Fazit 17 Mal Edigna

Regisseur Marcus Everding lobt das Engagement der zahlreichen Laienschauspieler.

(Foto: Matthias Döring)

Positive Bilanz nach Abschluss der Spielzeit in Puch

Von Manfred Amann, Fürstenfeldbruck

Nach 17 Aufführungen, wegen der großen Nachfrage zwei mehr als ursprünglich geplant, ist im Fürstenfeldbrucker Ortsteil Puch die siebte Edigna-Spielzeit zu Ende gegangen, die nur alle zehn Jahre stattfindet. Etwa 3300 Besucher nahmen die zentrale Botschaft mit nach Hause: wie bedeutsam es für das seelische Wohl und damit für mehr Lebensqualität für sich selbst und für den Gesprächspartner sein kann, Zeit zu schenken. Das ergreifende Bühnenstück "Ex voto, was vom Baum blieb", das der Theaterregisseur Marcus Everding wie schon vor zehn Jahren ganz neu für die Spielzeit geschrieben hat, war laut Zuschauerstimmen bravourös inszeniert und eine große Herausforderung für alle Beteiligten. Eine sehr positive Bilanz zog auch Edigna Kellermann, Vorsitzende des Edigna-Vereins: "Es wurde in allen Bereichen auf höchstem Niveau professionell gearbeitet". Großer Dank gelte Marcus Everding, der es verstanden habe, die Edigna-Legende aus dem elften Jahrhundert in die Jetztzeit zu transportieren. Für den Pfarrverband hätten die Edigna-Spiele sogar den Anstoß für die Aktion "Zeit verschenken" gegeben, die dazu ermuntere, sich im Sinne von Nächstenliebe Zeit für andere zu nehmen. Nicht nur die etwa 30 Laienschauspieler hätten Herausragendes geleistet, sondern auch alle, die hinter den Kulissen tätig waren - zum Beispiel beim Ticketverkauf, bei der Werbung, als Beleuchter, Tontechniker, für Rettungsdienst und Feuerwehr, Bühnenbauer, beim Aufräumen oder im Catering-Team. In Anlehnung an das Edigna-Stück hätten die Mitwirkenden sehr viel von ihrer wertvollen Zeit für die Edigna-Spiele und damit für andere geopfert.

Während der langen Spielzeit musste die stellvertretende Spielleiterin Ulrike Buttner wegen Krankheitsausfall kurzfristig zwei Rollen übernehmen, und sogar Marcus Everding muste einspringen. "Es war eine anstrengende, aber auch spannende Zeit, in der die Pucher zusammengehalten haben", befand Buttner. Edigna Kellermann würdigte denn auch, dass Jung und Alt, Alteingesessene und Zugezogene zusammengeholfen hätten, besonders erfreulich sei das Engagement von Neubürgern gewesen. Wichtig ist der Vorsitzenden auch, dass die selige Edigna als "Identifikationssymbol für das Dorf und seine Einwohner" eine Erneuerung erfuhr, die bis zu den nächsten Edigna-Spielen 2029 nachwirken sollte. Bedeutsam ist laut Kellermann, dass durch den Besuch hoher christlicher Würdenträger und Politiker aus der Ukraine, die gute Beziehung zu den dortigen Edigna-Verehrern vertieft werden konnte. "Erstaunlich, mit welcher Energie und Selbstforderung sich die Laien von Probe zu Probe in ihre Rollen sozusagen hineingesteigert haben", lobte Everding . Einige Besucher hätten ihm versichert, das Stück habe sie "erwischt oder irritiert und nachdenklich" gemacht.

Die Zuschauer zu erreichen, sei allgemein das Ziel von Theater, die seines Edigna-Stückes "aber ganz besonders". Die Frage sei nun, "was ist danach?" Aber auch wenn nur wenige die Botschaft, sich in Gedanken an Edigna mehr Zeit für sich und andere zu nehmen, dauerhaft umsetzen würden, habe sich der Aufwand gelohnt. Zum Dank und als Erinnerung beschenkte Edigna Kellermann Marcus Everding mit einem der Pulte, an denen Chronisten Edignas Lebenszeit beschrieben, damit er "noch viele so schöne und eindringliche Bühnenstücke schreiben" könne. Als Spielleiter wurden Everding und seine Stellvertreterin Ulrike Buttner mit einem geschnitzten "Pucher Lindenblatt" ausgezeichnet, das zu einer Art "Pucher Kulturpreis" werden könnte.