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Fürstenfeldbruck:An Covid erkrankter Mann gestorben

Ein 80-Jähriger ist das erste Opfer des Coronavirus im Landkreis seit Ende Juni. Wegen der Zunahme an Infektionen erlässt das Landratsamt schärfere Regeln für Schulen und Kitas

Von Andreas Ostermeier, Fürstenfeldbruck

Erstmals seit Ende Juni gibt es im Landkreis einen mit Covid-19 in Zusammenhang stehenden Todesfall. Wie das Landratsamt am Freitag meldete, ist ein 80 Jahre alter Mann, der sich mit dem Coronavirus infiziert hatte und erkrankt war, gestorben. Der Mann wurde zu Hause gepflegt. Zudem meldete die Kreisbehörde 14 Neuinfizierte. Um die hohen Zahlen von Neuinfektionen zu vermindern, verschärft das Landratsamt die Corona-Regelungen für die Schulen. Von Montag an hat ein Großteil der Schüler zu Hause Unterricht. Diejenigen, die in die Schule gehen können, müssen nun auch wieder im Unterricht Masken tragen.

Die vom Landratsamt für die Schulen angeordneten Maßnahmen gleichen jenen, die vor den Sommerferien gegolten haben. In den Schulen, deren Klassenzimmer es von der Größe her zulassen, dass alle Schüler einen Abstand von eineinhalb Metern zueinander einhalten können, wird weiterhin unterrichtet. Kinder und Jugendliche ebenso wie Lehrkräfte müssen aber auch im Unterricht einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Nach Auskunft von Bettina Betz, der Leiterin des Schulamts, gilt die Regelung diesmal auch für die Buben und Mädchen in den Klassen eins bis vier. Diese Grundschüler waren bislang vom Maskentragen im Unterricht ausgenommen. An Schulen, an denen die Klassenzimmer nicht groß genug sind, werden die Klassen geteilt. Ein Teil erhält Unterricht im Schulgebäude, der andere zu Hause.

Von Samstag an bis 30. Oktober gilt für sämtliche Schulen im Landkreis die im Rahmenhygieneplan des Freistaats vorgesehene Stufe drei. Diese Stufe tritt in Kraft, wenn in einer Region der Inzidenzwert die Zahl 50 erreicht oder überschreitet. Das ist im Landkreis seit mehreren Tagen der Fall. Für den Freitag meldete der Landkreis einen - vom Gesundheitsamt selbst errechneten - Wert von 79,09.

In vielen Schulen kommt es zu Schichtunterricht. Im Vergleich zur noch geltenden Allgemeinverfügung des Landratsamts enthält die neue Verfügung eine Änderung. So gibt es wieder jahrgangsübergreifenden Unterricht - mit Abstand und Maske. Der Rahmenhygieneplan des Freistaats sieht solchen Unterricht vor. Der Landkreis hatte solchen Unterricht, beispielsweise in Religion, zuletzt untersagt. Zuvor hatten Eltern den jahrgangsübergreifenden Unterricht wegen der höheren Ansteckungsgefahr kritisiert, die ein Zusammentreffen von Schülern unterschiedlicher Klassen mit sich bringe. Allerdings gibt es nach den Worten von Betz jahrgangsübergreifenden Unterricht nicht nur in Religion, sondern auch in Fremdsprachen, in Sport und in etlichen Fächern an Mittelschulen.

Änderungen ergeben sich von Montag an auch für die Kindertagesstätten. Laut Landratsamt werden Buben und Mädchen in kleineren Gruppen und mit fester Zuordnung betreut. Zudem muss das betreuende Personal eine Mund-Nase-Bedeckung tragen. Kinder mit einen leichtem Schnupfen oder gelegentlichem Husten dürfen nur dann die Kindertagesstätte besuchen, wenn sie negativ auf das Coronavirus getestet worden sind.

Zudem müssten sie fieberfrei sein und dürften zuvor keinen Kontakt zu einer mit einer coronainfizierten Person gehabt haben, heißt es in der Mitteilung der Kreisbehörde. Derzeit gibt es an fünf Kindertagesstätten im Landkreis positive Fälle. Am Freitag hat das Landratsamt die neuesten Fälle gemeldet.

Weitere Regelungen zur Bekämpfung des Corona-Infektionsgeschehens hat der Landkreis am Freitag nicht erlassen. Landratsamtssprecherin Ines Roellecke begründete dies damit, dass der Freistaat selbst mit einer Allgemeinverfügung diese Regelungen am Freitag treffen wollte. Zu den an diesem Tag gemeldeten Corona-Fällen gehören zwei Reiserückkehrer. Sie hatten sich in Risikogebieten in Südeuropa und auf dem Balkan aufgehalten. Insgesamt haben sich seit Beginn der Pandemie 1656 Männer, Frauen und Kinder aus dem Landkreis mit dem Coronavirus infiziert. Von denen, die an Covid-19 erkrankt waren, sind 37 Personen gestorben. In der Kreisklinik befinden sich momentan zwei Patienten, die wegen Covid-19 therapiert werden. Beide Patienten müssen nach Klinikangaben nicht beatmet werden.

© SZ vom 17.10.2020

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