Das Erholungsgebiet Pucher Meer könnte nicht nur um einen zweiten Baggersee erweitert werden, sondern böte durch die Einbeziehung weiterer Flächen Platz für den Bau des neuen Hallenbads und den seit Jahrzehnten immer wieder verschobenen Bau einer Eislaufhalle.
Diese Vision hat Martin Urban, Oberbürgermeisterkandidat der Fürstenfeldbrucker CSU, am Samstag nach einer kurzen Ortsbesichtigung im Restaurant Beachgarten erläutert. Neben Mitgliedern der Christsozialen beteiligten sich auch Politiker der Brucker Bürgervereinigung sowie Vertreter des Eissports an der anschließenden Diskussion. Im Blickpunkt stand dabei das in Fürstenfeldbruck ansässige Unternehmen Kiesgruben-Rekultivierung Oberbayern (KRO), das durch Thomas Vilgertshofer vertreten war.
Das Unternehmen wäre bereit, erforderliche Flächen am östlichen Ufer des Pucher Meers, die aktuell noch für den Kiesabbau benutzt werden, an die Stadt zu veräußern – sofern diese im Gegenzug ein anderes Projekt in der südlich gelegenen „Stockinger-Kiesgrube“ unbefristet genehmigt: Der Stadtrat hatte den dortigen Bau einer Bodenwaschanlage nebst weiterer Gebäude vor gut einem Monat mehrheitlich abgelehnt und auf die Pflicht einer umfassenden Renaturierung und Wiederaufforstung am Rande des Erholungsgebiets Rothschwaiger Forst gepocht.
KRO wiederum lehnte die angebotene Befristung einer Betriebsgenehmigung auf 40 Jahre ab. Das Unternehmen hat die beiden Projekte zu einem Verhandlungspaket geschnürt: dauerhafte Bodenwaschanlage nebst weiterer Einrichtungen hier und mögliche Erweiterung des Pucher Meers sowie Standort für Hallenbad und Eishalle dort. KRO hofft, die Politik trotz des ablehnenden Stadtratsbeschlusses doch noch umstimmen zu können.

Der Neubau des maroden Hallenbads und der Neubau einer Eishalle als Ersatz oder Ergänzung des offenen Eisstadions an anderer Stelle hätten einige unbestrittene Vorteile: Im Gegensatz zu einem Abriss und Neubau an gleicher Stelle stünden die vorhandenen Einrichtungen für die Bauzeit von drei bis vier Jahren weiter zur Verfügung. „Der Verein würde zugrunde gehen, wenn wir vier Jahre keine Sportstätte hätten“, sagte denn auch ein Mitglied des Eislaufvereins (EVF). Zudem ließe sich mit dem Verkaufserlös des für den Wohnungsbau großteils wohl geeigneten Grundstücks an der innenstadtnahen Lände ein beachtlicher Teil der Millionenkosten finanzieren.
Vertreter des EVF wie auch Martin Urban sprachen sich grundsätzlich dafür aus, statt unerschwingliche „Tempel“ zu planen, lieber kostengünstige Systembauvarianten zu realisieren. Das gelte wohl auch für andere Standorte. Denn beim Pucher Meer ist die Stadt nicht nur auf die Kooperationsbereitschaft eines Privatunternehmens angewiesen. Es gibt eine weitere Hürde: Bei dem Gelände handelt es sich um Außenbereich, der nicht so einfach bebaut werden kann.

