Fürstenfeldbruck:Flüchtlingszelt vor Landratsamt soll nächste Woche bezogen werden

Fürstenfeldbruck: Das Zelt, das vor dem Landratsamt aufgebaut wurde (rechts der Eingang), ist bezugsfertig.

Das Zelt, das vor dem Landratsamt aufgebaut wurde (rechts der Eingang), ist bezugsfertig.

(Foto: Jana Islinger)

Landrat Thomas Karmasin fordert stellvertretend für seine bayerischen Kollegen, den Zuzug wirksam zu begrenzen.

Von Heike A. Batzer, Fürstenfeldbruck

Direkt vor dem Landratsamt in Fürstenfeldbruck, dort wo ein Weg vom Stockmeierweg am Parkdeck der Behörde vorbei zu deren Eingang an der Münchner Straße führt, stehen jetzt ein Unterkunftszelt sowie Küchen- und Sanitärcontainer. Das Areal ist eingezäunt. Voraussichtlich in der kommenden Woche werden nach Angaben der Kreisbehörde dort die ersten Geflüchteten einziehen, die zuvor im Zelt am Mammendorfer Freizeitpark ihre Erstaufnahme erhalten.

Das Zelt vor dem Landratsamt kann etwa 40 bis 50 Menschen aufnehmen. Fürstenfeldbrucks Landrat Thomas Karmasin (CSU) hatte den Standort vor seinem Dienstsitz ins Spiel gebracht, weil die Zahl der Migranten anhaltend hoch ist, der Platz, sie unterzubringen, aber fehlt. Zudem möchte er zusätzliche Plätze in leer stehenden Räumen im Fliegerhorst schaffen. Eine entsprechende Anfrage ist gestellt. Durchschnittlich alle zwei Wochen muss der Landkreis etwa 50 weitere Flüchtlinge unterbringen. In seiner Funktion als Präsident des Bayerischen Landkreistags betont Karmasin seit langem, dass die Kommunen diesbezüglich längst an ihrer Leistungsgrenze angekommen seien.

Die durch den Landkreistag vertretenen bayerischen Landrätinnen und Landräte begrüßen deshalb den Kurs der CSU-Landtagsfraktion, die die Migration stärker steuern und begrenzen möchte. Aber "solange es noch ein paar Grünstreifen oder Parkplätze gibt, sieht man in weiten Teilen der Regierungskoalition in Berlin jedenfalls keinen eiligen Handlungsbedarf", kommentierte Karmasin in der Fraktionssitzung sarkastisch. Es gebe allerdings kaum noch Landkreise, in denen nicht Hallen oder Zelte als Unterkünfte dienen müssten. Das Asylrecht müsse gar nicht geändert, sondern angewandt werden, fordert der 61-Jährige. Etwa die Hälfte der Zuwandernden würden keinen Schutz suchen, sondern "aus anderen Gründen" kommen. Dabei gehe es "unter anderem um medizinische Versorgung oder auch Geld". Das Ausländerrecht bietet Karmasin zufolge "zu viele Möglichkeiten, trotz eines abgelehnten Asylantrags einen legalen Aufenthaltsstatus zu erlangen". In dieser Hinsicht stelle die jüngste Erleichterung des Aufenthaltsrechts durch die Bundesregierung eine "Einladung" dar. Allein wegen der schieren Zahl der Geflüchteten gebe es keine Möglichkeit der Integration. "Entsprechend muss endlich der Zugang gedrosselt werden", so Karmasin.

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