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Fürstenfeldbruck:Ein Platz für Kurzurlauber

Auf dem Brucker Stellplatz für Wohnmobile gibt es Strom- und Wasseranschluss sowie eine Entsorgungsstation für Chemie-Klos und Mülleimer.

(Foto: Stadt Fürstenfeldbruck)

Fahrer von Wohnmobilen finden in der Kreisstadt Parkgelegenheiten nahe der Amperoase

Die Kreisstadt zeigt sich von ihrer gastfreundlichen Seite: Nahe dem Hallen- und Freibad Amperoase wurden nun im Beisein von Oberbürgermeister Klaus Pleil (BBV) und den beiden Initiatoren des Projekts, Markus Droth (CSU) und Gabriele Fröhlich (SPD), zehn Stellplätze für Wohnmobile eingeweiht. An der Klosterstraße, vor der Heubrücke, sind Flächen ausgewiesen und Ver- sowie Entsorgungsmöglichkeiten geschaffen worden. Die Stadt will damit attraktiver für Kurzurlauber, aber auch Durchreisende werden und hofft, dass diese die Angebote der nahen Einrichtungen nutzen, wie Kletterinsel, Minigolfanlage und Pavillon Beach. Zu Fuß schnell erreichbar sind auch das Klosterareal und die Innenstadt mit ihren Einkaufsmöglichkeiten. Anschluss besteht zudem ans Rad-, Wasser-und Wanderwegenetz.

Bei der Anlage und Ausstattung des Wohnmobilstellplatzes, dessen Kosten auf etwa 15 000 Euro veranschlagt werden, hat sich die Stadt an Vorgaben des Deutschen Tourismusverbandes und des ADAC für Wohnmobilstellplätze in Deutschland orientiert. Entsprechend zufrieden zeigte sich ADAC-Vertreter Thomas Biersack. Die zehn Brucker Stellplätze sind bereits im offiziellen Wohnmobilführer des Automobilclubs aufgeführt. Im Münchner Umland gibt es mit Ausnahme des "Vorzeige-Stellplatzes" bei der Therme Erding und zwei weiteren Plätzen in Taufkirchen und Sulzemoos ausschließlich von Kommunen betriebene Wohnmobilstellplätze ohne Ver- und Entsorgungseinrichtungen.

Der ganzjährig geöffnete Stellplatz hingegen ist sehr gut ausgestattet. So gibt es Strom- und Wasseranschluss, Entsorgungsstation für Chemie-Klos und Mülleimer. Übergangsweise ist ein Dixie-Klo aufgestellt. Langfristig soll es durch eine feste Anlage ersetzt werden. Eine Infotafel mit Stadtplan wurde aufgestellt. Camper können rund um die Uhr an- oder abfahren und sollen auf freiwilliger Basis einen Obulus von fünf Euro pro Tag entrichten. Die Stadt setzt auf "Ehrlichkeit und Fairness". Für die Wasserentnahme werden zusätzlich pro zehn Liter 50 Cent berechnet, für den Stromanschluss zwei Euro pro Tag (mit Heizung fünf Euro), für die Abwasserentsorgung zwei Euro. Auf wartungsanfällige Kassiersysteme wurde verzichtet, stattdessen gibt es Low Tech in Form einer "fairen Dose" für den Geldeinwurf.

"Ehrlich campt am schönsten", steht auf einer der Säulen, die die Zufahrt markieren. Der Appell ist die erste offizielle "Amtshandlung" von Wiggerl, dem neuen Maskottchen der Kreisstadt Fürstenfeldbruck, der auf den Säulen abgebildet ist und die Gäste mit einem Blumenstrauß in der Hand willkommen heißt: "Schee, dass do seits". Damit sich die Gäste auch wirklich rundherum wohlfühlen, soll nun noch eine Duschmöglichkeit sichergestellt werden. Zurzeit wird in Gesprächen mit den Stadtwerken geklärt, ob Duschmünzen für die auf der anderen Seite liegende Amperoase an die Wohnmobilisten ausgegeben werden.