Krieg in der Ukraine:Hilfe ist unterwegs

Krieg in der Ukraine: Andreas Rothenberger macht nach der Ankunft im polnischen Lublin ein Selfie mit den Helfern aus Fürstenfeldbruck.

Andreas Rothenberger macht nach der Ankunft im polnischen Lublin ein Selfie mit den Helfern aus Fürstenfeldbruck.

(Foto: Andreas Rothenberger/Facebook)

Aus Fürstenfeldbruck und anderen Orten machen sich Konvois mit Hilfsgütern für die Ukraine Richtung Osten auf. Viele Menschen erklären sich bereit, Geflüchtete bei sich aufzunehmen.

Von Erich C. Setzwein, Fürstenfeldbruck

Die Hilfe für die Menschen in der Ukraine ist im Landkreis nun voll angelaufen. Nach ersten Transporten aus Fürstenfeldbruck und Sammelaktion in anderen Orten des Landkreises sind seit Montag auch in Eichenau vor allem medizinisches Material und Medikamente gesammelt oder aus den rasch zusammengekommenen 6000 Euro Spenden gekauft worden.

Konvoi nach Lublin

Nach dem ersten Hilfskonvoi des schnell gegründeten Netzwerks "Brucker helfen der Ukraine" hat sich am Montag bereits der zweite Konvoi ins polnische Lublin aufgemacht. Am Wochenende waren der Fürstenfeldbrucker Stadtrat und Gastronom Florian Weber und Florian Hickethier mit einer aus fünf Transportern bestehenden Hilfslieferung zum ersten Mal Richtung Polen gefahren. Hickethier blieb dort, um die weiteren Lieferungen zu koordinieren. Am Dienstag dann kam der Konvoi, unter anderem mit dem Fürstenfeldbrucker Stadtrat Andreas Rothenberger in Lublin an. Die Fahrten dauern jeweils 14 Stunden. In Polen warten die Fahrer der Transporter in die Ukraine schon auf das dringend benötigte medizinische Material und die weitere humanitäre Hilfe.

Hilfe für Wischgorod

Die Stadt Wischgorod nahe der ukrainischen Hauptstadt Kiew steht ebenso unter Beschuss wie andere Orte im Rayon Wischgorod, der dieselben Aufgaben wie ein Landkreis hat, aber viel größer ist. Eichenau hat sowohl mit der Kreisstadt als auch mit dem Rayon Wischgorod eine kommunale Partnerschaft und unterstützt ein Kinderhaus im Rayon. Eichenaus Bürgermeister Peter Münster (FDP) steht nicht nur in direktem Kontakt mit dem Bürgermeister von Wischgorod, Aleksej Momot, sondern auch mit dem Vizedirektor des Rayons Wischgorod. Der wiederum hat einen Verbindungsmann in Lviv im Westen der Ukraine hat, wohin in den vergangenen Tagen viele Wischgoroder geflohen sind. Dieser kümmere sich um die Annahme der Transporte aus der Partnergemeinde Eichenau und leitet sie weiter. Die Übergabe soll in einem Ort in Ostpolen geschehen, von dort aus sollen die Hilfsgüter dann direkt nach Wischgorod in die Stadt und den Landkreis gebracht werden. Zu den dringend benötigten Artikeln zählen Medikamente und Verbandsmaterial.

Nach einem Aufruf des Bürgermeisters am Wochenende sind inzwischen etwa 150 Betten angeboten worden. Allein in Eichenau könnten nun 100 Geflüchtete unterkommen. Sollten mehr Kleinkinder dabei seien, könnten bis zu 200 Betten angeboten werden, sagte Münster. Die Angebote kommen nicht nur aus Eichenau, die am weitesten entfernte Offerte kommt aus St. Ingbert im Saarland. Laut Peter Münster haben sich inzwischen zehn Geflüchtete aus Wischgorod bei der Gemeinde angemeldet. Er nehme an, dass es nur Frauen sein werden, sagte Münster. Wie viele Kinder kommen, wusste er noch nicht.

Olchings Solidarität mit Eichenaus Partnerstadt

Eichenaus Nachbarstadt Olching hat sich mit Wischgorod solidarisch erklärt und die Olchingerinnen und Olchinger aufgerufen, den Eichenauer Vereine Freundeskreis Partnerstadt Wischgorod zu unterstützen.

Fürstenfeldbruck und Germering haben die Bürgerinnen und Bürger ebenfalls zur Hilfe aufgerufen und gebeten, Unterkünfte für Geflüchtete zur Verfügung zustellen. Die Stadt Germering hat auf ihrer Homepage eine eigene Seite www.germering.de/ukrainehilfe eingerichtet, die nach Angaben des Oberbürgermeisterbüros laufend aktualisiert werden soll.

Krieg in der Ukraine: Auf dem Nöscherplatz in Olching treffen sich täglich Menschen zu einer Mahnwache, um der Opfer des Ukraine-Krieges zu gedenken.

Auf dem Nöscherplatz in Olching treffen sich täglich Menschen zu einer Mahnwache, um der Opfer des Ukraine-Krieges zu gedenken.

(Foto: Privat)

Beten und mahnen

In Olching findet am Freitag, 4. März, von 19 Uhr an ein ökumenisches Friedensgebet in der katholischen Kirche Sankt Peter und Paul statt. Dazu haben die Pfarrer Josef Steindlmüller vom Pfarrverband Olching und Pfarrer Harald Sauer von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Olching-Maisach aufgerufen.

In der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche Germering wird es am Samstag, 5. März, um zwölf Uhr die Gelegenheit geben, gemeinsam für den Frieden in der Ukraine zu beten.

Auf dem Olchinger Nöscherplatz will eine Mahnwache jeden Tag um 19 Uhr zu einer Mahnwache zusammenkommen. So lange der Angriffskrieg in der Ukraine dauert.

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