Süddeutsche Zeitung

Entlastung für Emmeringer Lehrer:Ein Freiwilliger für die Schule

Emmeringer Förderverein bittet Gemeinderat um finanzielle Unterstützung für Einsatz eines Bufdis

Der Förderverein der Schulen Emmering ist erst ein gutes Jahr alt und kann schon eine beachtliche Bilanz vorlegen. Laut dem Vorsitzenden Gregor Magnus befindet sich der Verein noch im Aufbau. Er solle aber so schnell wie möglich "personell und finanziell wachsen", um Schule und Schüler besser unterstützen zu können. Als Herausforderung hat sich der Verein nun vorgenommen, vom nächsten Schuljahr an für die Grund- und Mittelschule dauerhaft einen "Bufdi" (Bundesfreiwilligendienst) einzusetzen.

In der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses kam die Initiative grundsätzlich gut an. Eine finanzielle Unterstützung sei nicht ausgeschlossen, sagte Bürgermeister Michael Schanderl (FW). Er riet dem Vorstand bei der Gemeinde einen Antrag auf Unterstützung einzureichen. "Schulleitung und Lehrer sehen für einen Bufdi einen großen Bedarf", sagte Magnus. Ein Freiwilliger könnte Lehrer zum Beispiel als Aufsichtsperson beim Mittagessen oder beim Schwimm-oder Sportunterricht entlasten und so einen flexibleren Schulbetrieb ermöglichen. Durch den Einsatz eines Bufdi könnten Klassenfahrten stattfinden, die wegen Mangels an Aufsichtspersonal ausfallen müssten. Da der Verein einen "möglichst jungen Freiwilligen" finden will, kam der Einwand, dass dieser mindestens 18 Jahre alt sein sollte. Monika Suhrmann (FW) wusste von Schwierigkeiten mit jungen Freiwilligen an anderen Schulen. Man solle "bei der Auswahl sehr vorsichtig sein". Wie Vereinskassier Thorsten Lemke darstellte, arbeiten die Freiwilligen ein Jahr lang unentgeltlich, was aber nicht bedeute, das keine Kosten anfielen. Man müsse jährlich etwa 7000 Euro aufwenden für Taschengeld, Seminarbesuche und Sozialversicherung, erklärte Lemke. Für den Verein wäre dies zumindest momentan noch eine zu hohe finanzielle Belastung, daher wünsche man sich eine finanzielle Rückendeckung beziehungsweise Absicherung. Wie hoch diese sein sollte, sei schwer abzuschätzen, sagte der Kassier. Nach den bisherigen, noch recht kurzen Erfahrungen sei jedoch davon auszugehen, dass der Förderverein etwa 3500 Euro selbst werde aufbringen könne. "Der Gemeinderat sollte also 3500 Euro oder sicherheitshalber 4000 Euro im Etat 2020 dafür vorsehen", fasste Schanderl zusammen. Lemkes "vorsichtige Einschätzung" basierte auf der Bilanz des ersten Vereins- beziehungsweise Schuljahres und möglicher Einnahmen durch ein öffentliches Schulfest, das im kommenden Jahr vom Förderverein erstmals organisiert werden soll. An Einnahmen konnte Lemke im Vorjahr circa 5600 Euro verbuchen. Fast 900 davon waren bei der Emmeringer Weihnacht erwirtschaftet worden, knapp 2000 Euro wurden gespendet und die Mitgliedsbeiträge brachten 1084 Euro ein. "Wir hoffen nun, weitere Mitglieder gewinnen und Spenden einsammeln zu können", sagte Lemke. Gregor Markus ist sich sicher, dass Privatpersonen oder auch lokale Firmen lieber Geld geben, wenn sie genau wissen wofür, zum Beispiel eben für einen Bufdi. Der Förderverein möchte seine Unterstützung auch anderweitig ausbauen. Im Vorjahr wurden etwa 4736 Euro für Schul-und Schülerhilfe ausgegeben, zum Beispiel, um Schülern die Teilnahme an Ausflugsfahrten zu ermöglichen. Die Schülerzeitung wurde finanziert, hilfsbedürftigen Schülern wurde bei der Anschaffung von Lernmaterial geholfen, ein Tanzworkshop wurde organisiert und vieles mehr. "Wir wollen trotz Bufdi auch weiterhin spontan und unbürokratisch in schwierigen Situationen helfen können", sagte der Vorsitzende. Daher sei man auf private und gemeindliche Unterstützung angewiesen. Auf Vorschlag von CSU-Gemeinderat Konrad Füßl wird zudem geprüft, ob der Einsatz eines Freiwilligen staatlich gefördert wird.

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Quelle:
SZ vom 19.10.2019
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