Erlebnisbad Wasserrutsche für Olching

Ein bundesweit tätiges Unternehmen signalisiert Interesse an dem Standort für das Erlebnisbad und legt beim ersten Gespräch ein komplettes Konzept vor.

Von Karl-Wilhelm Götte

Ein Erlebnisbad mit Saunalandschaft, Wasserrutsche und Whirlpool in Olching? Bisher war es kaum vorstellbar, dass sich die Ampergemeinde mit Königsbrunn oder gar Erding in die Phalanx der Wellness- und Erlebnisbäder einreihen könnte.

Doch besonders die CSU-Fraktion im Olchinger Gemeinderat hat sich dieser Idee angenommen, deren Umsetzung etwa 15 Millionen Euro kosten dürfte. Bürgermeister Andreas Magg (SPD) findet das Projekt ebenfalls interessant, hält jedoch eine 15-Millionen-Investition für "derzeit nicht finanzierbar".

Hintergrund der von der CSU nun neu angestoßenen Debatte ist die unbefriedigende Situation um das kleine Hallenbad an der Heckenstraße, das mit nur 20 Metern Länge lediglich ein Lehrschwimmbecken ist, aber der Gemeinde ein jährliches Defizit von 300.000 Euro beschert.

CSU-Gemeinderat Karl Schwojer ist bei einem Besuch im niedersächsischen Seelze auf das Erlebnisbad gestoßen. Die Kleinstadt nahe Hannover ist mit 26.000 Einwohnern mit Olching zu vergleichen. "Ich wollte mal sehen, wie die das hinkriegen", erzählte Schwojer und fand das Konzept der Kristall Bäder AG überzeugend. Die Firma aus Stein bei Nürnberg betreibt deutschlandweit 23 Bäder, wobei die Kommune das Bad baut und das Unternehmen es für 20 Jahre zu einem festen Zins pachtet.

Schwojer errechnete eine jährliche Belastung für Zins- und Kreditrückzahlung der Gemeinde von 300.000 bis 500.000 aus. Dafür bekäme man ein attraktives Bad und wäre die 300.000 Euro Defizit für das Bad an der Heckenstraße los. "Zudem schaffen wir 45 Arbeitsplätze", hob Schwojer hervor.

Das Bad in Olching könnte so groß werden wie etwa die "Königstherme" in Königsbrunn bei Augsburg. Das Unternehmen kalkuliert mit 200.000 Besuchern pro Jahr. Der Eintrittspreis liegt in vergleichbaren Bädern der Kristall Bäder AG bei 16 Euro für die Tageskarte.

Es soll über eine 25-Meter-Bahn verfügen und auch von Schulklassen genutzt werden. "Das Konzept des Unternehmens wäre fix und fertig", bekräftigte Schwojer, "auch der Standort Olching ist für den Pächter interessant." Ein erstes Gespräch mit dem Unternehmen hat in der Gemeinde bereits am 1. Juli stattgefunden.

Doch wo man ein solches Bad bauen könnte, diese Frage ist noch nicht gelöst. Immerhin sind 20.000 Quadratmeter für Bad und Parkplätze nötig. Auch die Verkehrsströme gilt es möglichst um Olching und seine Ortsteile herum zu lenken. So hat die CSU über einen Standort an der A8 nachgedacht, der jedoch nur mit einem eigenen Autobahnanschluss sinnvoll wäre.

Denkbar wäre auch ein Bad an der B471, doch dann würde man damit das eigene Gewerbegebiet beschneiden. Zudem sind alle Grundstücke, die bisher als Standort für das Erlebnisbad in Frage kommen, in Privatbesitz.

Magg will die Debatte nicht abwürgen, doch 15 Millionen für diese Investition habe die Gemeinde bei 14 Millionen Euro Schulden momentan nicht im Kreuz. "Diese Größenordnung würde uns auch das Landratsamt nicht genehmigen, weil das nicht zu unseren Pflichtaufgaben gehört. Die CSU will das Projekt trotzdem weiterverfolgen. "Wir müssen den geistigen Mut haben", sagte Fraktionssprecher Tomas Bauer, "über die Querpflasterung eines Platzes hinauszudenken."