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Exponate brauchen mehr Platz:Deutsches Museum will in Maisach bauen

Im Gewerbegebiet an der Frauenstraße soll ein zentrales Depot für 80 000 Exponate gebaut werden. Einen Teil davon können Besucher auch sehen.

Das Deutsche Museum plant, sein zentrales Depot mit 80 000 Exponaten nach Maisach zu verlegen. Der Standort im Gewerbegebiet an der Frauenstraße sei "ideal", vor allem wegen der verkehrsgünstigen Lage, zitieren Insider die Interessenten. Auf mehreren Stockwerken soll das im Zuge der Generalsanierung geplante Depot dort entstehen. Der Maisacher Gemeinderat wird sich am kommenden Donnerstag mit der Ansiedlung befassen. Museumsleiter Wolfgang Heckl will sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht dazu äußern. Das Deutsche Museum besitzt rund 100 000 Exponate. Für die Öffentlichkeit zur Schau gestellt werden allerdings nur etwa 20 000. Der Rest lagert in verschiedenen Depots, die auf sieben Stellen in und bis zu 70 Kilometer rund um München verteilt sind. Sie befinden sich unter anderem in dem vom Isarhochwasser bedrohten Keller der Museumsinsel, im historischen Hauptzollamt an der Landsberger Straße, aber auch in Freilassing und Ingolstadt. Die Verteilung verursacht logistische Probleme und Mietkosten von rund einer Million Euro im Jahr. Deshalb sucht das Museum laut Museumssprecher Bernhard Weidemann schon länger nach einer Möglichkeit, seine verschiedenen Außenstellen unter einem Dach zu vereinen. So war vor zwei Jahren die Gemeinde Oberschleißheim, wo das Deutsche Museum einen wichtigen Teil seiner Luftfahrtsammlung in einer Werfthalle zeigt, als Zentrale für das Depot im Gespräch. Die Pläne - auf einer Fläche von 10 000 Quadratmetern sollte ein fünfstöckiger Neubau entstehen, davon zwei Stockwerke unterirdisch - waren dem dortigen Gemeinderat zu massiv. Das Museum fürchtete laut Weidemann zudem "eine Kostenexplosion" - wegen möglicher Fliegerbomben und verseuchten Bodens in Flughafennähe. Erst im Juni, als Bund und Freistaat das 400 Millionen Euro schwere Sanierungsprogramm für das Museum aufgelegt haben, ist die Standortsuche für das Zentraldepot laut Weidemann konkreter geworden. Nun würden einige Möglichkeiten geprüft, auch Maisach. Wie Heckl wollte er aus Rücksicht auf das noch nicht gefällte Votum des Maisacher Gemeinderats den genauen Planungsstand nicht kommentieren. Dafür berichten Mitglieder des Gemeinderats, dass Gespräche und Ortsbesichtigungen mit Museumsvertretern schon seit sechs bis neun Monaten laufen. Unlängst sei das Projekt, für das rund 40 Millionen Euro veranschlagt werden, dem Gemeinderat nichtöffentlich vorgestellt worden. Die erste Resonanz auf das Vorhaben sei positiv gewesen, heißt es. Am Donnerstag werden die Politiker öffentlich beraten. Die genaue architektonische und konzeptionelle Gestaltung ist dem Sprecher zufolge noch offen. Ein Teil der Sammlung, zu der auch die erste Röntgen-Röhre und eine Haartrockenhaube von 1950 gehören, soll aber Besuchern gezeigt werden. So will man die Forschungs- und Bildungstätigkeit des Museums der Öffentlichkeit darstellen. Schon jetzt besichtigen Forscher aus aller Welt die Lager. Werden die Pläne Realität, würden diese künftig Maisach besuchen, das mit dem nahen S-Bahnhof und der B 471 eine gute Verkehrsanbindung hat. Neue Arbeitsplätze indes brächte das Zentraldepot kaum.