Verlegung der BundesstraßeB2-Bürgerentscheid voraussichtlich im Januar

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Die 1909 errichtete, denkmalgeschützte Brücke im Zentrum (hier eine Aufnahme von 2019) ist eine von zwei autoverkehrstauglichen Amperquerungen in Fürstenfeldbruck. Für Radfahrer und Fußgänger wird es schon mal eng.
Die 1909 errichtete, denkmalgeschützte Brücke im Zentrum (hier eine Aufnahme von 2019) ist eine von zwei autoverkehrstauglichen Amperquerungen in Fürstenfeldbruck. Für Radfahrer und Fußgänger wird es schon mal eng. Günther Reger

Die Initiatoren des Bürgerbegehrens für den Neubau der Amperbrücke legen 2200 Unterstützerunterschriften vor. Wenn es der rechtlichen Prüfung standhält, kommt es zur Abstimmung.

Von Stefan Salger, Fürstenfeldbruck

Voraussichtlich im Januar wird in Fürstenfeldbruck in einem Bürgerentscheid darüber abgestimmt, ob die Bundesstraße 2 aus dem Stadtzentrum formal herausverlegt und die Amperbrücke erhalten wird. Die Bürgerinitiative, die sich für den Beibehalt der Streckenführung und einen Ersatz der Brücke durch einen Neubau einsetzt, hat am Dienstag eine ausreichende Zahl von Unterschriften für ein Bürgerbegehren vorgelegt. Das hat Oberbürgermeister Christian Götz (BBV) am Dienstagabend in der Stadtratssitzung bekannt gegeben. Deshalb wurde die eigentlich an diesem Tag vorgesehene Debatte und der Beschluss des Stadtrats in der Sache von der Tagesordnung abgesetzt.

Nun wird geprüft, ob die knapp 2200 gesammelten Unterschriften gültig sind und die Fragestellung zulässig ist. Erforderlich für ein Bürgerbegehren sind mindestens 2000 Unterschriften. In der Stadtratssitzung Ende November soll über die formale Zulässigkeit befunden werden. Innerhalb von drei Monaten ist anschließend der Bürgerentscheid anzusetzen. Der Februar scheide wegen der nahenden Kommunalwahl aus, so Götz. Somit bleibt als Abstimmungstermin ein Sonntag im Januar.

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Zuständig für die über den Marktplatz führende innerörtliche Trasse ist bislang das Straßenbauamt in Freising. Bliebe sie eine Bundesstraße, würde die Amperbrücke wohl durch einen Neubau ersetzt. Der böte mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer, wäre aber auch für 40-Tonner geeignet. Die Stadt würde die B2 lieber offiziell auf die Lkw-Umfahrungsroute verlegen und im Gegenzug die Zuständigkeit für die innerörtliche Verbindungsstraße übernehmen. Damit wäre die Tür offen für eine Sanierung des Bauwerks und den Beibehalt der Beschränkung auf 16 Tonnen. Der Schwerverkehr, so die Hoffnung, ließe sich damit weiterhin aus dem Zentrum heraushalten.

Bislang plant die Stadt, die Route der B2 auf Höhe des Schulzentrums nach links über die Oskar-von-Miller-Straße bis zur B 471 zu führen.
Bislang plant die Stadt, die Route der B2 auf Höhe des Schulzentrums nach links über die Oskar-von-Miller-Straße bis zur B 471 zu führen. Jana Islinger

Das Straßenbauamt hat sich bereiterklärt, eine Entscheidung der Stadt zu akzeptieren. Die Behörde hatte allerdings mit Blick auf das marode Bauwerk eine Entscheidung noch in diesem Jahr angemahnt. Am Mittwoch zeigte sich der für den Landkreis Fürstenfeldbruck zuständige Abteilungsleiter Johannes Riedelsheimer auf Nachfrage der SZ bereit, noch etwas länger auf die finale Willensbekundung der Stadt zu warten. Mit Blick auf den wahrscheinlichen Bürgerentscheid hält er „den dafür erforderlichen Zeitbedarf von drei Monaten für überschau- und vertretbar, um insgesamt zu einer einvernehmlichen Lösung zu gelangen.“

Aus fachlicher Sicht stellt Riedelsheimer zufolge „die Verlegung der B2 auf die heutige Lkw-Umfahrungsroute die geeignetste Lösung dar, um die unterschiedlichen Interessen der Stadt, des Bundes als Straßenbaulastträger und des Denkmalschutzes bestmöglich zu berücksichtigen.“ Das Straßenbauamt werde aber auch eine andere Entscheidung der Stadt respektieren.

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