Süddeutsche Zeitung

Fürstenfeldbruck:Ein Meilenstein für den Bauhof

Stadträte ebnen den Weg für die Verlegung der städtischen Einrichtung auf ein Grundstück neben der Feuerwehr. Der Umzug ist Voraussetzung für die umfassende Neubebauung der Lände im Brucker Zentrum

Von Stefan Salger, Fürstenfeldbruck

Nun folgen den ersten Überlegungen von vor 20 Jahren, dem Grundsatzbeschluss von 2015 und den schier endlosen Willensbekundungen auch Taten: Der Bauausschuss hat am Dienstag einstimmig den Weg geebnet für die Verlegung des städtischen Bauhofs von der Lände auf eine Fläche neben dem Feuerwehrhaus an der Landsberger Straße. Letztlich entscheiden wird am Dienstag der Stadtrat.

Weil das Projekt auf einen hohen Millionenbetrag veranschlagt wird, steht zwar noch nicht fest, wann sich die Kreisstadt das leisten kann - aus rein planerischer Sicht aber wäre eine Fertigstellung in etwa drei Jahren möglich. Die Stadträte wollen möglichst wenig Zeit verlieren, denn der Neubau ist Voraussetzung für die umfassende Vermarktung sowie Neugestaltung des ehemalige Stadtwerkeareals nebst Aumühle und Lände, die als "Filetgrundstücke" in bester Lage gelten und auf die bereits Wohnbaugenossenschaften und Startup-Unternehmen ein Auge geworfen haben. Der Verkaufserlös soll zur Finanzierung des Neubaus an der Landsberger Straße beitragen. Die maroden Altbauten und Hallen werden abgerissen. Im Sommer wurde der Entwurf der Architekturbüros Jott und Stern zum Sieger gekürt. Seither gibt es ein bereits recht konkretes Konzept für die Neubebauung der Lände, die das Gelände von Bauhof und Stadtgärtnerei einschließt. Nun also soll für das Gelände zwischen Waldfriedhof und Feuerwehr ein Bebauungsplanverfahren angestoßen und der Flächennutzungsplan für den insgesamt gut drei Hektar großen Umgriff angepasst werden. Das Grundstück soll über die Landsberger Straße erschlossen werden. Die Gärtnerei, die noch im Weg ist, wird einen Teil ihrer Betriebsfläche abtreten und an andere Stelle einen Ausgleich bekommen. Ein vorhandener, nördlich verlaufender Weg soll ebenso erhalten werden wie möglichst große Teile des Baumbestands. Das Grundstück war viele Jahre als Reservefläche für die Friedhofserweiterung freigehalten worden, wird dafür aber mittlerweile nicht mehr benötigt. Mittlerweile wieder verworfen wurden Pläne, die auch einen Umzug des Roten Kreuzes von der Dachauer an die Landsberger Straße vorsahen. Das BRK hat eine Alternative an der Kurt-Schumacher-Straße gefunden.

Thomas Brückner (Grüne) erinnerte daran, dass sich die Stadt für eigene Flächen zu weitgehendem Baumschutz verpflichtet hat. Dass die auf dem Gelände geplanten Mitarbeiterwohnungen mit Blick auf die relativ nahe Bundesstraße 471 mit hoher Aufenthaltsqualität punkten können, bezweifelt Brückner. Andreas Lohde (CSU) verwies darauf, dass auch in dem der Bundesstraße zugewandten Teil des Feuerwehrhauses Wohnungen für Feuerwehrmitglieder eingerichtet wurden und ihm keine Klagen der Bewohner wegen des Verkehrslärms zu Ohren gekommen seien. Lohde betonte, der neue Bauhof, der gemeinsam mit der Stadtgärtnerei umziehen wird, sei gewiss "kein Sammelsurium von Negativeinrichtungen", sondern ein hoch qualifizierter Dienstleister - der nicht zuletzt beim Winterdienst Tag für Tag seine Einsatzbereitschaft unter Beweis stellt.

Zudem hofft der Feuerwehrreferent auf Synergien von Bauhof und Feuerwehrhaus. Denn einige Bauhofmitarbeiter sind auch Mitglied der Feuerwehr, und im Alarmierungsfall könnten die Ausrückzeiten deutlich sinken, wenn die Helfer gleich nebenan wohnen. Gemeinsam nutzen könnten Bauhof und Feuerwehr zudem die Tankstelle.

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SZ vom 22.01.2021
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