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Fürstenfeldbruck:Betriebe erhalten Hilfestellung

Mohammed Ahmed, Friseur New York Mitarbeiter, Germering

Friseure wie Mohammed Ahmed, 32, (hier am Freitag im Germeringer Salon "New York") dürfen seit Montag ihre Salons nicht mehr öffnen. Das bedeutet meist Kurzarbeitergeld und damit deutlich weniger Lohn.

(Foto: Privat)

Kreishandwerkerschaft und IHK-Regionalausschuss bieten Unterstützung an, wenn staatliche Fördermitteln und Kurzarbeit beantragt werden müssen

Kurzarbeitergeld lässt sich offenbar recht unbürokratisch beantragen, bei der Aufnahme kurzfristiger Darlehen ist es schwieriger. Kreishandwerksmeister Franz Höfelsauer blickt zwar besorgt auf die Lage im Landkreis. Gleichwohl habe man rechtzeitig reagiert, um Handwerksbetrieben im Landkreis in Zeiten der Corona-Pandemie beizustehen. Bereits am Freitag habe man Mitgliedsbetrieben Anträge weitergeleitet, mit denen beispielsweise die nun geschlossenen Friseursalons Kurzarbeitergeld oder Staatshilfen beantragen können.

"Die Mitarbeiter müssen aber auch einverstanden sein", sagt Höfelsauer - bedeutet das für sie doch Lohneinbußen von 33 bis 40 Prozent. Eine Metzgerei habe ihm von Umsatzeinbrüchen um bis zu 50 Prozent berichtet. Höfelsauer appelliert an die Banken, Verantwortung zu übernehmen: Deren Risiko beschränke sich bei Hilfsdarlehen ohnehin auf zehn Prozent, den Rest trage der Freistaat. "Da zieren sich manche noch ein wenig."

Ermutigende Signale kommen vom Regionalausschuss der Industrie- und Handelskammer. Michael Steinbauer, der für den Landkreis zuständige Sprecher, appelliert an die Betriebe, sich schnell einen Überblick zu verschaffen über die umfangreichen staatlichen Hilfen, die für die heimische Wirtschaft bereit stehen: "Ich rate allen betroffenen Unternehmen und auch den Selbständigen im Landkreis, sich zeitnah über die unterschiedlichen Hilfsprogramme zu informieren und alle Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung zu nutzen." Geschäftsleute würden mit ihren Sorgen und Fragen nicht alleine gelassen. Steinbauer sieht in den staatlichen Hilfs- und Förderprogrammen das richtige Signal für die Unternehmen, diese Herausforderung überstehen und sich für die Zeit nach der schweren Krise aufstellen zu können. "Einige Landkreise und Städte kommen den Unternehmen bereits entgegen, zum Beispiel mit Stundungen bei der Gewerbesteuer, oder bieten eigene Hilfsprogramme für betroffene Betriebe an. Diese Maßnahmen sind eine wahre finanzielle Erleichterung", sagt Steinbauer.

Ratgeber für Unternehmen und Arbeitgeber rund um Soforthilfen, Kreditabsicherung, Steuerstundung, Kurzarbeit und betrieblicher Prävention unter https://www.ihk-muenchen.de/corona. IHK- Corona-Hotline unter Telefon 089/5116-0.

© SZ vom 25.03.2020
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