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Frisch und fröhlich:Doppeltes Jubiläum

90 Jahre TSV Alling

Der TSV Alling besteht seit 90 Jahren. Hier ein Bild der Handballjugend aus dem Jahr 1932.

(Foto: TSV Alling)

Allinger feiern 90 Jahre Turn- und Sportverein und dessen 70-jährige, neu restaurierte Fahne mit einem mehrtägigen Fest

Vor 90 Jahren haben 23 Sportbegeisterte den Turn- und Sportverein Alling (TSV) gegründet, und seit 70 Jahren wird bei kirchlichen und weltlichen Festen stolz die Vereinsfahne präsentiert. Für den Vorsitzenden Karl-Heinz Niebler und den Vorstand bot das doppelte Jubiläum den Anlass, auf dem Sportgelände an der Gilchinger Straße vier Tage lang zu feiern. Die Fahne wurde restauriert und wird neu geweiht. Als Schirmherren fungieren der Landtagsabgeordnete Hans Friedl (FW) und Bürgermeister Frederik Röder (CSU).

In den Anfangsjahren war das Turnen Schwerpunktsport. Aus der Festschrift ist zu entnehmen, dass das Kreisturnfest, das 1929 in Fürstenfeldbruck stattfand, zur Gründung motivierte. Der Turn- und Sportverein der Kreisstadt fungierte als Patenverein. Der TSV setzte auf den Turnerwahlspruch "Frisch, fromm, fröhlich, frei", den Turnvater Jahn 1816 im Turnlehrbuch "Die deutsche Turnkunst" zur sittlich-moralischen Maxime der Turner erhoben hatte. Die vier "F" gingen ins Vereinswappen ein und zieren eine Seite der Fahne. Geturnt wurde anfänglich "unter schwierigen technischen Voraussetzungen" im Speicher der Schule und auch im Freien am Reck, an Barren und Pferd, die von anderen Vereinen ausgeliehen wurden. Bald stellten sich Erfolge ein. Die Turnerriege wurde zu Wettkämpfen bis nach Garmisch eingeladen. Die Sportler radelten dorthin. Nach einigen Jahren wurden auch Faust- und Handball gespielt sowie Leichtathletik betrieben. Auch manches Theaterstück wurde aufgeführt. In der Zeit des Nationalsozialismus, von 1936 an, hatte der TSV "Pause" bis er 1946 als einer der ersten im Landkreis mit Erlaubnis der US-Besatzung wieder aktiv werden durfte.

1949 wurde die Fahne geweiht, die laut Fahnenwart Robert Schröder christliche Symbole und einen Turner zeigt. Dass der Spitzenturner und Olympiasieger von 1936, Innozenz Stangl aus Jesenwang, dabei zum Vorbild genommen wurde, ist nicht ausgeschlossen. Es wird vermutet, dass er beim TSV zeitweise als Übungsleiter aktiv war. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde auch Gymnastik angeboten und der Handballsport gewann an Bedeutung.

Unter Trainer Max Altmann gelang 1969 der Aufstieg in die Landesliga. Seither haben die Allinger Handballer "einen respektvollen Namen", sagt TSV-Präsident Niebler. Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums wurde das Sportgelände an der Antoni-Straße eingeweiht. Erst 1972 kam eine Fußballabteilung hinzu. 1977 wurde die Mehrzweckhalle errichtet und von 1983 an konnte auf dem neuen Sportgelände gespielt werden Nach einigen Auf- und Abstiegen gelang 1990 der Einzug der Fußballer in die Bezirksliga. Ein Highlight war in diesem Jahr das Gastspiel des FC Bayern München. Bis zur Pause habe der TSV mit 5:3 vorne gelegen, erinnert sich Pressesprecher Gerhard Bauer. Letztlich sei das Spiel unentschieden 5:5 ausgegangen, und "Trainer Jupp Heynkes hat getobt". Mittlerweile gibt es beim TSV mit seinen rund 1200 Mitgliedern auch eine Läufer- und ein Wandergruppe sowie Tennis und Stockschießen. "Breitensport und vor allem Jugendförderung sind uns besonders wichtig", erklärt TSV-Chef Niebler. Die Feierlichkeiten begannen am Donnerstag mit der Allinger Dorfmeisterschaft im Schafkopfen, am Freitag spielt bei der Zeltparty die Showband "Saustoi". Am Samstag, 13, Juli, lädt der Verein zu Sportveranstaltungen mit "offener Tür" im Sportheim ein. Am Abend findet das Sommernachtsfest statt. Am Sonntag wird bei einem Feldgottesdienst die Vereinsfahne neu geweiht, anschließend bei einem Umzug mit Vereinen und der Blaskapelle Alling präsentiert. Der Festakt mit Festreden und Ehrungen ist von 13 Uhr an vorgesehen.

Einlass auf dem Sportgelände am Freitag von 19 Uhr an, am Samstag Sportveranstaltungen von 14 Uhr an, Sommernachtsfest von 19 Uhr an. Sonntag: Weckruf sechs Uhr, 8.30 Uhr Empfang der Vereine mit Weißwurstessen, zehn Uhr Gottesdienst.

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