ImmobilienEnergiesanierte Häuser erzielen höhere Preise

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Große Bauvorhaben sind weniger geworden, aber es gibt sie, wie am Alois-Harbeck-Platz in Puchheim.
Große Bauvorhaben sind weniger geworden, aber es gibt sie, wie am Alois-Harbeck-Platz in Puchheim. Carmen Voxbrunner

Bestandsimmobilien haben in den vergangenen Jahren an Wert verloren. Das gilt jedoch nicht, wenn Solaranlage und Wärmepumpe eingebaut werden, heißt es im Immobilienbericht der Sparkasse.

Von Andreas Ostermeier, Fürstenfeldbruck

Bestandsgebäude zu verkaufen, das war in den vergangenen Jahren mit Einbußen beim Preis verbunden. Laut der Sparkasse Fürstenfeldbruck erreichen gebrauchte Häuser und Wohnungen immer noch nicht das Preisniveau, das sie vor dem Zinsanstieg im Jahr 2022 besaßen. Es sei denn, sie sind energetisch saniert sowie mit einer Solaranlage und einer Wärmepumpe ausgerüstet. Das geht aus dem neuen Immobilienmarktbericht der Sparkasse hervor. Darin wird auch das Ergebnis einer Umfrage unter Immobilienkäufern und Kaufinteressenten zitiert. Demnach kommen nicht sanierte Bestandsimmobilien nur für 46 Prozent der Befragten infrage, sanierte hingegen für 93 Prozent.

Grund für diesen großen Unterschied bei Kaufinteressenten sind die künftig steigenden Ausgaben für Strom und vor allem Wärme wegen der CO2-Abgabe. Wer die steigenden Energiekosten nicht bezahlen möchte, muss sein Haus energetisch sanieren und mit einer Strom- und Wärmeerzeugung ausstatten, die ohne Gas, Öl oder Kohle auskommt. Das scheuen mögliche Käufer bei einem Altbau, den sie nicht kennen. Deshalb muss der Besitzer mit hohen Preisabschlägen rechnen, wenn er Wohnraum in unsaniertem Zustand verkaufen möchte. Oder er saniert selbst.

Die Sparkasse rät Besitzern von Bestandsimmobilien, die verkaufen möchten, deshalb dazu, von einem Energieberater einen Sanierungsfahrplan erstellen zu lassen. Dieser könne als Information einem potenziellen Käufer vorgelegt, oder vom Eigentümer selbst umgesetzt werden. Aus solch einem Plan geht hervor, wie es um Dach, Fenster, Außenwände und Heizungsanlage bestellt ist und was die Sanierung kostet. Danach weiß der Besitzer auch, ob sich eine Sanierung für ihn rechnen könnte, weil das Gebäude im Wert steigt. Laut dem Immobilienmarktbericht gibt es für Sanierungen oder eine Wärmepumpe auch finanzielle Unterstützung vom Staat.

Bei den Mieten geht es weiterhin nach oben

Und noch eine Statistik des Immobilienmarktberichts ist interessant: Sie dürfte vor allem Mieterinnen und Mietern zu denken geben. Während über lange Zeit die Preise für Wohnungskäufe ebenso stiegen wie die Mieten, hat sich das in den vergangenen Jahren geändert. Die Preise für Bestandsimmobilien sind gesunken, die Mieten weiter gestiegen. Auf dem Mietmarkt zeigen sich die Auswirkungen eines knappen Angebots und einer hohen Nachfrage, besonders in und um München.

Die Angaben zu den Städten und Gemeinden im Landkreis liefern die Zahlen zu diesen Aussagen. Ein Haus ist demnach in der Stadt Fürstenfeldbruck für durchschnittlich 842 100 Euro zu bekommen. Im Bericht für 2022/23 gab die Sparkasse noch einen Durchschnittswert von 935 000 Euro an – ein deutlicher Rückgang beim Preis. Anders sieht es bei den Mieten aus. Da zeigen die Zahlen einen Anstieg. Vor drei Jahren verzeichnete der Bericht der Sparkasse für die Kreisstadt einen durchschnittlichen Mietpreis pro Quadratmeter von 12,95 Euro. Im aktuellen Bericht sind es 15,10 Euro.

Der Immobilienverband Deutschland nennt ähnliche Zahlen

Ähnliche Zahlen nennt der Immobilienverband Deutschland (IVD). Für Herbst 2024 gibt er für die Stadt Fürstenfeldbruck einen Wert von 846 000 Euro für ein Einfamilienhaus im Bestand an. Das ist weniger als die Hälfte des Preises, der in München zu bezahlen ist. Viel näher am Preisniveau der Landeshauptstadt liegt Fürstenfeldbruck bei den Mieten. Als durchschnittlichen Preis pro Quadratmeter hat der IVD für die Kreisstadt 15,90 Euro errechnet. Das entspricht 75 Prozent des Münchner Werts.

Die Preisangaben für die Stadt Fürstenfeldbruck liegen nach den Angaben der Sparkasse unter denen für die anderen Städte im Landkreis. Spitzenreiter ist Germering. Dort kostet ein Haus im Durchschnitt 907 100 Euro, in Olching 894 400 und in der Stadt Puchheim 850 100 Euro. Und auch die Mieten pro Quadratmeter sind höher: 16,65 Euro in Germering, 15,60 in Puchheim und 15,30 in Olching. Günstigere Preise weist eine Flächengemeinde wie Maisach auf. Die Sparkasse nennt einen durchschnittlichen Hauswert von 820 000 Euro und eine Quadratmetermiete von 14,10.

Im vergangenen Jahr sind die Zinsen für Hypothekenkredite gesunken. Vertrauen und Zuversicht kehrten momentan in den Immobilienmarkt zurück und die Preise bewegten sich auf einem guten und stabilen Niveau, sagt Richard Kellerer, Leiter der Immobilienabteilung der Sparkasse Fürstenfeldbruck. Er weist darauf hin, dass die Gesamtzahl an Immobilienverkäufen leicht gestiegen sei, insbesondere die Verkäufe von gebrauchten Häusern und Wohnungen.

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