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Fürstenfeldbruck:Bibliotheken dürfen wieder Bücher ausgeben

Die Staatsregierung erlaubt erneut Click und Collect. Bestellt werden kann per Telefon oder online. Die Leiterinnen freuen sich und verweisen auf einen großen Bedarf

Von Peter Bierl, Fürstenfeldbruck

Die Bibliotheken im Landkreis stehen ihren Kunden bald wieder zur Verfügung. Die Mitarbeiterinnen nehmen die Ausleihe nach dem Prinzip von Click and Collect vor, da die bayerische Regierung diese Form wieder erlaubt hat. "Wir freuen uns alle sehr, dass wir unsere Aufgabe für das Publikum wieder erfüllen können", sagt Christine Förster-Grüber, die Leiterin der Einrichtung in Germering. Dort hatten die Bürger Anfang Dezember etwa 5000 Medien ausgeliehen, solange Click and Collect noch gestattet war.

In Bruck können die Kunden die gewünschten Medien zuhause online aussuchen und bestellen, in Puchheim auch anrufen, in Germering müssen sich die Inhaber eines Bibliotheksausweises telefonisch melden. Die Obergrenze für Bestellungen liegt in Germering und Bruck bei zehn Werken, in Puchheim wird eine Maximum in gleicher Höhe erwogen.

In der Brucker Aumühle müssen die Kunden zur Abholung einen Termin mit den Bibliothekaren vereinbaren, dann stellt eine Mitarbeiterin mit Maske zum vereinbarten Zeitpunkt eine Kiste mit den Büchern vor die Türe. Auch in Germering muss ein Termin ausgemacht werden, um Staus und Verzögerungen zu vermeiden. In Puchheim gilt hingegen eine allgemeine Abholzeit von 10 bis 14 Uhr. Dann werden verschlossene Tüten, versehen mit Namensschildern, vor die Tür gestellt.

Die Stadtbücherei Fürstenfeldbruck versorgt ihre Kunden wieder mit Medien. Mitarbeiterin Sabine Malta stellt einen Korb mit Büchern vor die Tür.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

In Germering wird ab sofort die Drehtüre für die Ausgabe genutzt. Die Besucher legen ihre Bibliothekskarte in eine blaue Kiste, die Mitarbeiterinnen checken diese, suchen die Bestellung heraus und legen sie in eine Plastikbox, die in der Drehtüre befestigt ist. Das ermöglicht eine "kontaktlose" Abholung, wie Förster-Grüber erklärt. Für eine Rückgabe rund um die Uhr haben die Bibliotheken in Bruck und Germering schon lange vor der Pandemie Automaten neben den Haupteingängen eingerichtet. Außerdem wurden die Leihfristen verlängert. In Puchheim gibt es eine Außenklappe für die Medien, das Personal muss den Eingang allerdings per Hand verbuchen.

Alle befragten Stadtbüchereien im Landkreis berichten, dass die Nachfrage groß ist, es melden sich vor allem Familien, Senioren und Schüler, die zu Hause unterrichtet werden oder eine Prüfung ablegen müssen. In Germering standen Klienten am letzten Samstag im November sogar Schlange, unter Einhaltung der Abstände, berichtet Förster-Grüber. Insgesamt etwa 15 000 Bücher, Hörbücher, Zeitschriften oder Filme wurden vor Beginn des Lockdown noch ausgeliehen. Der Gesamtbestand liegt in Germering bei rund 48 000 Medien. Die Kolleginnen in Puchheim richteten schon im Dezember einen Lieferservice ein, mit Unterstützung von Beschäftigten aus dem Rathaus. "Es ist wie Pizza ausfahren", sagt die Leiterin Petra Droll. Sie hat schon wieder viele Vormerkungen bekommen. Die müssen nun nicht mehr ausgefahren werden, sondern die Kunden können die Medien wieder selber abholen.

Germering_Click & Collect aus der Stadtbibliothek möglich

Bei der Germeringer Bibliothek funktioniert die kontaktlose Ausleihe über eine blaue Kiste.

(Foto: Stadtbibliothek Germering/oh)

Nachdem die Staatsregierung am Mittwoch Click and Collect für Bibliotheken wieder erlaubt hat, bereiten sich die Mitarbeiterinnen nun darauf vor. Alle haben schon Erfahrungen im ersten Lockdown im Frühjahr sowie im Dezember gesammelt. Viele Kolleginnen sind jedoch im Homeoffice, in Bruck sind die Angestellten vom Oberbürgermeister sogar in Kurzarbeit geschickt worden. Dort waren bislang nur noch jeweils zwei bis fünf Mitarbeiterinnen von insgesamt zwölf vor Ort beschäftigt, berichtet die Bibliothekarin Sabine Malta. In Germering sind einige im Homeoffice, aber niemand in Kurzarbeit. In Puchheim müssen von den vier Beschäftigten zwei ihre Kinder betreuen, eine Kollegin hatte sich mit dem Coronavirus infiziert, so dass Droll allein die Stellung halten musste.

© SZ vom 22.01.2021
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