Feier im Stadtsaal des Veranstaltungsforums:Ausgezeichnete Fürstenfeldbrucker

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Feier im Stadtsaal des Veranstaltungsforums: Aus dem Neujahrsempfang bei frostigen Temperaturen wird bei T-Shirt-Wetter der "Empfang der Stadt". Den Ton gibt das Saxophon-Ensembles "Ulla for 5" an.

Aus dem Neujahrsempfang bei frostigen Temperaturen wird bei T-Shirt-Wetter der "Empfang der Stadt". Den Ton gibt das Saxophon-Ensembles "Ulla for 5" an.

(Foto: Günther Reger)

Beim "Empfang der Stadt" werden mit einigen Monaten Verspätung besonders engagierte Bürgerinnen und Bürger geehrt - Vertreter von Hilfsvereinen ebenso wie ein pfeilschnelles Team aus Graf-Rasso-Abiturienten.

Von Stefan Salger, Fürstenfeldbruck

Zwei Jahre ist es her, dass Fürstenfeldbruck das letzte Mal mit Ehrungen in einem festlichen Rahmen ins neue Jahr startete. Oder besser: zweieinhalb Jahre. Denn aus dem Ende Januar geplanten Neujahrsempfang 2022 wurde coronabedingt wieder nichts. Fröhliche Auferstehung feiert die Veranstaltung bei deutlich höheren Temperaturen am Dienstag. Da weist der zwischen den Fahnen des Landkreises und der Stadt an die Leinwand projizierte Schriftzug den Abend als "Empfang der Stadt 2022" aus - von Neujahr kann ja auch keine Rede mehr sein. An den festlich gedeckten Tischen des Stadtsaals Fürstenfeld haben geladene Gäste Platz genommen. Zwischen den Auftritten des Saxophon-Ensembles "Ulla for 5" der Stadtkapelle blickt Oberbürgermeister Erich Raff (CSU) in der Stadt mit ihren 129 Nationen und dem Altersschnitt von 43,3 Jahren auf Corona sowie Ukraine-Krieg. Und auf gefährdete demokratische Werte sowie den nicht ganz leichten Umgang mit den "Montags-Spaziergängern", die "leider immer noch" gegen die Corona-Maßnahmen protestieren.

Feier im Stadtsaal des Veranstaltungsforums: Oberbürgermeister Erich Raff und seine Frau Elke begrüßen die geladenen Gäste im Stadtsaal Fürstenfeld.

Oberbürgermeister Erich Raff und seine Frau Elke begrüßen die geladenen Gäste im Stadtsaal Fürstenfeld.

(Foto: Günther Reger)

Andererseits gibt es ja auch Grund zur Freude: Die gestohlene vergoldete Breze ist wieder aufgetaucht und wird wieder am Straßenschild des Brezngasserls befestigt - und diesmal so gut, dass sie nicht mehr so einfach entwendet werden kann. Und auch sonst ist es vorangegangen: Das Spektrum reicht von der Badeinsel im Pucher Meer über das Millionenprojekt Schule West bis hin zum Titel Fair-Trade-Stadt.

Feier im Stadtsaal des Veranstaltungsforums: Der erste Brucker Stadtwein wird verkostet (von links): Erich Raff, Christian Stangl, Birgitta Klemenz und Winzer Willi Wieland.

Der erste Brucker Stadtwein wird verkostet (von links): Erich Raff, Christian Stangl, Birgitta Klemenz und Winzer Willi Wieland.

(Foto: Günther Reger)

Gelungen ist offenbar auch die Premiere der Stadt als Weinbauregion - im Keller von Willi Wieland an der Abt-Führer-Straße reift der gute Tropfen mit dem wohlklingenden Namen Regent in zwei Fässern. Die Trauben stammen aus Fürstenfeld, und 20 Flaschen wurden bereits abgefüllt. Die Gesichter der stellvertretenden Bürgermeister Birgitta Klemenz und Christian Stangl sowie Landratsstellvertreterin Martina Drechsler bei der Live-Weinprobe deuten darauf hin, dass der Jahrgang ein feiner Tropfen sein muss.

Die Liste der Geehrten

Dem Appell an alle Brucker, beim Feiern auch an die Nachbarn zu denken und der fortschreitenden Vermüllung städtischer Grünanlagen und Einrichtungen entgegenzuwirken, folgt ein Ehrungsmarathon. Ehrenamtlich besonders engagierte Brucker werden auf die Bühne gerufen:

Feier im Stadtsaal des Veranstaltungsforums: Die Kommunale Dankurkunde für langjähriges verdienstvolles Wirken in der kommunalen Selbstverwaltung erhielten (von links) Beate Hollenbach, Andreas Lohde und Tommy Beer.

Die Kommunale Dankurkunde für langjähriges verdienstvolles Wirken in der kommunalen Selbstverwaltung erhielten (von links) Beate Hollenbach, Andreas Lohde und Tommy Beer.

(Foto: Günther Reger/Günther Reger)

Monika Graf leitet die Corona-Nachbarschaftshilfe mit mehr als 1600 Bürgerinnen und Bürgern, um ehrenamtlich überall dort zu unterstützen, wo im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie Hilfsbedarf entstanden ist: von der Einkaufshilfe über Hunde-Gassi-Service, von Shuttle- und Kurierfahrten bis zu Nähaktionen.

Barbara Kistler ist seit zwölf Jahren im Vorstand des 1984 gegründeten Vereins Frauen helfen Frauen mit Frauennotruf. Sie begleitete die Entwicklung "von einer kleinen Wohnzimmer-Vereinigung zu einem Non-Profit-Unternehmen" und förderte den Aufbau des offenes Frauenhauses in Germering

Moritz Hickethier und Florian Weber gründeten "Brucker helfen der Ukraine". Zusammen mit weiteren Ehrenamtlichen organisieren sie den Transport von gespendeten Hilfsgütern in die Ukraine.

Helga Seemüller unterstützt den Malteser Hilfsdienst seit gut acht Jahren mit handgemachten Teddys für Kinder, die bei den Krisen-Einsätzen betreut werden. Sie fertigt jedes Jahr zwischen 25 und 30 Bären. An einem arbeitet die 82-Jährige bis zu zehn Stunden.

Hermann Ebner war 45 Jahre lang in leitender Funktion bei der Kolpingfamilie, gründete eine Familiengruppe und arbeitete in Jubiläumsausschüssen mit.

Hans Rödiger wurde nach 46 Jahren 2020 zum Ehrenmitglied der Krieger- und Soldatenkameradschaft ernannt. Besondere Verdienste erwarb er sich als Fahnenträger-und Fahnenbegleiter.

Gerhard Ruscha hat im Imkerverein viele Jungimker in ihren Anfangsjahren unterstützt und sicherte bei Krankheitsfällen den Betrieb des Lehrbienenstands.

Karin Schleicher hat den Kulturverein Fürstenfeld von 2014 bis 2021 geführt. Die Konzerte der "Jungen Stars" mit dem Orchester "Neue Philharmonie München" im Veranstaltungsforum sind inzwischen ein Höhepunkt des Kulturlebens. Damit hat der Kulturverein dem künstlerischen Nachwuchs aus der Region Auftrittsmöglichkeiten gegeben.

Feier im Stadtsaal des Veranstaltungsforums: Das Team Sonic Boom mit den Absolventen des Graf-Rasso-Gymnasiums, Anas Izaaryene, Jakob Rauh, Lukas Kottenhahn, Adrian Lübeck, Florian Wolf und Jannis Gordziel.

Das Team Sonic Boom mit den Absolventen des Graf-Rasso-Gymnasiums, Anas Izaaryene, Jakob Rauh, Lukas Kottenhahn, Adrian Lübeck, Florian Wolf und Jannis Gordziel.

(Foto: Günther Reger)

Das Team Sonic Boom mit den sechs Absolventen des Graf-Rasso-Gymnasiums, Anas Izaaryene, Jakob Rauh, Lukas Kottenhahn, Adrian Lübeck, Florian Wolf und Jannis Gordziel, ist sehr erfolgreich beim Wettbewerb "Formel 1" - einem multidisziplinären, internationalen Technologie-Wett­bewerb, bei dem Schüler einen Miniatur-Rennwagen am Computer entwickeln, fertigen und anschließend ins Rennen schicken. 2020 haben sie sich für die Weltmeisterschaft qualifiziert, die im Juli in London stattfinden soll.

Besondere Auszeichnungen gab es auch für Susanne Droth, die das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste von im Ehrenamt tätigen Frauen und Männern erhalten hat, für Michaela Gleixner, die seit 40 Jahren Mitglied der Wasserwacht Mammendorf ist, für Paul Anderer, der das Ehrenzeichen in Gold am Bande für 40 Jahre Engagement bei der Freiwilligen Feuerwehr Puch erhalten hat, für Peter Suchanek von der Feuerwehr Fürstenfeldbruck und Robert Engelschall von der Feuerwehr Aich, sowie für Florian Schormaier, Stefan Thalhamer und Dirk Westphal von der Feuerwehr Fürstenfeldbruck.

Die Kommunale Dankurkunde für langjähriges verdienstvolles Wirken in der kommunalen Selbstverwaltung erhielten Beate Hollenbach, Tommy Beer und Andreas Lohde.

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