänge nicht absperren", erklärt Leinweber. "Das ist aber eine kreative Lösung, die funktioniert."

Insgesamt imponieren ihm der Einfallsreichtum und die Professionalität der Veranstalter. Wenn es nach Leinweber geht, kann die Animuc noch lange stattfinden: "Es gehört zu den festen Highlights des Jahres." Das Besondere: Im Gegensatz zu anderen Kulturveranstaltungen geht es nicht um Perfektion. "Wichtiger sind die Originalität und dass man sich etwas traut."

Die Animuc findet von Freitag, 26. April, bis Sonntag, 28. April von 14 Uhr bis 23 Uhr, zehn bis 23 Uhr und zehn bis 18 Uhr auf dem Veranstaltungsforum Fürstenfeld, Fürstenfeld 12, statt.