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Fürstenfeldbruck:Areal hinterm Brameshuber wird verkauft

Das Erzbischöfliche Ordinariat und Wiesnwirt Sepp Krätz wollen sich von dem Gelände westlich der Brucker Hauptstraße trennen. Die Stadt drängt auf eine rasche Bebauung.

Das Gelände rund um das Brameshuber soll nach SZ-Informationen bereits in den nächsten Monaten verkauft werden. Damit dürften sich auch die Sorgen von Fürstenfeldbrucks Oberbürgermeister Sepp Kellerer (CSU) bewahrheiten, dass aus einer schnellen baulichen Entwicklung dieses wichtigen Innenstadtbereichs und der Wiedereröffnung des seit vielen Jahren leer stehenden historischen Cafés nichts wird.

Wiesnwirt Sepp Krätz will das Brameshuber wieder verkaufen.

(Foto: Robert Haas)

Andere Beobachter sehen einem Verkauf freilich gelassen entgegen. Der heutige Eigentümer, Wiesnwirt Sepp Krätz, werde mit dem Erlös möglicherweise erst in die Lage versetzt, den Brameshuber zu pachten, zu renovieren und anschließend selbst zu betreiben.

Die Verhandlungen der beiden Grundbesitzer - neben Krätz das Erzbischöfliche Ordinariat - sind offenbar weit fortgeschritten. Der Kirche gehört der an den Brameshuber südlich angrenzende Bereich. Nach SZ-Informationen wollen Krätz und das Ordinariat den Verkauf des zwischen Viehmarktsplatz und Hauptstraße liegenden Areals gemeinsam abstimmen.

Ein künftiger Investor wird dann wohl mit der Bebauung des teils brachliegenden Geländes hinter dem denkmalgeschützten Brameshuber-Gebäudekomplex beginnen. Ordinariatssprecher Christoph Kappes sagte auf Nachfrage der SZ, dass die Kirche selbst kein Interesse an einer Bebauung habe.

Die von der Stadt bereits im Juni positiv beschiedene Bauvoranfrage erleichtere aber die Vermarktung. Auf dem Teil, der Sepp Krätz gehört, darf hinter der Häuserzeile entlang der Hauptstraße ein dreigeschossiges, knapp zwölf Meter hohes, nord-südlich ausgerichtetes Haus mit insgesamt 22 Wohneinheiten gebaut werden.

Auf dem südlich angrenzenden Grundstück der Kirche sind weitere zwölf Wohneinheiten genehmigt. Die beiden Projekte stehen in enger Verbindung, soll doch möglichst eine gemeinsame Tiefgarage gebaut werden-mit einer gemeinsamen Zufahrt.

Ob Sepp Krätz, der vor vielen Jahren in Fürstenfeldbruck eine Ausbildung zum Metzger absolviert hat, nur sein Grundstück hinter dem ehemaligen Cafe Brameshuber oder auch das 2005 erworbene, seit vielen Jahren leerstehende historische Gebäude selbst verkaufen will, darüber herrscht Unklarheit.

Vieles spricht dafür, dass er das komplette Areal veräußert. Krätz, der unter anderem auf dem Münchner Oktoberfest das Hippodrom-Zelt und in Großhesselohe die Waldwirtschaft betreibt, war am Montag für eine Stellungnahme zum Brameshuber-Verkauf nicht zu erreichen.

Die Stadt Fürstenfeldbruck würde gerne aufs Tempo drücken. Im Westen, Richtung Viehmarktplatz, werden Bauvoranfragen der Familie Weiß bereits bearbeitet, für die ebenfalls im Besitz der Kirche befindlichen Flächen im nördlichen Bereich zwischen Ludwig- und Pucher Straße gibt es dagegen noch keine konkreten Pläne.

Mit dem Bebauungsplan Innenstadt West will die Stadt unter anderem die Durchlässigkeit für Fußgänger und Radfahrer verbessern, etwa über eine Verlängerung der Ludwigstraße, die in Westost-Richtung vom neu zu bebauenden Viehmarktplatz zur Hauptstraße führen soll. Oder mit einer von ihr in südlicher Richtung abzweigenden Verbindung zur Schöngeisinger Straße.

Aus städteplanerischer Sicht wäre eine zügige Bebauung, aber auch die Sanierung des Brameshubers, sehr wichtig. Durchsetzen kann Fürstenfeldbruck solche Wünsche aber nicht. Einziges Druckmittel: Schöpft ein Grundeigentümer sieben Jahre bestehendes Baurecht nicht aus, kann die Kommune androhen, dieses wieder einzukassieren und an der Stelle beispielsweise eine Grünfläche zu planen - was einen Wertverlust des Grundstücks bedeuten würde.

Dies freilich ist eine sehr theoretische Möglichkeit, wie auch der Fürstenfeldbrucker Stadtbaurat Martin Kornacher einräumt. Deshalb setzt die Stadt Fürstenfeldbruck weiterhin auf Verhandlungen mit allen Grundeigentümern.

© SZ vom 28.12.2010/zinn
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