Energiegewinnung Landkreis will Sonnenenergie besser nutzen

Für mehr Photovoltaikanlagen werben Kreisräte wie Jakob Drexler, hier auf seinem Solardach im Jahr 2013.

(Foto: Johannes Simon)

Mit einer Kampagne und kostenloser Erstberatung möchten die Kreisräte künftig mehr Photovoltaikanlagen in Betrieb bringen

Von Heike A. Batzer, Fürstenfeldbruck

Der Landkreis möchte die Errichtung von Photovoltaikanlagen stärker fördern. Dazu will er nun, wie von den Unabhängigen Bürgervereinigungen (UBV) vorgeschlagen, eine Kampagne starten und eine kostenlose Erstberatung anbieten. Der Ausschuss für Energie, Umwelt und Planung des Kreistags war sich darüber einig, dass "der Landkreis eine Vorbildfunktion hat", wie Kreisfinanzreferent Johann Thurner (FW) in der Sitzung betonte. Genaue Details ausarbeiten soll nun gleich in einer ersten Amtshandlung die neue Klimaschutzmanagerin im Landratsamt, die ihre Stelle zum 1. Oktober antreten wird.

"Wir sollten vorangehen und zeigen, dass es uns ernst ist damit", forderte Grünen-Kreisrätin Christina Claus. Den Vorbildcharakter, den der Landkreis auf Kommunen und Bürger ausüben soll, hatten die Kreisräte kürzlich ebenfalls betont, als die geplante Photovoltaikanlage auf einem der Dächer der neu zu errichtenden Turnhallen am Puchheimer Schulzentrum zur Disposition stand. Sie war von der Verwaltung als ein möglicher Einsparposten genannt worden, die Kreisräte aber entschieden sich dafür, an der Photovoltaik dort festzuhalten.

Die Idee für eine Kampagne kam von den Unabhängigen Bürgervereinigungen, die gleichzeitig dafür plädiert hatten, auf die Erstellung eines Solarkatasters - das der Energie- und Umweltausschuss vor drei Jahren beschlossen hatte - zu verzichten. Ein Solarkataster bewertet die Eignung aller Dächer für die Nutzung durch Sonnenenergie, hat aber das Problem, "dass "ein Nord-Dach immer rot ist", wie UBV-Kreisrat Jakob Drexler in der Sitzung konkretisierte. Also immer als ungeeignet erscheint. Die bestehenden Solarkataster, wie sie die Stadt Fürstenfeldbruck oder der Landkreis Ebersberg angelegt hätten, seien für eine korrekte Beurteilung "nicht aussagekräftig", heißt es im Antrag der UBV. Dies sei nur "vor Ort möglich", ergänzte Drexler in der Sitzung und plädierte dafür, die Photovoltaik künftig auch "besser zu vermarkten". So sei das sanierte Sanitärgebäude am Zeltplatz Mammendorf zwar mit einem Architekturpreis bedacht worden, erwähnenswert wäre aber auch gewesen, dass dort eine vorbildliche Energieversorgung geschaffen wurde, so Drexler. Klaus Wollenberg (FDP) sah indes weniger den Landkreis selbst als Werbenden in der Pflicht, sondern darin vielmehr eine Aufgabe für den Energiewendeverein Ziel 21.

Auf Wunsch der Ausschussmitglieder soll der Landkreis nun alle seine Gebäude auf die mögliche Nutzung für Solarenergie überprüfen. Ein gleich gelagerter Appell erging auch an die Kommunen. Die kreiseigenen Gebäude mit Photovoltaik zu versehen, sei "doch gar keine Frage", betonte auch Johann Wörle (CSU) und sprach sich dafür aus, dass der Landkreis sämtliche Anlagen selbst betreiben und nicht an Investoren übertragen solle: "Sonst schenken wir bloß Geld her." Die Schulen stellten dafür ideale Gebäude dar, "weil sie tagsüber in Betrieb sind und tagsüber die Hauptenergie verbrauchen".