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Fürstenfeldbruck:Filmgenuss auf dem Volksfestplatz

Die meiste Zeit des Jahres ist der Brucker Volksfestplatz ein Parkplatz. Nun verwandelt er sich für sechs Wochen in ein Autokino.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Fürstenfeldbruck bekommt kommende Woche ein temporäres Autokino. Betreiber ist Markus Eisele vom Lichtspielhaus. Gezeigt werden Blockbuster, die Highlights der vergangenen Saison und Klassiker

Auch wenn die Normalität Stück für Stück wieder zurückkehrt, ist an so manche Dinge weiterhin nicht zu denken. Volle Kinosäle beispielsweise. Um den Menschen dennoch bald wieder einen Filmgenuss fernab des heimischen Sofas zu ermöglichen, greifen die Kinobetreiber nun zu einem altbewährten, beinahe verschwundenen Konzept: dem Autokino. Etwa 100 davon wurden in den vergangenen Tagen und Wochen deutschlandweit beantragt. Und auch Fürstenfeldbruck bekommt nun von Freitag, 29. Mai, an für ein paar Wochen ein echtes, eigenes Autokino auf dem Volksfestplatz.

Nach einem Gespräch am Montagnachmittag zwischen Stadt und Betreiber sind die letzten Zweifel ausgeräumt. Den Zuschlag bekommt Markus Eisele, der unter anderem auch das Brucker Lichtspielhaus betreibt, gemeinsam mit Tom Blum, der den Kinosommer in Fürstenfeld organisiert. "Wir haben eineinhalb Stunden in der Hitze des Volksfestplatzes diskutiert und letzte Details besprochen. Es gibt noch einiges zu tun in den eineinhalb Wochen, aber es ist alles im Fluss und wir werden es schaffen. Deswegen können wir guten Gewissens sagen, dass es das Autokino ab dem 29. Mai geben wird", sagt Eisele.

Es gehe nun noch darum, einige organisatorische und verwaltungstechnische Fragen zu klären: einige Genehmigungen, eine Nutzungswidmung durch die Stadt, statische Berechnungen für das Gerüst sowie ein Verkehrs- und Lärmkonzept.

Sollte nichts Überraschendes mehr passieren, dann können sich die Brucker also auf sechs Wochen Open-Air-Kino-Programm in einer ganz besonderen Atmosphäre freuen. "Ich denke, dass viele Leute in der aktuellen Situation Lust darauf haben. Es ist ein Projekt, das wahrscheinlich im kommenden Jahr keiner mehr wollen würde", sagt Eisele. "Natürlich fehlt ein wenig das Gemeinschaftsgefühl, das man sonst beim Open-Air-Kino hat, dafür gibt es aber andere positive Dinge. Wenn man zu zweit im Auto sitzt, ist es kuscheliger und intimer, als es sonst im Kino ist, ich denke, dass einige das cool finden".

Gezeigt werden soll ein Programm, das für jeden Geschmack etwas bietet, etwas massenkompatibler, als das Programmkino im Lichtspielhaus. "Wir planen ein klassisches Open-Air-Programm. Wenn man sich die jetzt 100 Autokinos und ihr Programm anschaut, ist es überall ungefähr gleich. Weil es seit dem Lockdown keine neuen Filme gibt, gibt es auch gar nicht so viele Möglichkeiten. Es werden die besten Filme der letzten Saison gespielt". Beispielsweise die Komödie "Die Känguru-Chroniken" oder das Liebesdrama "Das perfekte Geheimnis". Und es gebe den ein oder anderen Blockbuster, verspricht Eisele. Zu sehen seien werden aber auch der eine oder andere Klassiker und anspruchsvollere Filme. Die Planungen laufen noch, werden aber rechtzeitig vor dem Start auf der Homepage des Lichtspielhauses bekannt gegeben.

Dort müssen die Besucher auch ihre Tickets kaufen - und bereits Getränke und Snacks, wenn sie das wollen. Denn ein Vor-Ort-Verkauf ist - vorerst - noch nicht erlaubt. Auf dem Platz werden die Tickets dann nur noch kontaktlos gescannt, die bestellten Getränke und Snacks ebenfalls kontaktlos auf einem Tisch bereit gestellt. So wollen es die Auflagen. Beginnen werden die Filme jeweils, wie vom Kino-Open-Air in Fürstenfeld gewohnt, nach Einbruch der Dunkelheit, also etwa gegen 21.30 Uhr.

Die Anwohner werden von den Filmen nicht gestört. Der Ton wird über eine Radiofrequenz übertragen, sodass ihn jeder Besucher über sein Autoradio empfangen kann. Alternativ rät Eisele zu einer Radioapp auf dem Handy und einer Bluetooth-Box.

Den großen Gewinn erwarten die Betreiber mit dem Autokino nicht. "Unser Ziel ist es, die Grundkosten zu decken. Wenn es jeden Abend knallvoll ist, bleibt vielleicht etwas hängen. Wir hoffen nur, dass es nicht in die andere Richtung pendelt in der aktuellen Situation. Aber wir wollen den Leuten ein Angebot machen, im Gespräch sein, unser Personal beschäftigen", so Eisele.

© SZ vom 19.05.2020

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