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Fürstenfeldbruck:Bruck will keine Linksabbiegespur

Streit mit Regierung über Umbau an der Schöngeisinger Straße

Die Kreisstadt will den Knotenpunkt Schöngeisinger Straße/Landsberger Straße sicherer für querende Fußgänger machen. Eine große Mehrheit der Mitglieder im Verkehrsausschuss lehnte jüngst aber eine Variante ab, die die Regierung von Oberbayern vorgeben will. Nun soll in weiteren Gesprächen geklärt werden, ob dennoch staatliche Zuschüsse fließen können. Es geht um fast 73 000 Euro bei einer gesamten Investitionssumme von etwa 200 000 Euro.

Auf Kritik stößt die Forderung der Regierung, eine Linksabbiegespur zu schaffen, die es den aus Richtung Buchenau kommenden Fahrzeugen ermöglichen würde, auf der Schöngeisinger Straße nach links abzubiegen. Damit soll sichergestellt werden, dass nicht nur Fußgänger und Radfahrer, sondern auch Autofahrer von der Umgestaltung profitieren. Eine solche Möglichkeit gab es bislang aber gar nicht, und die meisten Stadträte halten sie für überflüssig und zudem für eine potenzielle Gefahrenquelle. Begrüßt wird hingegen die von der Regierung nachgebesserte Planung, die vor und nach der kurzen Linksabbiegespur jeweils eine längliche Verkehrsinsel vorsieht. Beide sollen den Fußgängern das Überqueren der relativ stark befahrenen Straße aus Richtung Innenstadt zu den Schwimmbädern und Sportstätten erleichtern. Am liebsten wäre es vielen Stadträten freilich, ganz auf die Linksabbiegespur zu verzichten und die beiden separaten Querungshilfen zu einer langen Verkehrsinsel zu verbinden, die sich dann über die gesamte Länge der Einmündung der Landsberger Straße hinziehen würde. Hans Schilling (CSU) warnte davor, mit der Linksabbiegespur "ein Fass aufzumachen" und damit ein Risiko einzugehen, nur um nicht die Zuschüsse aufs Spiel zu setzen. Axel Lämmle (SPD) stieß ins selbe Horn: Man dürfe sich nicht "zum Büttel eines Straßenbauamts" machen, dem es ganz offensichtlich an Ortskenntnis fehle.

Gegen die Stimme von Jens Streifeneder, der mit der Linksabbiegespur gut leben könnte, wurde beschlossen, eine einzige lange Verkehrsinsel anzulegen. Der entsprechende Förderantrag muss bis September gestellt werden. Bis dahin soll versucht werden, die Regierung für die beschlossene Lösung zu gewinnen. Weil mit dem Umbau des Knotenpunkts frühestens nächstes Jahr begonnen werden kann, soll möglichst schnell zunächst eine provisorische Querungshilfe gegenüber der Einmündung auf der Fahrbahn befestigt werden.