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Fürstenfeldbruck:3,5 Millionen für Obdachlosenunterkunft

Die Unterbringung obdachloser Menschen in Pensionen und Mietwohnungen hat die Kreisstadt Jahr um Jahr viel Geld gekostet. 2017 kaufte Bruck dann für fast drei Millionen Euro das ehemalige Hotel Hasenheide. Eine Investition, die sich rechnet, obwohl die Umbaukosten mit 460 000 Euro über der ursprünglichen Kalkulation liegen. Das geht aus einer Expertise hervor, die an diesem Dienstag dem Stadtrat vorgelegt wird. Im Laufe der Sanierung hatten sich Defizite beim Brandschutz offenbart. Und für den barrierefreien Zugang wurden eine breite Außentreppe nebst Treppenlift eingebaut.

Bereits im März 2018 war das Haus am südlichen Rand des Gewerbegebiets bezogen worden - zunächst von der Notschlafstelle der Caritas mit acht Plätzen. Das "Kap" hatte den Standort an der Kapuzinerstraße aufgeben müssen. Im November begann auch die Stadt mit der Belegung. Doreen Höltl zeigt sich in ihrem Bericht, der der SZ vorliegt, zufrieden. 26 Personen hat Bruck mittlerweile dort untergebracht: zwei Familien, drei Paare sowie neun Einzelpersonen. Die Stadt erhält dafür Mietkosten von monatlich 12 400 Euro - zu zahlen von den Bewohner oder ersatzweise von Landkreis und Bund.

Die 59 Plätze im "Haus Hasenheide" werden nun schrittweise belegt. Wohl nicht zuletzt diese Zusammenführung sowie die Aufgabe einzelner Wohnungen und der forcierte Personaleinsatz hätten die Zahl der Obdachlosen von 130 Personen (April 2017) auf derzeit 80 Personen sinken lassen, so Höltl. Auch Bedenken, es könne ein sozialer Brennpunkt entstehen, lassen sich anhand der Polizeistatistik nicht bestätigen. Rund ums Haus habe es von März 2018 bis April 2019 lediglich sieben Einsätze gegeben, heißt es, drei davon innerhalb des Hauses: einmal wegen Hausfriedensbruch, einmal wegen Drogen und einmal wegen eines per Wasserkocher ausgelösten Brandalarms.