Fürstenfeldbruck Acht Prozent im Blick

Strahlende Sonne am Himmel, gefühlt gute Aussichten für die Liberalen: Stelldichein der FDP-Politiker im Fürstenfeldbrucker Klosterstüberl

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Vize-Kreisvorsitzende Birgit Thomann ist seit 45 Jahren FDP-Mitglied und gibt nun die Zielmarke für die Landtagswahl aus

Von Karl-Wilhelm Götte, Fürstenfeldbruck

Birgit Thomann ist seit vielen Jahrzehnten das Gesicht der FDP im Landkreis. Mittlerweile gehört sie 45 Jahre dieser Partei an. 1982, als die FDP die sozialliberale Koalition unter Helmut Schmidt ziemlich unvermittelt verließ und sich der Union unter Kanzler Helmut Kohl (CDU) andiente, hatte sie mal daran gedacht, die FDP - wie viele andere auch - zu verlassen. Doch sie fand keine politische Alternative. "Ich bin von Grund auf eine Liberale", bekräftigt Thomann beim Sommerfest des Kreisverbandes rückblickend. Im Fürstenfelder Klosterstüberl haben sich da etwa 25 Besucher, vornehmlich FDP-Mitglieder, Mandatsträger aus den Kommunen und Landtagskandidaten versammelt.

Birgit Thomann, stellvertretende Kreisvorsitzende und in den Achtzigerjahren mal Bundestagskandidatin der FDP, kann den zumeist jüngeren Parteimitgliedern einiges erzählen, wie es früher gewesen ist. Doch die Vergangenheit ruht schnell wieder, weil die Landtagswahlen anstehen und die FDP nach fünf Jahren wieder ins Maximilianeum einziehen will. "Wir stehen bei sechs Prozent", sagt Thomann und ergänzt trocken: "Unser Ziel sind acht Prozent." Natürlich will die FDP auch vom Minus der CSU profitieren. "Die haben zu sehr aufgetrumpft und wirken zu selbst sicher", sagt Thomann. "Genauso wie die deutschen Fußballnationalmannschaft." Fußball ist übrigens eine der Leidenschaften Thomanns. "Dafür interessiere ich mich von kleinauf an." Auch der Brucker FDP-Stadtrat Klaus Wollenberg gibt sich in Sachen Landtagswahl optimistisch: "Wir reißen die fünf Prozent nach oben." Die Kandidatur des ehemaligen Fokus-Chefs Helmut Markwort gebe zusätzlichen Schwung. Das habe die Veranstaltung in Eichenau gezeigt.

Wollenberg und Thomann finden es gut, dass Markwort mit immerhin 81 Jahren kandidiert. "Er wirkt viel jünger", meint Thomann "und es ist gut, dass ältere Menschen nicht immer an den Rand gedrängt werden." Der Spitzenkandidat der FDP, Martin Hagen, sei zudem erst 37 Jahren alt. "Markwort formuliert kurz und knackig", lobt ihn Wollenberg. Er betreibe "keinen Zweckoptimismus". Vielmehr lassen die Signale aus seinem Umfeld und Bekanntenkreis seinem Eindruck nach auf ein gutes Wahlergebnis der Liberalen schließen.

Die Kreis-FDP will zu jenem Wahlerfolg und zum angepeilten Wiedereinzug in den Landtag im Oktober natürlich selbst aktiv beitragen. Die politische Konkurrenz hat Birgit Thomann dabei im Auge. "Die Grünen werden stark werden", prophezeit sie. "Die sind in Bayern schon immer gut verankert gewesen und werden zweitstärkste Partei." Der SPD traut sie nicht viel zu. "Da sind zu viele Strömungen unterwegs", so Thomann, "die wissen nicht genau, wo sie stehen." Ihr Wunsch: "Vielleicht werden einige SPD-Wähler auch zur FDP wandern."

Die Stimmung ist gut an den drei großen Tischen im Klosterstüberl, wenn auch politische Diskussionen nur im kleinen Kreis erfolgen können. Thomann ist wie immer mittendrin. Wenn sie sich gerade mal nicht in die Politik einmischt oder kein spannendes Fußballspiel im Fernsehen läuft, geht die Emmeringerin gern zum Schwimmen. Pucher Meer, Wörthsee oder Starnberger See sind ihre bevorzugten Badegewässer.