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Energiewende:Beraterkampagne für Eigenheimer

Grafrath will Hausbesitzer beim Energiesparen helfen

Von Manfred Amann, Grafrath

Um die Energiewende voranzubringen und um insbesondere Eigenheimbesitzer zu motivieren, Maßnahmen zum Klimaschutz und zum Einsparen von Energie zu ergreifen, strebt Grafrath ein staatliches Förderprogramm zur Energieberatung an. Der Gemeinderat hat daher Bürgermeister Markus Kennerknecht beauftragt, mit der Verbraucherzentrale Bayern eine Kooperationsvereinbarung für eine Beratungskampagne im kommenden Jahr zu treffen und die entsprechenden Zuschüsse zu beantragen.

Unter dem Motto "Man muss die Bürger möglichst kostenlos und auf ihr jeweiliges Heim bezogen über Möglichkeiten zur Energieeinsparung und über mögliche staatliche Zuschüsse informieren, um deren Interesse zu wecken" hatte in der abgelaufenen Wahlperiode Roger Struzena (Grüne) als Umweltreferent bereits die Fördermöglichkeit über die Verbraucherzentrale eruiert, die nun vom neuen Gemeinderat als geeignet abgesegnet wurde. Laut Bürgermeister Kennerknecht wird das Projekt aus Mitteln des Bundes großzügig unterstützt. Das Besondere an dem Konzept ist, dass die Energieberatung nicht wie üblich im Rathaus oder beim Fachmann stattfindet, sondern der Experte zu den Interessenten kommt und vor Ort die Möglichkeiten bespricht und entsprechende Berechnungen anstellt. "Steigende Energiepreise, schwindende Ressourcen, Belastungen für das Klima und die Umwelt: Es gibt ausreichend Gründe, Energie sparsam und effizient einzusetzen. Wir zeigen Ihnen eine Vielzahl von Möglichkeiten, Energie zu sparen, Ressourcen zu schützen und Ihren Geldbeutel zu schonen" wirbt die Verbraucherzentrale für ihr Programm.

Angeboten werden sogenannte Checks, die etwa zwei Stunden dauern und 226,10 Euro kosten. Von den Kosten übernimmt die Verbraucherzentrale jedoch 180 Euro, so dass für den Haus- oder Wohnungseigentümer nur 30 Euro zu bezahlen wären. Um die Energieberatung für die Interessenten jedoch kostenfrei vornehmen zu können, hat sich der Gemeinderat einstimmig auch dafür ausgesprochen, den Anteil von 30 Euro je Beratung aus der Gemeindekasse zu bezahlen. Ausgehend von etwa 100 möglichen Interessenten wurde daher beschlossen, im Etat 2021 insgesamt 3000 Euro bereitzustellen.

Mit der Übernahme der Kosten sei es aber nicht getan, befand Monika Glammert-Zwölfer (Grüne) und forderte, nach der Zusage der Förderung auch intensiv für das Beratungsprojekt zu werben. Öffentlichkeitsarbeit sei für den Erfolg sicher besonders wichtig, pflichtete Kennerknecht bei. Angeboten werden neben normalen Haus-Checks unter anderem ein spezieller Heizungs-Check mit Aufklärung über Brennwert- und Niedertemperaturkessel, Wärmepumpen und Fernwärmestationen. Beim Solarwärme-Check oder beim Eignungs-Check Solar liegt der Beratungsschwerpunkt bei der Sonnennutzung und beim Detail-Check werden spezifische Energieprobleme geklärt. Die Hausbesitzer erhalten zusätzlich zum Check-Ergebnis Ratschläge zu geeigneten Maßnahmen und Informationen über Fördermöglichkeiten.

© SZ vom 21.10.2020
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