bedeckt München 26°

Fürstenfeldbruck:Altlasten im Fokus

Brucker Umweltbeirat widmet sich am Freitag dem Fliegerhorst

Welche Gefahren könnten im Untergrund des Fliegerhorsts lauern und wer muss im Fall der Fälle die Entsorgung zahlen? Mit solchen Fragen befassen sich nun auch die Experten des überparteilichen Brucker Umweltbeirats. Das Gremium berät den Stadtrat und kann durchaus mit Fachwissen aufwarten, so gilt Martin Höckenreiner als ausgewiesener Spezialist für Altlasten und Bodenverunreinigungen. Mit Blick auf die Pläne der Stadt, das Militärgelände im Nordosten nach dem Abzug der Bundeswehr zu erwerben, beschäftigt sich der Fachbeirat am Freitag, 28. Juni, in öffentlicher Sitzung mit diesem Thema. Von 19 Uhr an geht es im Sitzungssaal des Rathauses um die Konversion, also die zivile Umnutzung militärischer Flächen, und die möglichen Folgen. Im Herbst soll dann eine weitere, größere Informationsveranstaltung folgen. Zum Thema "Zukunft des Fliegerhorstes im Hinblick auf Umweltbelange und Schadstoffbelastung". Mit ihrem Vorstoß wollen die Experten den Fachleuten der Stadt zuarbeiten und verhindern, dass beispielsweise Flächen erworben werden, noch bevor sich absehen lässt, welche Folgekosten zu berücksichtigen sind. Eine Konversion begrüße man aber grundsätzlich durchaus, sagt Umweltbeiratssprecher Felix von Nolting.

Die SZ hatte bereits über die mögliche Kontamination des Bodens mit per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC) berichtet, die als krebserregend gelten. Sie waren mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch im Löschschaum enthalten, den die damalige Fliegerhorstfeuerwehr verwendete - auch wenn die Zahl entsprechender Einsätze wohl überschaubar war. Genaue Untersuchungen dazu wurden bislang nicht vorgenommen, gleiches gilt für andere Altlasten wie Munitionsreste. Der Kommandeur Michael Traut hatte vor einigen Monaten zwar betont, es gebe keine Erkenntnisse über Altlasten. Er hatte aber auch nicht ausschließen wollen, dass es solche geben könnte. Anfang April hatte sich der Grünen-Landtagsabgeordnete und Kreisrat Martin Runge zu Wort gemeldet und unter Berufung auf die Oberste Baubehörde München vor einem verfrühten Erwerb der Flächen gewarnt. Runge sieht den Bund in der Pflicht, sich um umfängliche Bodenuntersuchungen- beziehungsweise Bodensanierungen zu kümmern. Auch die Anliegergemeinden seien gut beraten, sich um die Sache zu kümmern statt sich nur auf die Gründung eines Planungsverbundes in Form eines Zweckverbandes zu konzentrieren.

Im Zuge der Informationsveranstaltung, zu der neben Oberbürgermeister und Stadträten auch alle Bürger eingeladen wurden, sind drei Impulsvorträge geplant: Der Umweltbeiratsvorsitzende Georg Tscharke spricht über "die Geschichte des Fliegerhorstes unter Umweltaspekten" und fasst die Ergebnisse von Zeitzeugenbefragungen von 1955 bis heute zusammen. Martin Höckenreiner widmet sich dem Thema "Konversion und Altlasten - Besonderheiten und Fallstricke". Und die BN-Kreisvorsitzende Eugenie Scherb spricht über "Schützenswertes aus Sicht des Bundes Naturschutz" auf dem Areal des Fliegerhorsts. Anschließend will der Umweltbeirat Raum lassen für Diskussionen mit Politik, Verwaltung und der Öffentlichkeit.