Das Feuer, das am Samstagabend vor einer Woche die Mehrzweckhalle an der Ammerseestraße in Moorenweis erheblich beschädigt hat, ist vermutlich durch Brandstiftung entstanden. Es war bei den Müllcontainern ausgebrochen und dann übergesprungen. Die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Halle ist derzeit nicht nutzbar.
„Anlieger haben ein Knallen gehört, das auf die Explosion von Feuerwerkskörpern schließen lässt“, sagt der zurzeit amtierende Bürgermeister Rudi Keckeis. Laut Kreisbrandrat Christoph Gasteiger, der auch Dritter Bürgermeister der Gemeinde ist, wurden in der Nähe der Müllcontainer denn auch etliche abgebrannte Feuerwerkskörper gefunden und Brandstellen entdeckt. „Wir hatten in jüngster Vergangenheit schon zwei ähnliche Fälle, bei denen Müllbehälter in Brand gesteckt wurden“, so Keckeis.
Leider habe man die Täter, die auf den kleinen Wertstoffhöfen an der Landsberger Straße und an der Kinderkrippe in der Ahornstraße Feuer gelegt hatten, nicht fassen können. Außerdem hatten „Vandalen“ einen Geräteschuppen an der Mehrzweckhalle aufgebrochen, Schlüssellöcher blockiert und das Steuerteil des Behindertenaufzugs aus dem Türrahmen gerissen.
Der Brandschaden liegt laut Keckeis wohl im sechsstelligen Bereich. Auf den Brand vor einer Woche waren Passanten laut Gasteiger durch den Feuerschein aufmerksam geworden, der sich in den Rathausfenstern gespiegelt habe. Sie lösten daraufhin Alarm aus.
Beim Eintreffen der Wehren hätten sich die Flammen bereits Richtung Hallentor und auf die Mittagsbetreuung, die direkt an die Halle anschließt, ausgebreitet und seien auf den Geräteraum der Halle übergesprungen. Ein Außenfenster der Mittagsbetreuung sei durchgebrannt, die Innenscheibe aber ganz geblieben, so dass Feuer und Rauch nicht direkt hätten eindringen können. Die Mehrzweckhalle indes war stark verraucht und zum Teil verrußt, nachdem Turngeräte wie Matten, Stühle und andere Ausstattungsgegenstände Feuer gefangen hatten.
Die Räume der Mittagsbetreuung blieben weitgehend verschont
Nach erster Begutachtung habe man glücklicherweise festgestellt, dass die Räumlichkeiten der Mittagsbetreuung weniger beschädigt worden waren als zunächst angenommen, so dass an diesem Montag der Betrieb wieder normal anlaufen kann, so Gasteiger. Durch den Austausch von Teilen der elektrischen Anlage soll die Halle wieder soweit wiederhergestellt werden, dass eine Nutzung möglich ist. Die Elektrotechnik für beide Gebäude ist am schlimmsten beschädigt worden. „Vor allem die Stromversorgung ist zerstört“, so Gasteiger. Außerdem muss im Außenbereich ein verbogenes Geländer ersetzt werden. Laut Keckeis sind „Brandlöcher“, die im Hartplatz ausgebessert werden müssten, besonders ärgerlich, da der Bereich erst vor Kurzem für etwa 350 000 Euro renoviert worden war. Wie lange die Mehrzweckhalle nicht nutzbar sein wird, lässt sich derzeit noch nicht sagen. Denn noch dauern die Untersuchungen der Gutachter an. Momentan wird die Halle „entraucht“. Die Beseitigung von Ruß, die Reparatur der Elektrik sowie die Anschaffung neuer Turngeräte und von Mobiliar werde noch einige Zeit dauern, so Keckeis.
Ob nun eine Videoüberwachung installiert wird, darüber muss möglicherweise erneut der Gemeinderat entscheiden. Im September hatte das Gremium dies aufgrund hoher Kosten noch abgelehnt und stattdessen eine Optimierung der Außenbeleuchtung mit Bewegungsmeldern beschlossen. Für den Brandbereich ist diese schon wirksam, hat aber offensichtlich den oder die Täter nicht abgeschreckt.

