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Emmering:Wohnungen statt Sportanlage

25 Jahre lang wurde hier vor allem Squash, Tennis und Fußball gespielt oder es wurde gefeiert: der Amperpark an der Siedlerstraße.

(Foto: Günther Reger)

Auf dem Grundstück des Amperparks sollen neun Mehrfamilienhäuser gebaut werden.

Von Manfred Amann, Emmering

Der Amperpark in Emmering wird bald Geschichte sein. Nachdem die private Sportanlage mit Hallen und Freiplätzen für Squash, Tennis und Badminton sowie einer Gaststätte nach etwa 25-jährigem Betrieb an die Wohnungsbaugesellschaft Demos verkauft wurde, sollen auf dem etwa 11 000 Quadratmeter großen Gelände etwa 90 Wohnungen unterschiedlicher Größe gebaut werden. Eine erste Planung sieht neun Wohnblöcke vor, wovon vier beziehungsweise fünf eine Art Hof bilden, in dem es keinen Autoverkehr gibt und der mit Grünanlagen und eventuell Spielmöglichkeiten für Kinder ausgestattet ist. Bei den Mitgliedern des Ausschusses für Bau, Planung, Verkehr und Umwelt fand die erste Grobplanung überwiegend Gefallen. Angeregt wurde jedoch, möglichst wenig Fläche zu versiegeln. Deshalb soll eine Variante mit nur acht etwas höheren und längeren Wohnblöcken, aber gleicher Wohnungszahl, geprüft werden. "Wir sollten uns auf jeden Fall verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten für das große neue Wohngebiet ansehen, bevor wir in die konkrete Planung einsteigen", befand Bürgermeister Stefan Floerecke (CSU).

Die Anlage solle nicht nur zur Umgebung passen, sondern auch ein schöner Wohnbereich mit hoher Aufenthaltsqualität werden. Das von Demos beauftragte Münchner Architekturbüro "Goergens, Miklautz und Partner" schlägt vor, möglichst viele Stellplätze in einer Tiefgarage unterzubringen, die von allen Häusern aus zugänglich ist. Ein erster Ansatz ging von 101 Stellplätzen aus, was einigen Ortspolitikern zu wenig erschien. Rechnerisch sollten ihrer Meinung nach je Wohneinheit 1,5 Stellplätze vorgesehen werden. Diskutiert wurde in der jüngsten Sitzung, wie viele Besucherparkplätze an der Siedlerstraße angelegt werden sollen. Das Planungsbüro schlug vor, etwa 20 zu befestigen. Für manches Ausschussmitglied ist die Anzahl jedoch "zu gering". Andere wiederum äußerten die Befürchtung, dass mehr oberirdische Parkplätze Bewohner dazu bringen könnten, ihre Autos dort abzustellen satt in der Tiefgarage.

Überlegt wird noch, wie das neue Wohngebiet am besten erschlossen werden kann, nur über die Siedlerstraße oder zusätzlich über eine Zuwegung nördlich des Geländes. Vorerst nicht weiter verfolgt wird die Idee des Planungsbüros, den Bauhof der Gemeinde zu verlagern und das Gelände mit ins Planungsgebiet einzubeziehen. Dort wären dann weitere Baukörper für insgesamt 50 und bei höheren Gebäuden sogar 68 weitere Wohneinheiten möglich. Der Bauhof werde wie ein Fremdkörper wirken, glaubt der Planer. "Wir haben aber derzeit keine Fläche, wo wir den Bauhof hinversetzen könnten", erklärte dazu Bürgermeister Floerecke. Außerdem könne die Gemeinde angesichts großer Vorhaben wie den Bau des neuen Feuerwehrhauses und wegen möglicher finanzieller Einbrüche infolge der Corona-Pandemie bis auf Weiteres keine zusätzlichen Großprojekte in Angriff nehmen. Auf Wunsch der Ausschussmitglieder soll das Wohngebiet optimal an den Busverkehr angeschlossen werden, um den Autoverkehr zu begrenzen. Auch Carsharing ist angedacht, damit möglichst viele Familien aufs Zweitauto verzichten können.

© SZ vom 17.06.2020

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