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Fürstenfeldbruck:Asylbewerber sollen arbeiten dürfen

Sollen Ausländerbehörden allen Asylbewerbern nach einem Aufenthalt von drei Monaten eine Arbeitserlaubnis erteilen, oder nur denjenigen, die nicht aus einem sicheren Herkunftsland stammen? In dieser Frage herrscht zwischen Mitgliedern von Asylhelferkreisen aus dem Landkreis und Innenminister Joachim Herrmann (CSU) Dissens. Während Herrmann weiter darauf beharrt, Asylbewerbern aus den Westbalkanstaaten oder Ländern wie dem Senegal und Ghana den Zugang zum Arbeitsmarkt zu verweigern, möchten Asylhelfer erreichen, dass die entsprechende Dienstanweisung an die Ausländerbehörden zurückgenommen wird. Flüchtlinge können nämlich nur dann eine Arbeit annehmen, wenn dem die Ausländerbehörde zustimmt. Der Fürstenfeldbrucker Stadtrat Willi Dräxler, der in der Erstaufnahmeeinrichtung im Fliegerhorst als Asylhelfer tätig ist und bei der Caritas in München als Fachreferent für Migration arbeitet, warnt jedoch vor einem Zweiklassensystem beim Zugang zum Arbeitsmarkt. Laut Dräxler fördert eine solche Ausgrenzung die Verarmung, die Schattenwirtschaft und ein Abrutschen in die Kriminalität. Für Zuwanderer aus Ländern, in denen es keine Aussicht auf Arbeit gebe, sei der deutsche Arbeitsmarkt ein Magnet. "Gerade die schwache Wirtschaft im Kosovo ist auf die finanziellen Zuwendungen der Gastarbeiter angewiesen", sagt Dräxler. Würden die Überweisungen der im Ausland arbeitenden Kosovaren an ihre Landsleute einbrechen, wachse nur deren Verarmung. Mit der Folge, dass noch mehr Menschen auswandern wollten. Asylbewerber bleiben oft trotz einer Ablehnung ihres Antrags noch jahrelang in Deutschland. Die erzwungene Untätigkeit belaste die Sozialkassen und fördere die Stigmatisierung von Flüchtlingen, sagt Dräxler.