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Fürstenfeldbruck:Bande stiehlt Katalysatoren

Die Diebe haben es auf wertvolle Metalle abgesehen

Mancher Pendler hat im Advent vor dem wohlverdienten Feierabend eine böse Überraschung erlebt. An den Parkplätzen mehrerer S-Bahnstationen im Landkreis haben Unbekannte am helllichten Tag die Katalysatoren von Autos gestohlen. Am schlimmsten traf es den Gebrauchtwagenhändler Sadettin Yalcin in Bruck. Zehn Autos beschädigte die Bande, die nach Angaben der Polizei durch ganz Bayern zieht, in der Nacht auf seinem Hof. Die Täter haben es auf wertvolle Metalle wie Platin, Paladium und Rhodium abgesehen, die hohe Preise erzielen.

Yalcin bemerkte den Diebstahl Mitte November, als er in einen der Wagen stieg, den Anlasser betätigte und das Auto brummte. Als er unter das Fahrzeug blickte, sah er, dass der komplette Katalysator fehlte. Mit einem Wagenheber, einer Säge oder einer Flex lasse sich das in kürzester Zeit erledigen. "Das waren Profis, die haben für die zehn Autos wahrscheinlich eine Stunde gebraucht", sagt er.

Seinen Angaben zufolge handelte es sich um ältere Fahrzeuge aus den Jahren zwischen 1994 und 2004. In der Zeit seien die heute wertvollen Rohstoffe in die Geräte zur Abgasreinigung eingebaut werden. Um die Metalle zurückzugewinnen sind aufwendige Verfahren notwendig, weswegen Diebe erbeutete Katalysatoren am Stück weiterverkaufen. Für Yalcin ist es ein Totalschaden, denn neue Katalysatoren zu kaufen und einzubauen, rentiere sich nicht. "Die Autos kann ich eigentlich nur verschrotten", sagt er

Der Diebstahl auf dem Gelände von Yalcins Firma ereignete sich in der Nacht, zwischen ein und vier Uhr morgens vermutet er. An den Bahnhöfen hingegen seien die Täter im Dezember tagsüber zugange gewesen, sagt Nina Vallentin, Leiterin der Brucker Polizeiinspektion. "Mit einer Akkuflex scheint das schnell zu gehen." Betroffen waren Autobesitzer an den Stationen in Althegnenberg, Mammendorf, Grafrath, Türkenfeld und Geltendorf. Seit der Dezember hat sich kein Fall mehr ereignet, die Polizei ermittelte ohne Erfolg.

© SZ vom 22.01.2021 / bip
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