bedeckt München

Fürstenfeldbruck:Blindlings über die Straße

Obacht geben sollten Autofahrer, wenn Rehe in ihrem Scheinwerferlicht auftauchen.

(Foto: Staatliches Bauamt Freising)

Das Staatliche Bauamt macht Autofahrer auf Wildwechsel in diesen Tagen aufmerksam

Von Erich C. Setzwein, Fürstenfeldbruck

Wenn es regnet, der Nebel oder andere Ereignisse die Sicht behindern, passieren weniger Verkehrsunfälle mit Wildtieren. Das sei nicht deshalb so, sagt man beim für die Straßen zuständigen Staatlichen Bauamt Freising, weil weniger Wild in diesen Situationen in der Nähe von Straße unterwegs sei, sondern weil die Autofahrer ihre Geschwindigkeit an die schwierigeren Verkehrsverhältnisse anpassen würden. Deshalb sind zumindest für die Straßenbauer erhöhte Aufmerksamkeit und weniger Tempo die beiden Faktoren, durch die Wildunfälle in dieser Jahreszeit verhindert werden könnten.

Die größte Gefahr für einen Zusammenstoß mit einem Wildtier besteht nach den Erkenntnissen des Staatlichen Bauamts in den frühen Morgenstunden zwischen fünf und sieben Uhr, wenn die Tiere ihre Futtergründe aufsuchen, sowie am Abend zwischen 20 und 23 Uhr. Erst dann kehren die Tiere in ihre Nachtquartiere zurück. Weil im Herbst das Rotwild seine Brunftzeit hat, sind die Tiere quasi blind vor Liebeslust. Sie rennen über die Straßen, wobei es keine Rolle spielt, ob daneben Felder und Wiesen sind oder Wald. "Die einfachste und effektivste Methode, einen folgenschweren Zusammenstoß mit Reh-, Dam- oder Rotwild, einem Dachs oder einem Wildschwein zu vermeiden ist es, die Geschwindigkeit zu reduzieren, wenn man auf einem Straßenabschnitt fährt, in dem besonders viele Wildwechsel vorkommen", heißt es als Tipp in einer Presseaussendung des Bauamtes.

Die Straßenbauer wollen mit technischen Maßnahmen dazu beitragen, dass es erst gar nicht zu Wildunfällen kommt. So werden schon seit einigen Jahren entlang gefährlicher Streckenabschnitte Reflektoren an Straßenpfosten montiert, die beim Auftreffen von Scheinwerferlicht blau aufleuchten und so das Wild abschrecken. Ebenfalls reflektierend sind Teile der Wildwarntafeln, die vor allen an Waldränder stehen. So blinken zum Beispiel die Augen eines Rehs auf, wenn das Plakat angestrahlt wird.

Da der Effekt von Wildschutzzäunen als gering eingeschätzt wird, stellen die Straßenbauer sie auch nur an ausgewählten Abschnitten auf. Im Landkreis Fürstenfeldbruck ist ein solcher beidseits der Bundesstraße 2 zwischen der Ausfahrt Germering/Handwerkerhöfe bis zur Anschlussstelle Germering Nord der Autobahn 99. Und schließlich sind auch schon Apps für elektronische mobile Endgeräte verfügbar, die vor Wildwechsel warnen sollen - und bei einem Unfall Tipps zur richtigen Abwicklung geben.

© SZ vom 09.11.2020

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite