Fürstenfeldbruck:Der Tod des Ötzi

Lesezeit: 2 min

Cover Die Verschwörung von Breitental

"Die Verschwörung von Breitental - Das Kupferbeil des Ötzi", Christian Ausmünster, 2016, 499 Seiten, 16,50 Euro.

(Foto: Florian J. Haamann)

Spannende Romanfortsetzung über die Mumie Tisenjoch

Von Florian J. Haamann, Fürstenfeldbruck

Gerade rechtzeitig zum Abschluss des "Ötzi-Jubiläumsjahres" - im September 1991 wurde die Mumie entdeckt - ist nun endlich seine komplette Lebensgeschichte enthüllt. Zwar nicht von Form einer faktisch komplett belegten Biografie, dafür aber als spannender, lesenswerter Roman. Denn der Germeringer Autor Christian Ausmüster hat sein zweites Buch über das Leben des "Ötzi" veröffentlicht, "Die Verschwörung von Breitental - Das Kupferbei des Ötzi". Darin erzählt der Autor, wie es mit dem Mann nach seiner Jugend, die Ausmünster in "Die Rivalen von Breitental" beschrieben hat, weitergeht und, soviel sei verraten, wie er seinen Tod gefunden hat und an die Stelle gelangt ist, an der der mumifizierte Leichnam gefunden wurde.

Genauso rasant wie der erste Teil geendet hat, geht es in der Fortsetzung weiter. Der Protagonist Narado, nach dem Tod seines Vaters der Erbe von "Breitental", muss aus seiner Burg fliehen, weil er angeblich eine kostbare Grabbeigabe, den Sonnenstein, gestohlen hat. Es scheint, als hätte Arane, die Stiefmutter, die ihren leiblichen Sohn an die Macht bringen will, gewonnen. Narado begibt sich auf die abenteuerliche Reise über die Alpen zum "Großsee" (der dem Bodensee entspricht). Monate verbringt Narado dort, bis er einen neuen Sonnenstein gefunden hat. Auf dem Rückweg schmiedet er einen Plan, mit dem er sein Land zurückerobern will. Die List scheitert, die Stiefmutter wird noch mächtiger. Doch Narado kann erneut entkommen.

Zeitweise entwickelt sich der Roman danach von einer lebhaften Abenteuergeschichte eher zu einem Polit- und Wirtschaftsdrama. Denn in Breitental wird eine Kupfermine entdeckt, das Gebiet kommt damit zu bisher nie da gewesenem Reichtum. Doch mit dem Wohlstand kommt der Leichtsinn, Traditionen werden vernachlässigt, die eigene Landwirtschaft verkümmert. Als dann ein großer Brand die Burg und Teile der Stadt zerstört, bricht Chaos in Breitental aus. Das neue in dieser Konstellation interessante Herrscher-Duo kann soziale Unruhen nur mit Mühe verhindern. Mitten in diesen unübersichtlichen Zeiten begibt sich Narado noch einmal auf eine eigentlich harmlose Reise - es soll seine letzte sein.

Mit dem zweiten Ötzi-Roman bleibt Ausmünster seiner Arbeitsweise treu. Er verwendet historisch gesicherte Fakten und baut aus ihnen sein Erzählgerüst. In Anhang erklärt er sogar, wie er anhand wissenschaftlicher Erkenntnisse zu seinen Schlüssen kommt. Viele seiner Thesen lassen sich so nachvollziehen. Den wirtschaftlichen Aufstieg und Verfall erklärt er etwa damit, dass die edle Oberbekleidung der Mumie nicht neu, sondern geflickt war und offenbar aus besseren Tagen stammt. Ausmünster hat sich intensiv mit der Geschichte des Ötzi beschäftigt. Das merkt man dem Roman in jeder Zeile an. Lebendig und fesselnd nimmt er junge wie ältere Leser gleichermaßen mit in eine authentisch gestaltete Welt voller Gefahren und Abenteuer, die vom Kampf ums nackte Überleben geprägt ist, von Geheimnissen und technischem Fortschritt. Wie es dort nach Narados Tod weitergeht, wird ein dritter Teil verraten.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Abo kündigen
  • Kontakt und Impressum
  • AGB