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Emmering:Zukunftsfähige Planung

Frau Gudrun Horn

Gudrun Horn ist Sprecherin der Arbeitsgruppe, die von der Bahn den Ausbau der Strecke fordert.

(Foto: privat)

Freie-Wähler-Gruppe will Ausbau der Bahnstrecke nach Bruck forcieren

Das Ergebnis der Landtagswahlen hat die bis dahin alleinregierende CSU in eine Koalition mit den Freien Wählern gezwungen und mit Hans Reichhart einen neuen, jungen Verkehrsminister hervor gebracht. Befürworter des viergleisigen Ausbaus der Bahnstrecke Pasing-Fürstenfeldbruck schöpfen wieder Hoffnung, die Bahn mit politischer Unterstützung doch noch davon abbringen zu können, die Stecke nur dreigleisig und nur bis Eichenau zu erweitern.

Klaus Jürgen Pohl und seine Mitstreiter von den Freien Wählern halten die "Low Version-Planung" der Bahn für "aberwitzig", weil sie die absehbare Entwicklung des Bedarfs an S-Bahn- und Fernzügen nur unzureichend berücksichtige, zumal der ab Dezember 2020 vorgesehene Zwei-Stunden-Takt zwischen München und Zürich bis 2035 zu einem Stundentakt verdichtet werden soll. "Der viergleisige Ausbau, auch in Etappen, ist die Gewährleistung für alle Pendler aus dem Allgäu, pünktlich in München anzukommen", zitiert Pohl den neuen Verkehrsminister, der unlängst in Augsburg mit Bürgermeistern aus dem Allgäu diesbezügliche Gespräche führte. "Wenn man so ein Zukunftsprojekt in Angriff nimmt, dann müssen alle damit zusammenhängenden Möglichkeiten zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur umfassend mit betrachtet werden", fordert Pohl.

Mit FW-Freunden, insbesondere aus den Orten, die an der Strecke liegen, hat er eine Arbeitsgruppe formiert, um für eine vorausschauende und bedarfsgerechte Zukunftsplanung zu kämpfen. Beabsichtigt sei, alle Landes- und Kreispolitiker der betroffenen Stimmkreise, egal welcher Couleur, zu gewinnen. Denn auch die weiter westlich liegenden Kommunen wie Althegnenberg oder Hattenhofen würden vom viergleisigen Ausbau profitieren. Als Sprecherin der Gruppe wird Gudrun Horn, Vorsitzende der FW Puchheim, fungieren.

Pohl, der im Emmeringer Ortsteil Tonwerk südlich der Bahnlinie lebt, will sich auch dafür einsetzen, dass zwischen dem Hauptort und Fürstenfeldbruck Ost eine Verkehrsverbindung zum Beispiel als Unterführung zum Tonwerk gebaut wird, zumindest für Radfahrer und Fußgänger. Denn der jetzige schienengleiche Bahnübergang in Höhe der einstigen Rodelbahn werde kaum zu halten sein. "Die 63 Einwohner in 22 Gebäuden in der Tonwerk-Siedlung" hätten ein Recht darauf, gut an die Nachbarorte angebunden zu sein, sagt der "Jung-Rentner". An schönen Tagen seien oft "weit mehr Erholungssuchende als Tonwerkbewohner" in den umliegenden Wäldern unterwegs, auch dafür sei die Anbindung erforderlich.

Bei der Planung müsse berücksichtigt werden, dass Rettungsfahrzeuge möglichst schnell und nahe an Unfallstellen herankommen. Ohne Unterführung wäre der Rettungsweg über die Bundesstraße oder über die Tusculum-Unterführung viel zu lang. Sollte zum Beispiel auf der Strecke zwischen Eichenau und Bruck ein Zug in Brand geraten, wäre Pohl zufolge ohne direkte Zufahrt auf die Bahndamm-Südseite ein Löscheinsatz kaum erfolgreich. Da im Zuge der Machbarkeitsstudie für den dreigleisigen Ausbau geprüft werde, ob im Emmeringer Ortsteil "Untere Au" eine weitere S-Bahn-Station eingerichtet werden kann, brauche es ein schlüssiges Konzept für den Bereich zwischen Bruck und Eichenau. Dabei sollte auch ein Radschnellweg entlang der Bahnlinie nach München geprüft werden.

Die große Zielsetzung der Gruppe sei aber, die Bahn dazu zu bringen, die Zukunftsplanung mit vier Gleisen anzugehen. Unabdingbar seien ein barrierefreier und behindertengerechter Ausbau aller Stationen und die Berücksichtigung von Brandschutz und Sicherheitsauflagen. Nach Pohls Ansicht verstößt die Bahn wissentlich gegen EU-Richtlinien. Wenn in Bruck ein Zug mit 160 Stundenkilometern durch den Bahnhof rausche, seien insbesondere Kinder und Senioren gefährdet. Die Bahnsteige seien zu schmal und böten unzureichend Schutz vor Fahrtwind und Lärm. "Mit einem viergleisigen Ausbau könnte man alle diese Probleme in einem Aufwasch lösen.