Fürstenfeldbruck Drei Neue für die Kultur

Der Kulturausschuss bestimmt Markus Wild, Ingeborg Heining und Brigitte Schäffler zu Kreisheimatpflegern. Sie werden sich um die Themenfelder Geschichte, Volksmusik und Volkstanz kümmern

Von Florian J. Haamann, Fürstenfeldbruck

Lange hat man im Landratsamt nach Ersatz für die scheidenden Kreisheimatpfleger Toni Drexler und Sepp Kink gesucht. Nun hat der Kulturausschuss die Nachfolger bestimmt. Um den Bereich der Bodendenkmalpflege kümmert sich künftig der Archäologe Markus Wild. Um Volksmusik und Volkstanz, die Aufgaben von Sepp Kink, kümmern sich künftig zwei Kreisheimatpflegerinnen: Ingeborg Heining und Brigitte Schäffler. Alle drei Neuen nehmen ihre Tätigkeit zum 1. April auf. Weiterhin im Amt bleibt Susanne Poller als Kreisheimatpflegerin für Baudenkmale.

Alle drei Neuen haben auf ihren Themenfeldern schon eine Menge Erfahrung gesammelt. Deshalb zeigt sich Günter Sigl, Leiter des Kulturreferats des Landkreises, mit der Auswahl auch überaus zufrieden. Markus Wild, der die Position von Toni Drexler übernimmt, hat sich im Landkreis bereits als Archäologe einen Namen gemacht. Er ist Mitglied des Historischen Vereins und war bereits an einigen Grabungen beteiligt. "Als Archäologe habe ich mich schon immer für die lokale Geschichte interessiert", sagt er. Deshalb war sein Studiengebiet die Vorgeschichte des süddeutschen Raums.

An der Bayerischen Akademie der Wissenschaften arbeitet und promoviert der 43-Jährige aktuell über eine Grabung in Tirol, die er fünf Jahre lang geleitet hat. Für sein neues Ehrenamt hat er bereits Pläne. "Ich möchte das Bewusstsein schärfen dafür, dass die Geschichte im Landkreis weit über die vielleicht 1200 Jahre hinaus geht, die immer wieder in Ortsjubiläen auftauchen". Deshalb möchte er über verschiedene Kanäle, etwa Vorträge und Exkursionen, den Menschen mehr Wissen über die Landkreisgeschichte vermitteln. Zudem sieht er sich als Ansprechpartner für Gemeinden und plant, Material für Lehrer zu entwickeln.

Auch Brigitte Schäffler hat in ihrem Beruf viel Erfahrung sammeln können, die ihr nun als Heimatpflegerin für Volksmusik und Volkstanz zu Gute kommen wird. Die 43-Jährige arbeitet beim Landesverein für Heimatpflege in der Abteilung für Volksmusik. Dort organisiert sie Veranstaltungen und Seminare zum Thema Singen, Tanzen und Musizieren. Außerdem ist sie seit vielen Jahren beim Glonnauer Dreigesang aktiv. "Wir haben noch beim Hermann Well, dem Vater der Well-Familie, angefangen zu singen. Seitdem ist das meine Leidenschaft". Deswegen würde sie künftig gerne die Hoagartn-Szene im Landkreis wieder etwas beleben. Außerdem möchte sie die offenen Singen ihres Vorgängers Sepp Kink weiterführen. Auf die Zusammenarbeit mit Ingeborg Heinning freut sie sich bereits. "Wir haben uns erst beim Gespräch im Landratsamt kennengelernt, aber das hat sofort gepasst. Ich glaube, dass kann eine gute Kombi werden".

Ein Gefühl, dass auch Heining teilt. Die 66-Jährige ist die einzige aus dem Trio, die bereits aus dem aktiven Berufsleben ausgeschieden ist. "Eigentlich wollte ich es im Ruhestand etwas ruhiger angehen. Aber als ich gehört habe, dass die Stelle so lange ausgeschrieben ist, habe ich mir gedacht, warum nicht mein Hobby zur Beschäftigung machen", sagt sie.

Denn Volksmusik, Tanz, Musik und Sprache sind Themen, die sie schon lange beschäftigen. Heining war Grundschullehrerin an verschiedenen Einrichtungen im Landkreis, zuletzt war sie Rektorin in Alling. Außerdem engagiert sie sich in der Togohilfe.

Die Erfahrungen dort haben auch ihren Kulturbegriff geprägt. "Ich finde, dass die Kultur der Heimat verbunden sein und die Traditionen pflegen sollte. Aber ich bin auch der Meinung, dass es wichtig ist, für Neues und Fremdes offen zu sein." Diesem Gedanken möchte sie in ihrer neuen Funktion treu bleiben und dafür werben. Ein weiteres Anliegen ist ihr die Pflege des bairischen Dialekts.