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Feuerwehr:Von den Anforderungen eines ganz gewöhnlichen Jahres

Beim Neujahrsempfang zieht der Kreisbrandrat Bilanz: Die Zahl der Einsätze bleibt gleich, die psychische Belastung für die Feuerwehrmänner nimmt zu

Als "nichts Außergewöhnliches" bewertet Kreisbrandrat Hubert Stefan beim Empfang im Landratsamt das Einsatzjahr.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Mehrere Werbebanner und -aufsteller, die für ein Engagement bei der Freiwilligen Feuerwehr werben, flankieren Kreisbrandrat Hubert Stefan, als er ans Rednerpult tritt, um die Gäste des Neujahrsempfangs des Kreisfeuerwehrverbands im Foyer des Landratsamts zu begrüßen und das vergangene Einsatzjahr zu resümieren. "Wir müssen keinen Rückgang verzeichnen", verkündet Stefan, als er seine Präsentation mit den Personalstatistiken beginnt, betont im Anschluss aber auch, dass dieses Ergebnis nicht von alleine komme. Mit Slogans wie "Cool genug für ein heißes Hobby" wirbt man bei der Feuerwehr um ehrenamtlich Engagierte. Die Statistik zeigt, dass dies nicht erfolglos war, denn das Gesamtpersonal ist leicht gestiegen. Zudem werden immer mehr Frauen als Zugänge verzeichnet. Auch der Jugendbereich sei "sehr stabil". Zwar gebe es marginale Schwankungen, diese seien jedoch gerade bei den Minderjährigen normal, erklärt die 15-jährige Magdalena Schmid von der Freiwilligen Feuerwehr Althegnenberg. Sie hat, wie acht andere Jugendliche, bei einem Wissenstest der Kreisbrandinspektion den Test der Stufe 4 bestanden und wurde dafür mit einer Urkunde geehrt. Das Engagement freut Stefan, denn "die Jungen sind die Zukunft".

Wie die Personal-, so blieben auch die Einsatzzahlen stabil. Das vergangene Jahr sei "nichts Außergewöhnliches" gewesen, erklärt der Kreisbrandrat den 160 geladenen Gästen. Dass die Statistiken über die vergangenen 20 Jahre nach oben gegangen sind, sei kein Wunder, sei doch auch die Einwohnerzahl im Landkreis stark gestiegen. Nichtsdestotrotz seien im "durchschnittlichen" Jahr 2017 doch einige Besonderheiten festzustellen gewesen. Beispielsweise sei zu beobachten, dass es immer öfter zu Bränden in stark vermüllten sogenannten "Messi-Wohnungen" komme. Sie seien besonders brandanfällig. Bei den Verkehrsunfällen kristallisieren sich die Bundesstraßen B 2 und B 471 immer mehr als Brennpunkt heraus. Dort habe es in den vergangenen zwei bis drei Jahren verstärkt Zusammenstöße gegeben. Dafür sei der Landkreis in 2017 von schweren Sturmschäden verschont geblieben.

Vor allem aber sei eine Übung interessant gewesen. In Germering am Schusterhäusl habe man im Juli einen Großeinsatz nachgestellt, bei dem die Feuerwehren des Landkreises, Notärzte, Polizei und Rettungsdienste kooperieren mussten. Die Aktion sei über sechs Monate hinweg akribisch geplant worden, sogar Schauspieler wurden engagiert. Dies zeige die gute Zusammenarbeit der Feuerwehren und das große Engagement, das in die Aus- und Weiterbildung gesteckt werde.

"Das Spektrum des Feuerwehr-Einsatzes ist unwahrscheinlich groß", betont Stefan. Deswegen habe man alle Möglichkeiten genutzt und sei für bestimmte Übungen zum Beispiel auch auf das ADAC-Trainingsgelände in Augsburg ausgewichen. Vor allem sei das Angebot der psychosozialen Notfallversorgung unter den Einsatzkräften nachgefragt worden. Die psychische Belastung, unter der Hilfskräfte ständen, sei nicht zu unterschätzen, gibt der 60-Jährige zu bedenken.

2018 sei vor allem eine Heißübung, bei der in speziellen Übungscontainern der Brandfall trainiert werde, geplant, so Huber. Zusätzlich stünde eine Machbarkeitsstudie für die angedachte Erweiterung des Notfall-Lagers in Eichenau auf dem Plan. Sie hätte eigentlich schon im vergangen Jahr erstellt werden sollen. "Wichtig ist, dass wir die jungen Leute begeistern", schließt der Kreisbrandrat und betont so erneut, dass auch in diesem Jahr um neues und konstantes Engagement geworben werden müsse, damit im nächsten Jahr wieder auf positive Statistiken geblickt werden könne.